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Güllelagerbau begonnen, Privatklagen eingereicht

Lassan/Pulow Güllelagerbau begonnen, Privatklagen eingereicht

Touristiker im Lassaner Winkel konstatieren verhärtete Fronten

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Mit Planierarbeiten und dem Fällen von Bäumen ist die Errichtung eines Güllegroßlagers im Lassaner Winkel jetzt eingeleitet worden. Einige Gegner des Vorhabens haben Klage gegen das kreisliche Einvernehmen erhoben.

Quelle: Foto: Karl Valta

Lassan/Pulow. Im Lassaner Winkel – zwischen Pulow, Klein Jasedow und Papendorf – tut sich etwas. Mit maschinellen Planier- und Räumarbeiten sowie dem Fällen von Bäumen wird seit Montag der Vorlauf für den von der Peeneland Agrar GmbH geplanten und heftig umstrittenen Gülletank erbracht. Nach Augenzeugenberichten sind auch hier gelagerte Steinlesehaufen abtransportiert und ein Baustellenschild aufgestellt worden. Der Landkreis hatte die Baugenehmigung ersatzweise erteilt (die OZ berichtete), obwohl 1700 Unterschriften dagegen gesammelt worden waren.

OZ-Bild

Touristiker im Lassaner Winkel konstatieren verhärtete Fronten

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Die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Kein Gülle-Großlager im Lassaner Winkel“ beobachten das Geschehen weiter mit großer Skepsis. Sie hatten das Unternehmen darum gebeten, mit dem Baustart wegen diverser Klagen noch zu warten. „Doch vergeblich“, berichtet BI-Vorsitzender Karl Valta. „Es gab nicht mal eine Antwort.“

Um sich womöglich in Schwerin doch noch politische Hilfe zu holen, hat die BI zwischenzeitlich einen offenen Brief an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) geschrieben. Es geht den Protestlern um die drohende „Zertrümmerung des sozialen Friedens“. Sie sehen den mühevoll entwickelten, sanften Tourismus im ländlichen Raum und die wirtschaftliche Existenz vieler einheimischer Familien gefährdet – zugunsten eines großen Agrarbetriebes „mit extrem wenigen Angestellten“.

Mit Privatklagen wollen Mitglieder der BI zudem erzwingen, dass das vom Landkreis erteilte gemeindliche Einvernehmen zum Bauvorhaben gerichtlich überprüft wird. Nach Überzeugung der Gegner widerspricht es den raumordnerischen Belangen, dem nachhaltigen Natur- und Umweltschutz sowie der weiteren Entwicklung des Tourismus im Lassaner Winkel. Dem war offenbar zunächst auch die Mehrheit der Lassaner Stadtvertretung gefolgt (Beschluss vom November 2016). In diesem Jahr nun verabschiedete sie sich indes von ihrer Haltung. „Jetzt spricht man nicht mal mehr miteinander, es herrscht eisiges Schweigen“, berichtet Valta.

Nach der aktuellen Aktensichtung rechnet Iris Schöne, die in Pulow eine Handweberei und ein kleines Café betreibt sowie Zimmer vermietet, noch im November mit einer gerichtlichen Entscheidung darüber, ob die Klage zugelassen wird. „In meinem Gewerbe stecken drei Jahrzehnte harte Arbeit. Und Touristen wissen die Angebote zu schätzen“, versichert Iris Schöne. Auch sie hat geklagt.

Im fünfseitigen Brief an Schwesig erinnern die Absender an bereits geknüpfte, allerdings vergebliche Kontakte zu Ministern und Staatssekretär Dahlemann. Sie sehen in der Verfahrensweise eine „Interessenskumpanei“ von Kreis, Politik und industrialisierter Agrarwirtschaft. Darunter leide die Demokratie vor Ort, und daraus resultiere das schlechte Abschneiden etablierter Parteien bei den Wahlen. „Zeit für die Förderung ländlicher Regionen“ habe die SPD erst kürzlich plakatiert. Im Lassaner Winkel würde hingegen Gemeindeentwicklung „abgewürgt“.

Steffen Adler

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