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Usedom Gummlin: Auf dem Kargberg entsteht erstes Öko-Konto
Vorpommern Usedom Gummlin: Auf dem Kargberg entsteht erstes Öko-Konto
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00:00 04.04.2014
Jens Horstmann, Ivonne Ramthun und Florian Willmann (v. l.) von der Gartenbaufirma Hilsch setzen Sumpfpflanzen in ein fast ausgetrocknetes Soll. Quelle: Ingrid Nadler
Stolpe

Der Kargberg in Gummlin darf nicht bebaut werden. Das ist aus Sicht der Einwohner der Gemeinde Stolpe eine der wichtigsten Entscheidungen der vergangenen Legislaturperiode. Der phantastische Blick aufs Haff hatte bei potenziellen Investoren so manche Begehrlichkeit geweckt.

Jetzt ist hier ein Projekt in Arbeit, von dem sowohl der in Nordrhein-Westfalen lebende Landeigentümer Heinz Ahler als auch alle anderen Naturliebhaber profitieren. Hier entsteht ein sogenanntes Öko-Konto, von denen es im Landkreis bisher elf, auf der Insel Usedom jedoch noch keines gibt. Wer auf Usedom künftig bauen will und damit Boden versiegelt, kann als Ausgleich bei Heinz Ahler Öko- Punkte „einkaufen“. So refinanziert sich die hohe Investition. Die Rede ist immerhin von mehreren 100 000 Euro.

Was derzeit auf der rund 23 Hektar großen Fläche geschieht, können die Einwohner gut beobachten. Die Gartenbaufirma Hilsch aus Ückeritz hat den Auftrag für die Landschaftsgestaltung übernommen.

Florian Willmann, der selbst in der Gemeinde wohnt, ist einer der Mitarbeiter. Er zählt auf: „Wir haben 70 Bäume gepflanzt. Unter anderem eine Streuobstwiese mit Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäumen angelegt, Kopfweiden gepflanzt, inselweise Kiefern und diverse Sträucher wie Wacholder, Haselnuss oder Pfaffenhütchen und auch Brombeerhecken in den Boden gebracht. Der freie Blick aufs Haff wird so auf jeden Fall erhalten bleiben.“

Hinzu kommen diverse Gestaltungselemente, die sich dem Betrachter nicht sofort erschließen. Am Rande eines Solls, in den derzeit Sumpf-Pflanzen gesetzt werden, sind Kiesflächen mit drei verschiedenen Granulaten angelegt, die beispielsweise Amphibien als Unterschlupf dienen sollen, erklärt Florian Willmann. Nur scheinbar willkürlich sind Kieshaufen mit Sammelsteinen in die Landschaft gesetzt. „Hier können sich Eidechsen sonnen“, scherzt der Gärtner und verweist weiter auf offene Bodenbereiche, die den Magerrasen von Zeit zu Zeit durchbrechen. Auch dies sind „Angebote“ an die Flora und Fauna. Dazu gehören schließlich noch vier fünf Meter hohe Ansitzwarten.

Der kleine Naturpark kann indes nur durch eine Endlospflege in seinem Bestand erhalten bleiben. Zweimal im Jahr wird er z. B. abschnittsweise gemäht. „Hierzu ist der Öko-Konto-Inhaber vom Gesetz her verpflichtet“, erklärt Ute Schreiber von der Unteren Naturschutzbehörde. „Dafür bedarf es allerdings insolvenzfester Betriebe.“

Heinz Ahler bestätigt auf OZ-Nachfrage: „Wir stehen kurz vor dem Vertragsabschluss mit der Stiftung für Umwelt und Natur, die den von mir hinterlegten Kapitalstock verwaltet und die dauerhafte Wartung veranlassen wird.“ Ute Schreiber beschreibt das weitere Vorgehen: „Wenn für die Anlage ein Anerkennungsbescheid vorliegt, wird der Kargberg in ein öffentliches Konto-Verzeichnis eingetragen.

Herr Ahler kann auf Anfrage von Investoren seine Ausgaben in Öko-Punkte umrechnen und verkaufen.“

Damit ist eine Bebauung des landschaftlich wertvollen Areals für alle Zeiten ausgeschlossen.

Wir stehen kurz vor
dem Vertragsabschluss
mit der Stiftung für
Umwelt und Natur.“Heinz Ahler, Landeigentümer



Ingrid Nadler

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