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Häfen erwarten leichten Aufschwung

Greifswald Häfen erwarten leichten Aufschwung

Situation war 2016 schwierig / Vor allem in Lubmin brummt’s / Neuer Impuls durch Rangiergleis?

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In Wolgast soll der gesamte Umschlag nur noch über den Südhafen laufen.

Quelle: Foto: Tom Schröter

Greifswald. Die Betreiber der Wirtschaftshäfen im Landkreis Vorpommern-Greifswald blicken optimistisch in die Zukunft. War das vergangene Jahr zumeist noch von rückläufigen Umschlagszahlen geprägt, deutet sich nun ein leichter Aufschwung an. Die Gründe dafür sind regional unterschiedlich.

Wolgast: Verlagerung in den Südhafen

Der Hafen Wolgast hat einige dürftige Jahre hinter sich. Sinkende Preise beim Getreide führten zu weniger Umschlag. Zu den hauptsächlichen Gütern zählen heute auch Baustoffe. Im Dezember übernahm die örtliche WoWi Immobilien und Dienstleistungs GmbH die städtischen Anteile an der Hafengesellschaft. „Von der Übernahme erhoffen wir uns Stabilität“, sagt Jürgen Schönwandt, stellvertretender Bürgermeister der Herzogstadt. Einen weiteren Impuls könnte es durch die Verlagerung des Umschlags vom Stadt- zum Südhafen geben, um das Stadtgebiet von Emissionen zu entlasten. „Im Zusammenhang mit der Ortsumgehung wird extra eine Südhafen-Zufahrt gebaut“, blickt Schönwandt voraus.

Vierow: Minus 15 Prozent sind nicht dramatisch

Im Hafen Vierow lag das Umschlagsvolumen zuletzt bei 600000 Tonnen – minus 15 Prozent, rechnet Geschäftsführer Alfred Bligenthal vor. Dennoch bleibt er gelassen. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass sich das Geschäft dramatisch verschlechtern werde. „Bei uns werden zu 99 Prozent Agrarprodukte verschifft. Das wird auch in Zukunft so bleiben. Wir werden immer mindestens eine halbe Million Tonnen Umschlag haben“, sagt er. Sehr gut bekommt der Bilanz die Partnerschaft mit dem Rügener Hafen Sassnitz/Mukran. Größere Schiffe, die wegen ihres Tiefgangs in Vierow nicht vollständig beladen, können in Mukran aufgefüllt werden.

Greifswald: Warten auf die Entscheidung

Werden die Fahrrinne und das Hafenbecken ausgebaggert oder nicht? Noch immer hat das Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund keine Entscheidung getroffen. „Ohne den Tiefgang von 6,10 Metern sind wir nicht wettbewerbsfähig“, sagt Michael Ott, Geschäftsführer der Greifswalder Hafen- und Lagergesellschaft. Wegen Versandung ist nur ein Tiefgang von fünf Metern machbar. Für Schiffe mit mehr als 4000 Tonnen Ladung kommt Greifswald nicht mehr infrage. Mit der wirtschaftlichen Situation ist Ott aber „den Umständen entsprechend“ zufrieden. Dieselimporte für Weserpetrol und Splitt aus Norwegen werden angelandet. 2016 betrug der Umschlag 178 000 Tonnen. „Wir planen für dieses Jahr mit ähnlichen Zahlen.“

Die aktuelle Situation beeinträchtigt vor allem das Geschäft des Agrarhändlers Beiselen, der 2015 für knapp zwei Millionen Euro eine Halle im Hafengebiet errichtete. Was passiert, sollte eine Entscheidung gegen die Ausbaggerung fallen? Hans-Bernhard Overberg aus der Geschäftsführung: „Die Halle steht jetzt da und wir werden sie weiter nutzen.“

Jarmen und Anklam: Hoffen auf teuren Diesel

Die Binnenhafen Anklam GmbH ist für beide Häfen (und für den in Demmin) verantwortlich. „2016 war ein sehr schlechtes Jahr“, sagt Geschäftsführerin Susanne Bluhm. Der Umschlag in Anklam ging um fast ein Drittel auf rund 11 400 Tonnen zurück, in Jarmen um mehr als die Hälfte auf 2097 Tonnen. Als einen der Hauptgründe nennt Bluhm den Dieselpreis. „Ist er billig, verlagern viele den Transport auf den Lkw.“ Aber sie ist zuversichtlich: „Jetzt geht es aufwärts!“ Die Umsätze hätten sich stabilisiert, der Dieselpreis sei angezogen.

Berndshof: Fokus auf Eisen und Holz

Die Umschlagszahlen gingen 2016 leicht nach unten. Auf knapp 60000 Tonnen Roheisen schätzt Heiko Haacker, Geschäftsführer der Umschlaggesellschaft Industriehafen Ueckermünde, das Volumen, das auch 2017 erreicht werden soll. Das Lager, aus dem Gießereien wie in Torgelow beliefert werden, sei noch gut gefüllt. „Beim Eisen brauchen wir derzeit nicht unbedingt mehr Schiffszulauf“, so Haacker.

Bei anderen Gütern, etwa Holz oder Dünger, wäre mehr Verkehr wünschenswert.

Lubmin: Erfolgreich dank Verpachtung und Projekten

„2016 war für den Industriehafen Lubmin wirtschaftlich ein erfolgreiches Jahr“, sagt Axel Vogt, Vorsteher des Zweckverbandes „Energie- und Technologiestandort Freesendorf“, dem der Hafen gehört. Das lag vor allem am Großprojekt „Ostwind 1“. „In unserem Hafen war die Mehrzahl der Liegeplätze an die 50Hertz Transmission GmbH und deren Auftrags- und Subunternehmen für Arbeitsschiffe zur Seekabelverlegung dauerhaft verpachtet“, sagt Vogt. Baustoffe und -teile für das neue Umspannwerk bei Lubmin seien umgeschlagen worden. „Dieser Zustand hält weiter an, denn das Projekt ist noch nicht fertig gestellt.“ Daneben werden Schüttgut für die Lubmin Oils GmbH sowie Kranbauteile für Liebherr umgeschlagen. Zudem wird mit der Deutsche Ölwerke Lubmin GmbH eine Dockstation im Hafen gebaut. Der Zweckverband will zudem in die Sicherheit und die Elektrifizierung des Hafens und in den Erwerb von fehlenden Logistikflächen für den weiteren Ausbau des Seehandels investieren, so Vogt.

Neuer Impuls durch Rangiergleis?

Klar ist, dass die Häfen in Vorpommern-Greifswald landesweit nicht in der ersten Liga mit Rostock und Wismar spielen und auch hinter Stralsund und Sassnitz zurückbleiben. „Aber auch kleinere Häfen haben ihre Perspektiven“, sagt Rolf Kammann, Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern. „Sie könnten noch mehr kooperieren.“ Ein neuer Impuls, der allen Häfen in der Region mit Schieneanschluss zugute käme, wäre ein 800 Meter langes Rangiergleis, das in Greifswald gebaut werden könnte. „Bisher fehlt in den Häfen eine Möglichkeiten, längere Züge zu teilen oder zu parken“, verdeutlicht Kammann die Notwendigkeit. In der Hansestadt habe es so ein Gleis schon einmal gegeben – dort, wo heute die Osnabrücker Straße entlangführt. Das neue Gleis könnte wieder am oder in der Nähe des Bahnhofs errichtet werden. Neben dem Hafen in Ladebow würden hier in der Gegend auch Vierow und Lubmin profitieren. „Ziel ist es, mehr Güterverkehr auf die Schiene zu bringen“, sagt Kammann. Die Entscheidung trifft der Bund. Sollte sie positiv ausfallen, würde das Projekt aus dem Topf der Deutschen Bahn finanziert. Eine Studie ist bereits erstellt worden. Klarheit soll es in wenigen Wochen geben.

Kai Lachmann

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