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Heringsdorfer Eissporthalle braucht zwei Jahre für Planung

Heringsdorf Heringsdorfer Eissporthalle braucht zwei Jahre für Planung

Hallaschk mit im Boot, aber nicht als Investor, sondern als Energieexperte

Heringsdorf. Im März dieses Jahres hatten sich die Heringsdorfer Gemeindevertreter endlich zu einem Beschluss zur Eissporthalle durchgerungen – wenn gebaut wird, dann nur auf dem Grenzparkplatz in Ahlbeck. Nun geht die Planung weiter. „Wir hatten ein Gespräch mit einem Rostocker Büro, das uns ein Angebot unterbreiten soll für die Erarbeitung eines Bebauungsplans“, sagt Heringsdorfs Bauamtsleiter Andreas Hartwig. Inhaltlich ging es um den Untersuchungsraum auf dem Grenzparkplatz mit der Eissportanlage, Parkplätzen sowie Unterbringungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Mit dem festen Areal wären die Zeiten des jährlichen Auf- und Abbaus der Eisbahn – verbunden mit immensen Kosten in Höhe von geschätzt 80 000 Euro – an der Heringsdorfer Promenade vorbei.

Mit im Boot ist auch wieder der Rostocker Jens Hallaschk, diesmal aber als Energie- und Fördermittelexperte. „Die Gemeinde hat angefragt“, sagt er. Hallaschk kennt das Projekt, schließlich war er vor gut drei Jahren noch als Investor im Gespräch. Der frühere Eishockeyspieler von Dynamo Weißwasser wollte für rund zehn Millionen Euro auf dem Grenzparkplatz eine Eishalle mit Hockey- und Curlingfeld sowie einem Tobeland für Kinder bauen. Sein Anliegen scheiterte. Hallaschk, der Geschäftsführer der Energieagentur MV ist, ließ damals kein gutes Haar an der Kommune und fühlte sich in der Eishockeysprache an einen „bösen Check gegen die Bande“ erinnert. Einig wurden er und die Gemeinde sich nicht über den Kaufpreis des Grundstücks. Stattdessen beschlossen die Entscheidungsträger im Kaiserbad, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, um mehrere Standorte zu untersuchen.

„Das ist Geschichte. Investieren werde ich nicht mehr. Das Geld, das ich damals mit mehreren Partnern zur Verfügung hatte, ist in andere Projekte geflossen“, sagt Hallaschk. Er sieht in der Eissporthalle aber immer noch einen „hohen gesellschaftlichen Nutzen, der zusätzliche Touristenströme bringt“. Allerdings sieht er bei einem Arbeitstitel „Mehrzweckhalle“ den Eissport auf lange Sicht auf Usedom sterben. „Wenn ich schon in eine teure Kälte- und Lüftungstechnik investiere, sollte schon eine ganzjährige Nutzung der Eisfläche Voraussetzung sein. Ideal ist eine energieautarke Eisstätte.“

Eine „Mehrzweckhalle“ könnte aus Sicht von Andreas Hartwig aber die Förderchancen erhöhen. „Aber so weit sind wir noch längst nicht. Bekommen wir überhaupt Baurecht? Wer baut und betreibt so eine Anlage? Die Planung wird uns wohl gut zwei Jahre beschäftigen“, sagt Hartwig und tritt kräftig auf die Euphoriebremse.

Von Euphorie ist auch bei Ronald Richter vom Roll- & Eissportverein Insel Usedom nicht viel zu spüren. „Die Hoffnung, dass irgendwann mal eine Halle gebaut wird, gebe ich nicht auf. Zeit wird es, das was passiert.“

Seine Mitstreiter von den „Schamasen“ sowie viele freiwillige Helfer sind inzwischen schon wieder dabei, die Eisarena an der Heringsdorfer Promenade aufzubauen. „Das Kiesbett ist fertig, die Kälteschläuche werden in den nächsten Tagen verlegt“, sagt Richter. Die Eisarena soll am 11. November eröffnet werden. Bis dahin muss auch die Bande stehen. Zwei Teile sind laut Richter defekt und müssen erneuert werden. Sicherlich nicht die letzten in den nächsten Jahren.

Henrik Nitzsche

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