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Usedom Heringsdorfer Spielbank schließt nach 15 Jahren
Vorpommern Usedom Heringsdorfer Spielbank schließt nach 15 Jahren
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00:00 01.03.2014
Für seriöse Glücksspiele gilt die Spielbank Heringsdorf grenzüberschreitend als eine gute Adresse. Quelle: Angelika Gutsche
Heringsdorf

1997 war das einstige Heringsdorfer Kulturhaus der erste Spielbankenstandort in Mecklenburg-Vorpommern. Im Mai 2014 schließt der Betreiber, die Ostsee-Spielbanken, die Niederlassungen in Stralsund, Binz und auch in Heringsdorf. Wie berichtet, sollen daran enorme Verluste schuld sein.

Allein am Heringsdorfer Standort, dem man nachsagt, dass es hier die wenigsten Rentabilitätsprobleme gibt, verlieren rund 20 Beschäftigte ihre Arbeit und die Gemeinde muss auf die Spielbankenabgabe verzichten. „Uns brechen erhebliche Einnahmen weg. Für die Jahre 1998 bis 2012 haben wir 1,6 Millionen Euro kassiert“, nennt Marcus Strömich aus der Heringsdorfer Gemeindeverwaltung Zahlen. Er geht davon aus, dass Casinogäste nun wohl ins benachbarte Swinemünde fahren werden.

Die Schließungsabsicht war lange bekannt, weshalb das Schweriner Innenministerium seit geraumer Zeit die Neuvergabe der Konzessionen vorbereitete. Weil sie den Standort auf Usedom in Gefahr sahen, machten Bürgermeister und Kurdirektor bereits im August 2013 in Schwerin mögliche Folgen der Schließung für die Kaiserbäder deutlich. Unter anderem führten sie die bis in die Gründungszeit der Seebäder zurück reichende Tradition des Glücksspiels an. Argumente waren außerdem die Rolle im touristischen Angebotsprofil. Die Anziehungskraft gipfelt darin, dass mancher Gast nur deshalb nach Usedom kommt, weil ihm hier im Schutze der Konzessionsbestimmungen seriöses Glücksspiel geboten wird. Dass die Spielbank außerdem saisonverlängernd wirkt, beweisen die jährlich rund 40 000 Spielbanknutzer, die bei weitem nicht nur im Sommer in die Kaiserbäder kommen. Wie Strömich erklärt, hat die Gemeinde zudem ein spezielles Interesse an dem Projekt. Aus der Wandlung des einstigen Kulturhauses in das Forum Usedom historisch gewachsen, ist sie der Zwischenmieter für die Glückspielräume. „Die Gemeinde leitet die Miete inzwischen 1:1 an den Eigentümer Gerd Seele weiter“, sagt Strömich. Der mit Seele ausgehandelte, unterschriftsreife Vertragsentwurf sieht vor, dass das Mietverhältnis mit auslaufender Konzession ohne gegenseitige Forderungen endet. Gerd Seele hofft indes, dass es einen neuen Betreiber geben wird und der Standort nicht verloren geht. Als Knackpunkt gilt, dass dieser den Glücksspielbedarf für das gesamte Land ermitteln und verbindliche Standorte benennen soll. Das Ministerium vergibt laut der am 25. April endenden Ausschreibung nur eine einzige Konzession für Mecklenburg-Vorpommern.

„Ich gehe davon aus, dass die europaweite Suche Erfolg hat und Heringsdorf wieder eine Spielbank bekommt. Ich baue hier jedenfalls nichts zurück“, sagt Seele. „Bis zur Entscheidung werde ich die attraktiven Räume anderweitig nutzen. Nach Entfernung der Spielgeräte soll es im früheren Konzertcafé Veranstaltungen und Ausstellungen geben — in erster Linie gewerbliche, ich bin aber auch für die Kunst aufgeschlossen.“

Der Wert in Zahlen

40 000 Gäste besuchen durchschnittlich in jedem Jahr Heringsdorfs Spielbank.

1,6 Millionen Euro Spielbankabgabe kassierte die Gemeinde zwischen 1998 und 2012.
Der 15. Mai 2014 ist das Schließdatum für die Spielbanken im Land.



Angelika Gutsche

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