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Hoffmann-Druck: Kampf ums Überleben

Wolgast Hoffmann-Druck: Kampf ums Überleben

Insolvenzverwalter: Personalabbau unumgänglich / Geschäftsführerin: Produzieren weiter

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Mandy Wendlandt aus Zinnowitz arbeitet an einem Layout. Sie gehört zu den nur noch wenigen Mitarbeitern der Firma.

Quelle: Steffen Adler

Wolgast. Das ist bitter: Die Reihen in der Belegschaft haben sich gelichtet. Von bislang 15 Mitarbeitern sind nur noch fünf Angestellte geblieben. „Es ging nicht anders, wir mussten reagieren, um das Unternehmen doch noch irgendwie zu retten“, sagt Antje Lange. Gemeinsam mit ihrem Bruder Sebastian Ruge leitet sie die inzwischen 177 Jahre bestehende Firma „Hoffmann-Druck“ in Wolgast-Mahlzow. Die entscheidenden Fäden aber zieht nunmehr der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Michael Busching aus Rostock.

„Wir hatten keine Wahl. Die Produktionsstrecke musste drastisch reduziert, das Personal im Betrieb abgebaut werden. Es ging so nicht mehr weiter“, beschreibt der Anwalt den Handlungszwang. Der Wettbewerb in der Branche sei im Internetzeitalter unvorstellbar hart geworden, hinzu komme die Wolgaster Randlage fernab der großen Metropolen und der Autobahn. Und die Tatsache, dass größere Firmen wesentlich preiswerter produzieren. Busching bleibt dennoch zuversichtlich. „Es sollte uns gelingen, die Firma zu retten, auch wenn hier nicht mehr in solchen Größenordnungen wie früher produziert werden kann.“

Wo früher vom Bleisatz bis zum fertig gedruckten Produkt alles in einem Hause geschah, sind heute – jedenfalls am Standort Wolgast – in allererster Hinsicht mediengestalterische Ideen und kreative Resultate gefragt. Und die wiederum können dann umgesetzt und weltweit gedruckt werden, weiß auch das Führungsduo. „Ich habe die Stunden nicht gezählt, die ich in den zurückliegenden Monaten geweint habe; auch als es jetzt darum ging, dass wir uns von langjährigen und sehr guten Mitarbeitern trennen mussten“, gesteht Antje Lange. Doch man müsse nun wieder vorwärts schauen. Und die Entlassenen würden sich derzeit zum Teil in der Region (Greifswald, Anklam, Friedland) bewerben und womöglich auch unterkommen. Hoffmann-Druck soll jedenfalls nicht geschlossen werden.

„Wir kämpfen“, sagen die Geschäftsführer. Dass dieses Mühen sich lohnt, wünschen sich auch viele Wolgaster und langjährige Kunden der Firma. Etwa die Stadt- und Amtsverwaltung.

„Hoffmann-Druck ist für uns ein ganz wichtiger Partner. Wir haben immer nahezu alles hier fertigen lassen und sind, was Druckaufträge angeht, ganz selten mal fremdgegangen“, berichtet Kultur- und Sport-Fachdienstleiterin Gisela Kretschmer. „Und wir waren mit der Qualität auch stets zufrieden.“ Selbst für die am übernächsten Wochenende anstehenden Hafentage 2016 werben Plakate und Flyer, die wie in den Vorjahren in Wolgast-Mahlzow hergestellt worden sind. „Ich hoffe, es geht weiter. in der Firma steckt ja schließlich auch eine sehr lange, familiäre Tradition“, drückt Kretschmer die Daumen.

Geschäftsführerin Lange bestätigt Informationen, dass es in der Region ambitionierte, zahlungsfähige Interessenten für Hoffmann- Druck gibt. Man schreibe inzwischen wieder schwarze Zahlen. Der Kauf einer elf Meter langen Druckmaschine im Jahr 2011 hatte sich später als Damoklesschwert erwiesen: Zu hohe Kosten bei viel zu vielen Reparaturen.

Kleine Historie

Am 17. April 1839 erhielt Johann Elsner eine Erlaubnis, die Druckerei gründen zu dürfen. Damals war Wolgast ein kleines Städtchen mit etwa 1500 Einwohnern und etlichen Handwerkern.

1889 übernahm der Urgroßvater von Antje Lange die Geschäfte, später dann der Großvater, beide namens Emil Hoffmann. Darauf folgte ihr Vater, Hans-Joachim Ruge.

Und seit 2008 sind Antje Lange und Sebastian Ruge in der betriebswirtschaftlichen Verantwortung.

Im Juni 2014 wurde der 175. Firmengeburtstag mit vielen Kunden, Geschäftsfreunden und Mitarbeitern groß gefeiert.

Steffen Adler

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