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Usedom Hoteliers geben mehr Geld für Flughafen
Vorpommern Usedom Hoteliers geben mehr Geld für Flughafen
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07:27 17.07.2013
Lars Petersen

Endlich wieder gute Nachrichten für den Flughafen Heringsdorf: Die am Fluggeschäft beteiligten Hoteliers wollen dem finanziell angeschlagenen Airport noch mehr unter die Arme greifen als bisher. Die Arbeitsgemeinschaft der Hoteliers am Flughafen Heringsdorf (Arge) plant, eine Erhöhung der Gebühren am Flughafen zu unterstützen. Damit keine Urlauber vergrault werden, sollen die Kosten nicht auf den Ticketpreis draufgeschlagen, sondern von den Unternehmern selbst gezahlt werden. Das geht aus einem internen Schreiben der Arge hervor, das der OSTSEE-ZEITUNG vorliegt. „Wir stehen derzeit noch in Verhandlungen. Bis die abgeschlossen sind, möchte ich das nicht kommentieren“, sagte der Hotelier und Arge-Chef Thilo Naumann gestern. Die an der Arge beteiligten Hotels verkaufen Übernachtungen und Flüge im Paket und verdienen so am Flugeschäft mit.

Die Gebühren am Airport werden beispielsweise für Start und Landung oder das Parken von Flugzeugen über Nacht erhoben. Die Rede ist von einer Erhöhung von fünf Euro für jeden Ein- oder Ausstieg.

Damit das nicht auf Kosten der Urlauber geht, wollen die Hoteliers in ihre eigene Tasche greifen. Derzeit rechnen die Verantwortlichen am Airport mit etwas mehr als 20 000 privaten Fluggästen für 2013. Sollte dieses Niveau auch in Zukunft erhalten bleiben, würde die Erhöhung der Gebühren etwa 100 000 Euro in die Kasse spülen. „Wie viel Geld am Ende wirklich zusammen kommt, hängt vom Flugplan für das nächste Jahr ab“, sagt der Geschäftsführer des Flughafens, Hans-Jürgen Merkle. Die größere finanzielle Unterstützung der Hotels sei auf jeden Fall ein großer Schritt dahin, den Flugbetrieb auch für die kommenden Jahre abzusichern.

Denn der Airport ist dringend auf frisches Geld angewiesen. Der Kreistag des Landkreises Vorpommern-Greifswald hatte im Juni nur knapp zugestimmt, das Fluggeschäft noch einmal mit 158 000 Euro zu unterstützen. Diese Lücke in der Bilanz hatte sich aufgetan, weil der Kreis als alleiniger Gesellschafter seinen jährlichen Zuschuss gesenkt hatte. Statt einer halben Million Euro aus Steuergeldern möchte er zukünftig nur noch die Hälfte berappen.

Auch der Verkauf wird geprüft. Der Kreis sucht derzeit auf Hochtouren nach einem neuen Investor. „Es gibt definitiv einen ernsthaften Interessenten“, sagte der Vizelandrat Jörg Hasselmann (CDU). Den Namen des Geldgebers hält er jedoch noch unter Verschluss. Nach OZ-Informationen soll es sich dabei um eine ausländische Investorengruppe handeln.

Sollte der Airport tatsächlich verkauft werden, müssten die Hoteliers der Arge mit dem Käufer womöglich noch einmal neu über die Gebühren verhandeln. „Es kann schließlich sein, dass der Investor ganz andere Pläne hat“, sagte Hans-Jürgen Merkle.

Zähe Verhandlungen
Die Verhandlungen zwischen der Gemeinde Heringsdorf und dem Landkreis über den Verkauf des Flughafens geraten immer mehr zur Posse. Beide Seiten schieben sich weiter die Schuld dafür zu, dass noch immer keine Einigung über eine gemeinsame Finanzierung des Airports erzielt wurde. Der Vize-Landrat Jörg Hasselmann (CDU) schreibt in einem Brief, welcher der OZ vorliegt: Es sei in Gesprächen mit der Gemeinde Heringsdorf mitgeteilt worden, „dass eine Beschlusslage der Gemeinde zu erfolgen hat, die so aussehen könnte, dass die Gemeinde sich an der Gesellschaft beteiligt, wobei die prozentuale Beteiligung durch die Gemeinde festzulegen ist.“ Einen derartigen Beschluss habe er jedoch bis heute nicht bekommen.

Hintergrund ist, dass der Landkreis Vorpommern-Greifswald als Gesellschafter neue Geldgeber für den Airport sucht. Heringsdorf galt stets als aussichtsreichster Kandidat — ohne dass es bisher zu einem Vertrag kam. Heringsdorfs Bürgermeister Lars Petersen (parteilos) hat für die Aussagen Hasselmanns kein Verständnis. Er sieht nicht sich, sondern den Kreis am Zug. „Wir sind weiterhin interessiert. Wir brauchen aber ein konkretes Angebot mit den Rahmenbedingungen“, sagt er. Durch das Loch im Haushalt der Gemeinde sei ein Kauf ohnehin nicht möglich, sondern lediglich eine Beteiligung am Ausgleich des Defizits.

Neue Landegebühr auf Insel-Airport
65 Prozent der Fluggäste in Heringsdorf buchen laut Arge direkt bei den Hoteliers. Kommt die neue Gebührenordnung so wie derzeit geplant, würden die Tickets für diese Urlauber nicht teurer werden, weil die Hotels die höheren Kosten am Airport für sie übernehmen. Im Jahr 2013 sollen insgesamt mehr als 20 000 private Fluggäste am Insel-Airport abgefertigt werden. Bleibt diese Zahl auch in Zukunft konstant, könnten mit höheren Gebühren 100 000 Euro eingenommen werden.

Alexander Müller

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