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Jeder vierte Azubi besteht Abschluss nicht

Greifswald Jeder vierte Azubi besteht Abschluss nicht

33 Gesellen aus der Region wurden in Greifswald freigesprochen / Betriebe beklagen Mangel an qualifiziertem Nachwuchs

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Herzlichen Glückwunsch! Diese Handwerks-Lehrlinge haben es geschafft. Im Landesmuseum Greifswald bekamen sie am Dienstag ihre Gesellenbriefe.

Quelle: Annemarie Bierstedt

Greifswald. Mit strahlenden Gesichtern nahmen die Männer und Frauen ihre Urkunde und die Blumen entgegen: Am Dienstagnachmittag erhielten sie feierlich ihren Gesellen- und Gesellinnenbrief im Pommerschen Landesmuseum überreicht. Damit haben sie ihre Ausbildung in einem Handwerksberuf erfolgreich abgeschlossen. „Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung. Der heutige Tag ist zugleich das Ende der Lehre und der Anfang eines selbstbestimmten Lebens“, sagte Landrätin Barbara Syrbe die jungen Menschen. „Ab jetzt gehören sie zu den Profis und sind erhoben in den Stand der Handwerksgesellen“, ergänzte Tino Ringhand, Amtsleiter für Wirtschaft und Finanzen der Stadt.

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Drei bzw. dreieinhalb Jahre hatte die Ausbildung in einem traditionellen Handwerk gedauert. Nun standen die fertigen Bäcker, Fleischer, Maurer, Friseurinnen, Maler, Fahrzeuglackierer, Tischler und Kfz-Mechatroniker stolz vor ihren Ausbildern und Eltern. Von den 44 Azubis im Landkreis haben letztendlich 33 ihre Ausbildung bestanden, informierte Franziska Pens, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Greifswald-Vorpommern. „Das sind 75 Prozent und damit ist das Ergebnis durchschnittlich im Vergleich zu den letzten Jahren“, ergänzte sie. Immer noch wählen junge Frauen und Männer ihren späteren Beruf eher geschlechtstypisch aus: So entschieden sich die Mädchen für eine Ausbildung zur Friseurin und die Männer für Berufe wie Maurer, Tischler oder Maler. Es seien kürzlich aber auch schon mal eine Frau dabei gewesen, die Malerin oder Tischlerin geworden sei.

Der Trend der vergangenen zehn Jahre, dass weniger Schulabgänger eine handwerkliche Ausbildung machen, die zugleich ein geringeres Leistungsniveau haben, konnten Helmut Kastner, Mitglied im Kreishandwerkerverband sowie Tischlermeister und Pens bestätigen. „Die Leistungen der Auszubildenden sind eher im Bereich befriedigend“, teilte die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft mit.

„Die, mit den guten und mittelmäßigen Schulleistungen machen alle Abitur und studieren später. Nur die mit geringerem schulischem Wissen machen oftmals eine Ausbildung. Insgesamt sind es viel zu Wenige“, bedauerte Kastner. Die 2700 Handwerksbetriebe im Landkreis haben nach wie vor Schwierigkeiten, Lehrlinge zu finden. Mario Schmidt, Tischler und Verantwortlicher für Auszubildende bestätigte:

„Es ist schwer, gute Lehrlinge zu finden. Wir nehmen oft die, die wir kriegen können.“ Dabei beziehe sich das geringe Leistungsniveau oft nur auf die schulische Vorbildung; praktisch seien alle Auszubildenden gut bis sehr gut, erklärte Kastner. So freute sich Pens beispielsweise über den Bäcker Martin Ram, den Maurer John Lieske und die Friseurin Julia Kopplin, die ihre Fertigkeitsprüfung mit „gut“ bestanden hatten. Steffi Bartels, Inhaberin des gleichnamigen Friseursalon, hatte ihre beiden Auszubildenden Julia Kopplin und Laura Steding gleich übernommen und freute sich: „Die beiden machen super Arbeit.“ Um das Handwerk für junge Menschen wieder attraktiver zu machen, müssten weiter das Image des Handwerkes gefördert, frühzeitig junge Menschen angesprochen und mehr schulische Praktika in Betrieben angeboten werden, verdeutlichte Kastner.

Etwa 70 Gäste waren zur feierlichen Freisprechung der Gesellen im Landesmuseum erschienen. Stolz über die vielen erfolgreich ausgebildeten Handwerker gab ihnen Kastner noch eins mit auf den Weg: „Wir würden uns natürlich wünschen, dass möglichst viele Absolventen in unserer Region bleiben und nicht wegziehen. Unser Land braucht Sie.“

Durchgefallen – und jetzt?

11 Handwerker-Lehrlinge im Kreis, die bei der Gesellenprüfung durchgefallen sind, können bis Februar mit neuem Vertrag in ihrem Ausbildungsbetrieb weiterarbeiten und dann an der nächsten Prüfungsrunde teilnehmen. Nach Erfahrungen der Kreishandwerkerschaft geht der zweite Anlauf meist gut aus.

50 Handwerks-Lehrlinge hatten sich ursprünglich für die Prüfungen angemeldet, 17 sprangen wieder ab. So bekam beispielsweise einer keine Zulassung. Vier wechselten innerhalb des Betriebes den Bereich und fielen aus der Zuständigkeit der Kammer heraus.

Annemarie Bierstedt

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