Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Kampf gegen illegale Ferienhäuser
Vorpommern Usedom Kampf gegen illegale Ferienhäuser
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 28.03.2014
Im Wohngebiet „Salzhorstweg“ in Zinnowitz beschweren sich viele Anwohner über illegale Ferienhäuser. Quelle: Henrik Nitzsche
Zinnowitz

Der Landkreis geht jetzt gegen Vermieter vor, die illegale Ferienhäuser in Zinnowitzer Wohngebieten betreiben. Das geht aus einem Schreiben von Landrätin Barbara Syrbe (Linke) an betroffene Nachbarn hervor. Demnach wurden im Wohngebiet „Salzhorstweg“ mehrere unrechtmäßige Ferienwohnungen festgestellt. Die sind dort nur im Ausnahmefall erlaubt (siehe Infokasten). „In diesen Fällen wurden bereits Verfahren eingeleitet, die zum Teil noch gerichtsanhängig sind“, heißt es in dem Brief der Landrätin. Mögliche Konsequenzen sind Bußgelder oder eine Nutzungsuntersagung.

In den vergangenen Wochen und Monaten hatten sich Zinnowitzer immer wieder bei Gemeinde und Kreis über illegale Ferienwohnungen in ihrer Nachbarschaft beschwert. Einen Beschwerdebrief hatten 41 Bewohner des Wohngebiets „Salzhorstweg“ unterzeichnet. Eine von ihnen ist Barbara Schneider. Vor acht Jahren hat die 72-Jährige ihr Haus im Schlehenweg bezogen. Doch was als Altersruhesitz geplant war, entpuppte sich bald als lärmende Urlaubshochburg. Mit Ferienhäusern, so groß, dass mehrere Fußballmannschaften darin Platz finden. „Ich fühle mich betrogen. Uns wurde damals gesagt, dass das hier ein Wohngebiet werden soll“, sagt Barbara Schneider. Um es zu untermauern, zeigt sie ein Protokoll aus einer Gemeindesitzung von 2003. Darin steht ein Zitat des damaligen Bürgermeisters Wolfgang Krug: „Es ist das Ziel der Gemeinde, eine Wohnbebauung hinzubekommen und keine Urlauberghettos zu entwickeln.“ In den umliegenden Straßen schaufeln die Bagger bereits neue Baugruben aus. Barbara Schneider und ihre Mitstreiter befürchten, dass auch dort wieder Ferienhäuser in die Höhe schießen. „Die Gemeinde muss endlich aktiv werden und etwas dagegen unternehmen“, sagt sie.

So sieht es auch Landrätin Barbara Syrbe. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald könne zwar gegen bereits gebaute Domizile vorgehen. Entscheidend ist aber, solche Häuser gar nicht erst bauen zu lassen — und für diese Kontrolle ist die Gemeinde zuständig. „Für uns ist aber nur schwer erkennbar, ob ein Haus als Wohnsitz oder Ferienwohnung genutzt werden soll“, sagt Kerstin Teske, Chefin des Amtes Usedom Nord. Das funktioniere beispielsweise dann, wenn vor der Baustelle ein Werbeschild hänge. „Oftmals ist im Vorfeld aber von einem gewöhnlichen Wohnhaus die Rede. Die tatsächliche Nutzung sieht dann jedoch ganz anders aus.“

Um zukünftig rechtliche Schlupflöcher zu schließen, soll es in künftigen Wohngebiete keine Ausnahmeregelungen mehr für Urlaubsdomizile geben. Auch die Regeln im Gebiet „Salzhorstweg“, in dem Barbara Schneider wohnt“, sollen geändert werden. Das Ergebnis dieses Verfahrens ist jedoch noch völlig offen.

Regeln für Wohngebiete
In einem reinen Wohngebiet sind weder Ferienhäuser noch Ferienwohnungen zulässig. Es sei denn, es gibt Ausnahmeregelungen wie im Zinnowitzer Gebiet „Salzhorstweg“. Dort darf als Ausnahme eine Wohnung pro Gebäude als Ferienwohnung genutzt werden. Außerdem dürfen ausnahmsweise kleinere Pensionen betrieben werden.



Alexander Müller

Firma stößt an der Kronwiekstraße auf alte Fundamente und Steinlagen.

28.03.2014

Opfer soll der rechten Szene angehören.

28.03.2014

Durch ein 10:7 über den TC Greifswald I in der Tischtennis-Bezirksliga bleibt Blau-Weiß Heringsdorf in der Erfolgsspur. Nach relativ klaren Siegen im Doppel gab es im ersten Einzelblock ein 2:2.

28.03.2014
Anzeige