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Koserower Traditionsgaststätte wieder in jungen Händen

Koserow Koserower Traditionsgaststätte wieder in jungen Händen

Generationswechsel bei Familie Knüppel / Oliver und Julia Knüppel übernehmen die Gastwirtschaft „Tischlein deck dich“ an der Hauptstraße in vierter Generation

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Die Villa Ferienruh an der Koserower Hauptstraße, von der Familie Knüppel um 1900 errichtet. Damals war das im linken Gebäudeflügel vorhandene Ladenlokal an die Kolonialwarenhändlerin Emilie Rathsack vermietet.

Quelle: Fotos: Privatarchiv Familie Knüppel (4), Tom Schröter

Koserow. /Loddin. Schon seit weit über 100 Jahren gehen bei Knüppels in Koserow Seebad-Gäste ein und aus. Jetzt gab es in der rustikalen Traditionsgaststätte den nunmehr vierten Generationswechsel. Regina Knüppel (58), geb. Schmidt, übergab das Geschäft an ihren Sohn Oliver Knüppel (35) und dessen Ehefrau Julia (35). Beide setzen mit dem selben Eifer wie schon die stets geschäftsfreudigen Vorfahren den Betrieb fort.

OZ-Bild

Generationswechsel bei Familie Knüppel / Oliver und Julia Knüppel übernehmen die Gastwirtschaft „Tischlein deck dich“ an der Hauptstraße in vierter Generation

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Für uns ist das nicht einfach nur ein Job. Wir leben für die Gastronomie.“Regina Knüppel,

Inhaberin „Bricklebrit“

Als die Familie um 1900 am Rande ihres Bauernhofs in der damaligen Hauptstraße Nr. 60 im Stil der Bäderarchitektur die Villa Ferienruh errichten ließ, legte sie den

Grundstein für eine erfolgreiche, generationsübergreifende wirtschaftliche Existenz. In der hübschen, nur etwa 300 Meter vom Ostseestrand entfernten Villa Ferienruh befanden sich, neben den Privaträumen, mehrere Gästewohnungen, in die insbesondere Erholung suchende Großstädter einquartiert wurden. Im linken Gebäudeflügel etablierte die Familie ein Ladenlokal, das zeitweise an die Kolonialwarenhändlerin Emilie Rathsack vermietet war.

Mit ihrer massiv aufgeführten Gästevilla sind Knüppels zu den Mitbegründern des Badeortes Koserow zu zählen. Erst kurz zuvor hatte das Dorf in der Nähe der Salzhütten ein Damen- und Herrenbad erhalten. Das Herbergsgeschäft bei den Knüppels ging gut. Oliver Knüppels Urgroßvater, der Kaufmann Hermann Knüppel, Jahrgang 1890, und seine Frau Luise beließen es nicht bei der Vermietung. Luise übernahm die Regie im erwähnten Ladenlokal, um hier nun selbst mit Kurzwaren zu handeln. Bald war hier nahezu alles zu haben – vom Kuh-Nasenring über Zahnpasta und Butter bis hin zu Bonbons und Lutschern – letztere wurden besonders geschätzt.

Mitte der 1920-er Jahre ging Hermann Knüppel daran, in westlicher Richtung in direkter Nachbarschaft zur Villa eine Stehbierhalle in Holzbauweise zu errichten. Hier, wo sich heute eine Tapas-Bar befindet, löschten in den folgenden Jahrzehnten ungezählte Gäste ihre durstigen Kehlen. Ein Bild zeigt den Wirt mit einigen seiner Gäste – ein Sommerfrischler noch in einen Bademantel gehüllt – alle mit einem Frischgezapften.

Nach dem Tod Hermann Knüppels 1944 und der Plünderung der Geschäftsräume nach Kriegsende war das Lokal für mehrere Jahre geschlossen. Anfang der 1950-er Jahre verpachtete Sohn Reinhard, gelernter Kaufmann, den im Erdgeschoss der Villa erweiterten Gaststättentrakt an die Handelsorganisation (HO) Gaststätten. Bis zur Wende 1989 versorgte die HO hier die Urlauber in der Eisdiele Am Achterwasser mit Speiseeis, wobei die Kundschaft die einzelnen Sorten an separaten Ausgabeluken in Empfang nahm.

Im Zuge der Wende fassten Sohn Wolfgang Knüppel und seine Frau Regina – er arbeitete im Koserower Autohaus Hörter, sie in der Straßenmeisterei Zempin – den Entschluss, den Betrieb der Eisdiele in Eigenregie zu übernehmen. 1990/91 folgte der Umbau zum Speiserestaurant, das am 17. August 1991 in Anlehnung an den Familiennamen unter dem Namen „Tischlein deck dich“ den Betrieb aufnahm. Seither kredenzen Knüppels ihren Besuchern in Koserow gutbürgerliche Küche samt frischem Fisch der Saison, während sie in ihrem am 23. Mai 2001 in Loddin eröffneten Restaurant „Bricklebrit“ gern auch ausgefallene Gerichte, wie etwa Zander im Kokosmantel an Mangospalten auf Kirschsauce, offerieren.

2012 brachte Wolfgang Knüppel das Traditionslokal in der Hauptstraße 48 mit einem aufwändigen Umbau auf den neuesten Stand, wobei großer Wert auf ein märchenhaftes Ambiente und urige Gastlichkeit gelegt wurde. Spätestens als Wolfgang Knüppel im Frühjahr 2016 starb, stellte sich die Nachfolgefrage. Sohn Oliver, der im Heringsdorfer Hotel Oasis Koch gelernt hat, und seine Frau Julia, geb. Gotter, nehmen in vierter Generation die Herausforderung gerne an. „Für uns ist das nicht einfach nur ein Job. Wir leben für die Gastronomie. Wir haben Spaß daran“, sagt Regina Knüppel, Inhaberin des Bricklebrit. Die große Anzahl der Stammkunden, denen in Koserow seit 25 Jahren das Tischlein gedeckt wird, gibt ihr wohl recht.

Tom Schröter

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