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Usedom Kostendruck: Landkreis will Straßen loswerden
Vorpommern Usedom Kostendruck: Landkreis will Straßen loswerden
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03:27 14.09.2013

Der finanziell klamme Landkreis Vorpommern-Greifswald will sich von einem Teil seiner Straßen trennen und so Unterhaltungskosten sparen. Das Überprüfen der Einstufung der Kreisstraßen ist Bestandteil des Haushaltssicherungskonzepts. Im Ergebnis stellte das Bauamt jetzt fest, dass „für 152,9 Kilometer Kreisstraßen eine Abstufung zur Gemeindestraße geboten erscheint“.

Hinzu kommen 52,7 Kilometer, die zu Landesstraßen heraufgestuft werden sollen.

Vorpommern-Greifswald nennt insgesamt 822 Kilometer Straßen sein Eigen, was vergleichsweise viel ist. Laut Information des Sachgebietsleiters Hoch- und Tiefbau, Jörg Hagedorn, verfügen die sechs Landkreise in MV durchschnittlich nur über 690 Kilometer Kreisstraßen. An der Spitze rangiere der Kreis Mecklenburgische Seenplatte mit 1008 Kilometern, während Vorpommern-Rügen mit 329 Kilometer den letzten Platz belege.

Um ihren Anteil zu drücken, wirbt die hiesige Kreisverwaltung bei den Kommunen um eine Übernahme von Kreisstraßen in ihre Obhut. Der Erfolg ist bescheiden. Die Stadt Lassan etwa sollte gemäß dem Verwaltungswunsch die 3,22 Kilometer lange Zufahrtsstraße nach Pulow übernehmen. „Wir haben das abgelehnt“, sagt Bürgermeister Fred Gransow (CDU) mit Verweis auf die marode Fahrbahn. „Der Zustand der Straße ist katastrophal. Da sind keine Löcher, sondern Krater drin.“

Auch die Stadt Wolgast hat sich mit einem Übernahmewunsch zu befassen. Hier geht es um die Kreisstraße von der Bundesstraße 111 nach Buddenhagen und einen sich anschließenden Abschnitt in Richtung Wahlendow. „Wir halten es für zumutbar, dass die Gemeinde die Verantwortung für diese Straße übernimmt“, so Hagedorn. „Die Straße hat außer für den Ort Buddenhagen keine größere Bedeutung.“ Die 1995 neu ausgebaute Fahrbahn zwischen der B 111 und dem Ort ist in relativ guter Verfassung. Trotzdem knüpfen die Hohendorfer Ortsteilvertreter ein mögliches Ja zu einer Abstufung an Bedingungen. Der Landkreis solle der Stadt den finanziellen Ausgleich zahlen, der nötig wäre, um die 2,35 Kilometer lange Straße in den Neubauzustand zu versetzen.

Wie Stefan Weigler (parteilos), Wolgaster Bürgermeister und Kreistagsabgeordneter, mitteilt, „haben bisher alle angeschriebenen Gemeinden eine Übernahme von Kreisstraßen abgelehnt“. Das letzte Wort ist damit jedoch nicht gesprochen. Sachgebietsleiter Hagedorn erklärt: „Der Kreis wird die Argumente der Gemeinden prüfen. Sofern entschieden wird, trotz der ablehnenden Haltung der Gemeinden eine Abstufung zu beantragen, entscheidet letztlich das Land, ob eine Straße abgestuft wird. Der Kreis kann ohnehin eine Abstufung nicht beschließen, sondern lediglich beim Land beantragen.“ Die aktuelle Einstufung der Kreis- straßen stammt aus dem Jahr 1994.

Aufstellung einiger möglicher abzustufender Kreisstraßen

Abschnitt Länge (Meter)

Bundesstraße 111 — Buddenhagen 2346

Buddenhagen — Gemarkung Wahlendow 1597

Lubmin — Wusterhusen 2103

Katzow — Netzeband 1642

Mölschow — Zecherin 1607

Lassan — Pulow 3219

Krienke — Morgenitz — Mellenthin 5440

Bundesstraße 111 — Stoben — Benz — Labömitz 4327

Bansin — Sallenthin — Sellin 2270

Heringsdorf — Gothen 2216

Bundesstraße 110 — Kachlin 377

OVP 44 — Welzin 1685

Bundesstraße 110 — Gellenthin 1385

Pritzwald — Lodmannshagen — Landesstraße 26 5880

Bundesstraße 109 — Guest 1854

Landesstraße 35 — Potthagen 1850

Erbe aus Ostvorpommern
822 Kilometer lang ist das Kreisstraßennetz im Landkreis Vorpommern-Greifswald. 484 Kilometer brachte der Kreis Ostvorpommern, 104 Kilometer der Kreis Demmin und 234 Kilometer der Kreis Uecker-Randow ein.

54 Abschnitte von Kreisstraßen mit einer Gesamtlänge von 205,6 Kilometer sollen hinsichtlich Einstufung überprüft werden. Davon entfallen 152,9 Kilometer auf mögliche Abstufungen zu Gemeindestraßen und 52,7 Kilometer auf mögliche Aufstufungen zu Landesstraßen.

Tom Schröter

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