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Langjähriger Reeder befürchtet wirtschaftliches Aus

Ückeritz Langjähriger Reeder befürchtet wirtschaftliches Aus

Hartmut Wolf soll künftig anderen Vertragsbedingungen unterworfen werden/ Süd-Amt und Gemeinde befürchten anderenfalls Rückforderung von Landes-Zuschüssen

Ückeritz. Grenzenlos wolkenloser Himmel über der Ferieninsel. Nur über Ückeritz braut sich eine neue Gewitterfront zusammen. Zwar versuchen die Offiziellen des Bernsteinbades, den Ball zunächst möglichst flach zu halten. Doch Hartmut Wolf, Inhaber der gleichnamigen Personenschifffahrt, sieht rot: „Wenn das wahr wird, was man mir bisher gesagt hat, kann ich hinschmeißen. Dann ist mein Unternehmen am Ende.“

Stein des Anstoßes ist die avisierte Kündigung seines Dauerliegeplatzes im Hafen von Stagnieß. Den soll er mit Auslaufen des diesjährigen Mietvertrages verlassen und das Fahrgastschiff „Jessica“

künftig an der Ein- bzw. Ausfahrt des Wasserwanderrastplatzes festmachen, um auch anderen Wettbewerbern (die es nach Auskunft von Kurdirektorin Ulrike Förster allerdings bislang nicht geben soll) das An- und Ablegen zum Zwecke der Personenschifffahrt zu ermöglichen. Anderenfalls drohen dem Bernsteinbad Sanktionen. Denn im Süd-Amt der Insel ist man jetzt darauf gestoßen, dass im Kleingedruckten des Zuwendungsbescheides vom Landesförderinstitut (LFI), der vom September 2012 (!) datiert, auf Wettbewerbs- und Chancengleichheit gedrängt wird.

René Bergmann, Leitender Verwaltungsbeamter, dazu: „Wir haben geprüft und festgestellt, dass der Vertrag zur tatsächlichen Hafennutzung nicht den Förderbedingungen entspricht.“ Daher drohe der Gemeinde Ungemach in Form zurückzuzahlender Fördergelder. Bergmanns Empfehlung: Im zuständigen Ausschuss für Tourismus und Eigenbetrieb solle die Sache erörtert werden. Ziel müsse es sein; eine Gebühren- /Entgeltregelung zu erarbeiten, die „die Nutzung des Fahrgastanlegers an der Anzahl der An- und Ablegemanöver sowie der zu- und absteigenden Passagiere regelt und das dauerhafte Liegen von Fahrgastschiffen ausschließt.“ Der Ausschuss soll diesem Anliegen inzwischen gefolgt sein.

Hartmut Wolf ist hingegen entsetzt. Ihn würde die neue Verfahrensweise, er spricht von „Kopfgeld“, so teuer kommen, dass die Insolvenz droht. „Denn zum einen lasten auf allen meinen drei Schiffen hohe Kredite. Und zum anderen gleiche ich mit den Einnahmen durch die ’Jessica’ Defizite der beiden anderen Schiffe aus.“ Er interpretiert den willkürlich gewählten Zeitpunkt für Veränderungen als politischen Affront gegen ihn, der im Gemeinderat zur nur dreiköpfigen Opposition zählt. Weil er mutmaßt, er solle womöglich mundtot gemacht werden, hat er sich bereits an das Wirtschaftsministerium und das LFI gewendet und einen Anwalt mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt. „Kampflos gebe ich nicht auf; es geht um meine Existenz, die meiner Familie und um 15 angestellte Mitarbeiter“, kündigt er Widerstand an.

Auf einen detaillierten OZ-Fragenkatalog an den Bürgermeister und die Kurdirektorin hat lediglich Ulrike Förster mit einer lapidaren Antwort reagiert. Darin heißt es sinngemäß, dass die Gemeinde die touristischen Angebote Wolfs, der auch ein guter Gewerbesteuerzahler ist, sehr schätze. Bei der Suche nach einer Lösung, die dem Reeder und den LFI-Vorhaben entspricht, sei man momentan in der Diskussion und Beschlussvorbereitung. Eine „besondere Brisanz“ liege freilich in der Tatsache, dass Wolf zugleich Gemeindevertreter ist.

René Bergmann warnt vor voreiligen Beschlüssen. Er lässt momentan unter anderem prüfen, ob die gegenüber dem jetzigen Liegeplatz Wolfs vorhandenen Dalben das Festmachen eines weiteren Schiffes erlauben. Die „Jessica“ in der Zufahrt ankern zu lassen, wie die Kurdirektorin es vorgeschlagen hat, sei hingegen völliger Unsinn, weil strikt verboten.

Steffen Adler

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