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Lürßen warnt vor Rot-Rot-Grün im Bund

Wolgast Lürßen warnt vor Rot-Rot-Grün im Bund

Der Eigner der Peene-Werft glaubt, dass mit der Bundestagswahl auch ein Milliardenauftrag auf dem Spiel steht.

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Sektionen im Bau: 2014 bzw 2015 sollen die beiden Vorschiffe für die Fregatten 3 und 4 der Deutschen Bundesmarine abgeliefert werden.

Wolgast. Der neue Eigner der Peene-Werft, Friedrich Lürßen, hofft bei der Bundestagswahl in drei Wochen, dass die Grünen nicht mit ans Ruder kommen. Wenn das geschähe, sagte er gestern in Wolgast, sieht er einen milliardenschweren Großauftrag mit Saudi-Arabien über den Bau von insgesamt 100 größeren und kleineren Küstenwachschiffen den sprichwörtlichen Bach hinuntergehen.

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Sektionen im Bau: 2014 bzw 2015 sollen die beiden Vorschiffe für die Fregatten 3 und 4 der Deutschen Bundesmarine abgeliefert werden.

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„Wenn wir im Bund eine rot- rot-grüne Regierung bekommen, glaube ich nicht, dass wir den Exportauftrag kriegen.“

Der Auftrag sieht den Bau von 30 jeweils 40 Meter langen Grenzschutzbooten aus Stahl mit kleinkalibriger Bewaffnung sowie 70 kleineren, 15 Meter langen Booten aus Kunststoff vor; letztere sollen „zugekauft“ werden. Der Werftstandort Wolgast würde vom Auftrag profitieren. „Die Verhandlungen zwischen uns und dem saudischen Innenministerium sind noch nicht abgeschlossen. Wir hoffen auf eine Entscheidung bis zum Jahresende“, so Lürßen. Und mit wir meint der Werfteigner auch die Wolgaster Belegschaft.

Aktuell sind auf der Peene-Werft 240 Mitarbeiter tätig, von denen knapp 80 im Stammwerk in Bremen arbeiten. Hinzu kommen 55 Auszubildende. 360 Mitarbeiter hatte Eigner Friedrich Lürßen beim Werftkauf zugesichert. „Die werden auch eingestellt“, ist sich Jürgen Popp, Vorsitzender der Belegschaftsvertretung sicher. „Die vorherigen Chefs von P+S haben Arbeitsplätze vernichtet, Lürßen schafft welche“, redet er Klartext und zeigt in die Schiffbauhalle, wo seit Juni der Bau der Vorschiffe für die deutschen Fregatten 3 und 4 der Klasse F125 im Gange ist. Derzeit wird an der Fertigung mehrerer Sektionen gearbeitet.

Davon überzeugte sich Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) gestern beim Werftrundgang. Der Regierungschef nahm symbolisch ein neues Brennschneidzentrum für 500 000 Euro in Betrieb, in welchem die Stahl- und Aluminiumplatten für den Sektionsbau zugeschnitten werden. Es ist nach Werftangaben die längste Anlage dieser Art in Europa, der Brenntisch ist 50 Meter lang. „Die alte Anlage stand in einer Halle in der Nähe des Stadthafens, die nicht mitgekauft wurde“, so Michael Alpers, Leiter Infrastruktur auf der Werft. „Ein Umbau wäre unwirtschaftlich gewesen. Zudem ist die neue Anlage zu 100 Prozent mit den Anlagen im Bremer Stammwerk kompatibel.“

Laut Friedrich Lürßen sollen die beiden jeweils 70 Meter langen Vorschiffe für die Fregatten 3 und 4 in den Jahren 2014 bzw. 2015 abgeliefert werden. Die Peenewerker waren bereits in der Vergangenheit am Bau der Vorschiffe für die Fregatten 1 und 2 beteiligt und kooperierten dabei mit einer Arbeitsgemeinschaft, an der die Lürssen- Gruppe beteiligt war. „Wir wussten, dass hier qualifizierte Arbeitskräfte vorhanden sind“, schildert Friedrich Lürßen. Im Zuge der Einstellung der Mitarbeiter, die fast ausschließlich vorher bei P+S tätig waren, „haben sich die Kollegen wunderbar integriert“.

Geschäftsführer Rainer Kadow ist für den Reparaturbereich zuständig. Er betont, dass in Wolgast wieder Spezialschiffbau höchster Qualität betrieben werde. Der Mann weiß, wovon er spricht: Am 1.

September hat er das 47. Arbeitsjahr auf der Peene-Werft vollendet und ist mit seinen 63 Jahren damit der erfahrenste Mitarbeiter.

Die Peene-Werft
500 000 Euro investiert Lürssen in die neue Brennschneidanlage auf der Peene-Werft. Sie ist nach Angaben der Geschäftsführung die längste ihrer Art in Europa. Allein der Brenntisch ist 50 Meter lang.

240 Mitarbeiter hat Lürssen auf der Werft bislang angestellt. 80 der Beschäftigten arbeiten derzeit noch in Bremen und fahren an jedem Sonntagabend mit zwei Bussen dorthin. Außerdem führt die Bremer Lürssen-Gruppe die Ausbildung aller 55 Lehrlinge fort.

 

Tom Schröter und Cornelia Meerkatz

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