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Millionen-Bau geplatzt: Kein Luxushotel in Karlshagen

Karlshagen Millionen-Bau geplatzt: Kein Luxushotel in Karlshagen

Investor begründet Rückzug mit Grundstückspreis / Gemeinde plant im nächsten Jahr Geld für Straßenbau und Campingplatz ein

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Karlshagen. . Die Bebauung eines Filetstücks im Ostseebad könnte sich zu einer unendlichen Geschichte entwickeln. Es geht um das Grundstück an der Strandstraße/Ecke Dünenstraße. Für rund 35 Millionen Euro wollte das Unternehmen „Privat Palace Hotel & Resort“ dort ein Luxushotel mit 200 Betten bauen. Ergänzt werden sollte das Projekt durch einen großzügigen Spa- und Wellnessbereich.

OZ-Bild

Investor begründet Rückzug mit Grundstückspreis / Gemeinde plant im nächsten Jahr Geld für Straßenbau und Campingplatz ein

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Nun scheint das Vorhaben, wie schon mehrere Projekte zuvor, geplatzt: „Von der interessierten Gesellschaft haben wir leider nichts mehr gehört“, sagte Karlshagens Bürgermeister Christian Höhn (WIK) in der jüngsten Einwohnerversammlung zum Standort. Es gebe zwar eine neue Vorstellung, was dort passieren soll. „Doch es fehlt noch der Investor“, so Höhn. Dass die Firma mit Sitz auf Malta das Ostseebad Karlshagen nicht mehr an erster Stelle auf dem Zettel hat, bestätigt Gino Leonhard, Geschäftsführer von Private Palace. „Als sich der Grundstückspreis plötzlich verdoppelt hatte, waren wir schon ziemlich erschrocken und haben nicht weiter das Gespräch gesucht“, nennt Leonhard den Grund für die Zurückhaltung seines Unternehmens. „Das passte nicht mehr in unsere Kalkulation. Deshalb haben unsere Gesellschafter andere Prioritäten gesetzt und Projekte in Ungarn und Marokko forciert“, sagt Leonhard.

Die gut 8000 Quadratmeter große Fläche nahe der Promenade kostet 190 Euro je Quadratmeter. Der Preis richte sich nach der neuen Bodenrichtwertkarte für 2015, hieß es aus der Amtsverwaltung. Private Palace war noch von 130 Euro je Quadratmeter ausgegangen. Die Gemeinde hätte bei einem Grundstücksverkauf somit knapp eine halbe Million Euro mehr in der Kasse gehabt.

Das Geld fehlt zwar im Haushalt für das kommende Jahr, dennoch wollen die Karlshagener 2017 weiter in die touristische Infrastruktur investieren, wie Höhn betonte. Der Etat soll im Januar 2017 beschlossen werden. Rund 700 000 Euro stehen zur Verfügung. „Wir planen den Ausbau der Hafenstraße oder der Straße der Freundschaft. Den Umbau des Wirtschaftshofes haben wir auf der Agenda, ebenso die Sanierung des Sanitärgebäudes 1 auf dem Campingplatz“, so der Bürgermeister, der für die Kommune das „Sparsamkeitsprinzip“ ausgibt. „Rechnet man die Schulden auf den Einwohner um, so trägt jeder die Last von 915 Euro.“ Knapp 3200 Einwohner zählt Karlshagen gegenwärtig.

Beschäftigen wollen sich die Karlshagener im nächsten Jahr mit der Aussichtsplattform und dem Weg auf der Düne. „Die Kosten dürfen 1,8 Millionen Euro aber nicht übersteigen, deshalb gibt es da noch Diskussionsbedarf.“

Als Schwerpunkt im Amtsbereich gibt Höhn den Ausbau eines küstennahen Radweges von Zinnowitz über Trassenheide nach Karlshagen mit einer Schwarzdecke aus. Im Eigenbetrieb Tourismus liegt der Fokus 2017 auf der Vorbereitung der Planung für die Hafensanierung und dem Wasserwanderrastplatz für Kanuten.

Henrik Nitzsche

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