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Mit roter Mappe zur Strandsprechstunde

Heringsdorf Mit roter Mappe zur Strandsprechstunde

Beim zweiten OZ-Strandtreff mit dem Kurdirektor der Kaiserbäder stand Thomas Heilmann in Heringsdorf Rede und Antwort

Heringsdorf. Gut, dass Thomas Heilmann über Jahre den Bauausschuss der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf geleitet hat. Denn unerwartet dominierten gestern Bauangelegenheiten den zweiten OZ-Strand-Treff in den Kaiserbädern. Und die Fragen der Gäste, zumeist Zweitwohnungsbesitzer in Heringsdorf, bezogen sich auch auf Bansin und Ahlbeck.

Andrea Eisenbarth (50) besitzt eine Ferienwohnung in der Maxim-Gorki-Straße. „Wir Anlieger bedauern die Entwicklung in unserer Nachbarschaft. Es fehlte wohl einfach ein B-Plan. Müssen wir noch mit weiteren Bausünden rechnen?“, wollte sie wissen. Heilmann beruhigte die Berlinerin mit der Ankündigung, es werde keinen Wildwuchs mehr geben.

Kristine Gerber (59) aus Berlin vermisst in Heringsdorf Parkgelegenheiten für Kurzzeitparker während des Einkaufs. Andere wollten wissen, welche Pläne es zum EKZ gibt, woraufhin der Kurdirektor über den kürzlichen Eigentümerwechsel berichtete: „Ich glaube, in den nächsten zwei Jahren passiert hier nichts.“

Brigitta Freitag (Heringsdorf) machte auf ein Problem vor der Sparkasse aufmerksam, wo ständig Poller zerstört würden. Rüdiger Franzke (Neu Sallenthin) ermutigte die Gemeinde, bei der Straßenausbau- und -Reinigungssatzung durchzugreifen und Anlieger entsprechend deren Regelungen stärker in die Pflicht zur Säuberung zu nehmen. Außerdem beglückwünscht er Heringsdorf zur Kooperation mit den polnischen Nachbarn bei der Überplanung des Brachlandes auf dem früheren Grenzstreifen. Franzke freute sich, von Heilmann zu hören, dass dabei die Ideen der Einwohner in Workshops gefragt sind. Ein Gast aus Schwedt machte seinen Unmut über die Gestaltung des Bansiner Hotel „Kaiserstrand“ Luft, dem Heilmann beipflichtete. Anders als vom Investor behauptet, wäre seines Erachtens nach eine historisierende Bebauung durchaus möglich gewesen. Darin habe ihn kürzlich der Architekt des Berliner Schlosses bestärkt. „Man muss das Vorhaben nur richtig begründen“, so Heilmann. Die über ihr Zweitzuhause gut informierten Gäste erkundigten sich außerdem noch über die Sachstände zur Erdgasförderung und Hafenplanung, zu denen der Kurdirektor keine Neuigkeiten verkündete.

Dann kamen endlich doch noch touristische Fragen, für die die Strandsprechstunde eigentlich gedacht war. Barbara (77) und Jürgen (88) Bartkowski, die seit einem Jahr wieder in ihrer alten Heimat in Heringsdorf leben, kamen mit einer roten Mappe unter dem Arm an den Strand und übergaben das darin liegende Schriftstück, „damit nichts vergessen wird“, so ihre Begründung.

Das Paar vermisst eine intakte Absperrung der Düne. „Seit deren Beseitigung wird die Düne als Kindertoilette und Entleerungsstelle für Nachttöpfe missbraucht“, hat es beobachtet. Außerdem beklagt es, dass manche Gäste beim Aufstellen ihrer Strandmuscheln keinen ausreichenden Abstand zu den Körben lassen. „Manche Gäste sind echt unvernünftig. Lässt sich da nicht etwas machen, vielleicht mit Plakaten?“, wandten sich Bartkowskis an Heilmann. Ihr Vorschlag: getrennte Strandbereiche und regelmäßigere Kontrollen auf Sauberkeit. „Wenn das zu viel Geld kosten sollte, müssen Sie eben Prioritäten setzen.“ Der Kurdirektor gab zur Antwort, dass die Strandordnung überarbeitet werde und die angesprochenen Punkte dabei diskutiert werden. „Wir haben zuletzt in Malente (SH) gelebt und waren oft an der Ostsee. Da war zu beobachten, dass der Ort durch Nichteingreifen eine gute Klientel verlor“, so der 88-Jährige. „Es sind doch immer die Unvernünftigen, die alles kaputt machen“, sagte er, während am Wassersaum ein Radfahrer mit zwei Hunden vorbeikam, einer nicht angeleint. „Das ist ein ewiges Problem, selbst direkt am Hundestrand“, sagte Heilmann. Viele Hundehalter würden annehmen, dass sie ihre Vierbeiner am Hundestrand frei laufen lassen könnten. Doch dem sei nicht so, auch hier gelte Leinenzwang, sagte der Kurdirektor.

Charlotte Eisenbarth (12) beklagte den Diebstahl ihres Fahrrades aus der Tiefgarage. „Was soll ich tun?“ Heilmann: „Da hilft nur die Anzeige bei Polizei und Versicherung. Mir hat mal ein Polizist gesagt, zwei Prozent der Bevölkerung sei kriminell. Das ist bei uns leider nicht anders. Mir wurden schon zehn Räder gestohlen.“ Auf die Frage der Zwölfjährigen nach einem Kino antwortete er, dass am Standort des HdE in Ahlbeck zwei Kinos geplant seien und es weitere Sportstrände geben werde.

Zuletzt gab es noch ein Lob.Peter Lerche (68) aus Luckenwalde ist Stammgast in Heringsdorf und lobt die Veranstaltungen. „Das macht ihr richtig gut. Weiter so!“

Doch dann holte er noch einmal Luft und berichtet, dass er kürzlich im Österreich-Urlaub in Kärnten gewesen sei. „Das hat mich doch tatsächlich jemand gefragt, ob denn das hässliche Haus in Bansin fertig ist. Ist das nicht traurig?“

Angelika Gutsche

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