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Neues Containerterminal soll weiteren Strand kosten

Swinemünde Neues Containerterminal soll weiteren Strand kosten

Einwohner Ostswines (Warszów) protestieren gegen noch mehr Industrie / Sie befürchten, dass weitere Investitionen in die Hafenwirtschaft den Tourismus gefährden

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Direkt vor dem Stadtamt demonstrierten die Swinemünder gegen noch mehr Industrie vor ihrer Haustür.

Quelle: Radek Jagielski

Swinemünde. Eine Gruppe der Einwohner des auf der Wolliner Uferseite gelegenen Stadtteils von Swinemünde hat jetzt friedlich vor dem Stadtamt gegen die Baupläne eines Containerterminals in ihrer Nachbarschaft protestiert. Auf Transparenten waren Slogans „Weg mit Beton“ oder „Wir wollen den Strand nicht hinter dem Zaun betrachten“ zu lesen.

Die Investition wird auf jeden Fall die Entwicklung der Fahrradroute R-10 verhindern.“Boguslaw Mazur, Gegner

Zu den Demonstranten gesellte sich die Vorsitzende des Stadtrates Joanna Agatowska, die kurz mit den Organisatoren der Aktion sprach. Präsident Janusz Zmurkiewicz kündigte ein Referendum in dieser Angelegenheit an.

Die Baupläne eines Containerterminals in Swinemünde wecken viele Emotionen. Die Bewohner des östlichen Uferteils der Stadt wollen nichts darüber hören. Wie sie sagen, ist ihnen der Staub und Gestank aus dem Handelshafen lästig genug. „Die gesamte Mendeleev-Tabelle (Periodensystem der Elemente – d.Red.) soll zusammen mit den Containern importiert werden. Wir wollen das nicht 400 Meter von unseren Häusern. Wenn man Wald- oder Strandbereiche betoniert, werden sie nie wieder belebt werden können“, sagte eine der protestierenden Frauen. Boguslaw Mazur, Vertreter des Vereins Rechtsufer von Swinemünde, hatte den Protest organisiert. Er betont, dass der Containerterminal den Untergang für den Tourismus bedeutet.

„Die Investition wird auf jeden Fall die Entwicklung der Fahrradroute R-10 verhindern. Sollen Touristen im Slalom zwischen Lkw fahren? Sie werden lieber in den Urlaub fahren, wo sie sich sicher fühlen und wo sie ihren sportlichen Leidenschaften nachgehen können“, argumentiert Mazur.

Inzwischen wandte sich das Ministerium für Maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt an den Präsidenten von Swinemünde, mit der Bitte um eine Stellungnahme zum Vorschlag der Erweiterung der Hafengrenze. Konkret geht es um die Verlegung der Hafengrenze vom Stadtteil Warszów (Ostswine) ab dem LNG-Terminal in Richtung Misdroy. Es sind etwa zwei Kilometer Strand. Dort würde der Containerterminal entstehen. Nach vorläufigen Schätzungen würde der Bau etwa zwei Milliarden Zloty kosten. Die Umschlagskapazität des Terminals würde bei 1,5 Millionen TEU (Twenty-foot Equivalent Unit) pro Jahr liegen.

„Investitionen in die Hafeninfrastruktur und Zugangsinfrastruktur zu den Häfen vom Land und der See, ermöglichen ihre Entwicklung und locken dadurch in die polnischen Seehäfen private, darunter auch ausländische Unternehmer an“, antwortet den Terminalgegnern Monika Niemiec-Butryn, stellvertretende Direktorin des Departements für Maritime Wirtschaft.

Die Vertreterin des Ministeriums betont, dass die Ausarbeitung eines Plans und die Projektdurchführung beim Investor liegt, der verpflichtet ist, Gesetze einzuhalten. Einer der kritischen Punkte im Investitionsprozess ist die Berücksichtigung der Umweltvorschriften, einschließlich des Schutzes von Natura 2000. Die Demonstranten misstrauen diesen Versicherungen.

Der Antrag auf eine Ausschreibung des Referendums wird wahrscheinlich auf der Oktobersitzung des Swinemünder Stadtrates besprochen. Früheren Aussagen einzelner Stadträte lassen erwarten, dass die Mehrheit gegen das Containerterminal ist. Es gibt allerdings auch Befürworter unter den Stadträten, die Vorteile einer solchen Investition sehen. Ohne Änderung des örtlichen Bebauungsplans kann der Hafen nicht entstehen können.

Radek Jagielski

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