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Ruden: Rätselraten über abkassierte Einnahmen

Insel Ruden Ruden: Rätselraten über abkassierte Einnahmen

Fahrgastschiffer Wolf: Ich musste seit 2009 einen Euro pro Fahrgast bezahlen / Kröslins Bürgermeister Dinse: Ich kann nicht sagen, in welche Kanäle das Geld geflossen ist

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Insel Ruden. Fahrgastschiffer Hartmut Wolf ist sauer. Dass das Anlegen im Hafen auf der Insel Ruden bis auf weiteres nicht mehr möglich ist, bedeutet für ihn einen herben finanziellen Einschnitt. „In der Saison von Ostern bis Oktober fuhr ich seit Jahren vier Mal pro Woche von Karlshagen zur Insel Ruden. Für mein Fahrgastschiff ,Astor‘ war dies die Haupteinnahmequelle“, sagt Wolf, Inhaber der Ückeritzer Personenschifffahrt. Bis zu 50 Personen habe er pro Tour zum idyllischen Eiland im Greifswalder Bodden übergesetzt. Damit ist es nun vorbei.

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Fahrgastschiffer Wolf: Ich musste seit 2009 einen Euro pro Fahrgast bezahlen / Kröslins Bürgermeister Dinse: Ich kann nicht sagen, in welche Kanäle das Geld geflossen ist

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Auch Andreas Neumann von der Apollo Reederei Peenemünde bedauert die von der Gemeinde Kröslin verfügte Schließung. Für den Hafen der Insel, so begründete die Kommune den Schritt, bestehe momentan keine Betriebsgenehmigung. Und angesichts der maroden Anlagen sei außerdem die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet. Die Apollo Reederei verkehrte ab Peenemünde mit der „Seeadler“ regelmäßig zum Ruden. Auch ihr ging nun eine lukrative Fahrtroute verloren.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) GmbH ist Eigentümerin der Insel Ruden. DBU-Prokurist Josef Feldmann gab vor einiger Zeit die Kosten für die Hafensanierung mit insgesamt etwa zwei Millionen Euro an und erklärte, dass die Stiftung dieses Vorhaben unmöglich allein stemmen könne. Fahrgastschiffer Wolf hat hierzu einen Vorschlag. „Da die Insel auch touristisch genutzt wird, ist eine hohe öffentliche Förderung der Sanierungskosten möglich“, betont er. Der finanzielle Eigenanteil dürfte eigentlich auch kein Problem sein. Denn: „Bis zum Jahr 2009 musste ich pro Ruden-Fahrgast eine Gebühr von 50 Cent und danach jeweils einen Euro an den Insel-Betreuer zahlen“, berichtet er. Bei jährlich etwa 5000 Fahrgästen, die allein mit der „Astor“ zum Ruden gelangt seien, sollte da im Laufe der Zeit ein erheblicher Geldbetrag zusammengekommen sein.

Gern würde Wolf wissen, wo diese Einnahmen geblieben sind. Ebenso wie Holger Dinse, Bürgermeister der Gemeinde Kröslin, die, da der Ruden in deren Gemarkungsgrenzen liegt, Hafenbehörde für das Eiland ist. „Ich kann auch nicht sagen, in welche Kanäle dieses Geld geflossen ist, denn als Gemeinde wurden wir darüber nicht in Kenntnis gesetzt“, sagt Dinse. Gemeinsam mit dem Verein Jordsand, der seit Anfang 2016 im Auftrag der DBU die Insel aus Sicht des Naturschutzes betreut, werde unter anderem diese Angelegenheit derzeit aufgearbeitet, informiert der Bürgermeister. Auch sei zum Beispiel zu klären, wo sich jene Feuerwehrtechnik befindet, die die Gemeinde vor langer Zeit auf dem Ruden stationiert habe, wer künftig den Hafen betreibt und vieles mehr.

Parallel dazu bemüht sich die Apollo Reederei um eine Kooperation mit dem Verein Jordsand. Dieser betreut seit langem die Nachbarinsel Greifswalder Oie und erhält logistische Unterstützung von der Reederei, die zum Beispiel Lebensmittel, Diesel und Tierfutter zur Oie bringt. „Eine ähnliche Zusammenarbeit streben wir mit dem Verein auch auf dem Ruden an“, sagt Reederei-Mitarbeiter Neumann.

Fernziel sei es, dass der Ruden zur Saison 2017 auch touristisch wieder genutzt werden kann.

Von Tom Schröter

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