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Usedom Schiffbauer blockieren Hafenzufahrt
Vorpommern Usedom Schiffbauer blockieren Hafenzufahrt
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03:51 10.09.2013
Werftarbeiter protestierten vergangene Woche an einem Kreisel bei Swinemünde und blockierten damit die Hauptzufahrt zum Hafen. Quelle: privat
Swinemünde

Werftarbeiter legen Verkehr lahm: Um gegen die Fusion der Seereparaturwerft in Swinemünde mit der Stettiner Werft „Gryfia“ zu protestieren, haben Mitarbeiter in der vergangenen Woche den Kreisverkehr in Lunowo bei Swinemünde — die Hauptzufahrtstraße zum Hafen — blockiert. „Die Konsolidierung tötet die Werft“ und „Hände weg von der Seewerft!“ lauteten die Parolen der Arbeiter, die auch von Vertretern der Stadtverwaltung und einigen Ratsleuten unterstützt wurden. Unter ihnen waren auch einige Parlamentarier. Insgesamt waren mehr als 100 Menschen am Protest beteiligt.

„Die an der Spitze tun was sie wollen. Zuerst haben sie ,Gryfia‘ zerstört und jetzt wollen sie mit uns das Gleiche tun. Ich war selbst darüber überrascht, dass uns so viele Menschen unterstützt haben“, sagt Stanislaw Kubera, Vorsitzender vom Freien Gewerkschaftsbund der Seereparaturwerft in Swinemünde.

Während eines Referendums waren 98 Prozent der Werftarbeiter in Swinemünde gegen die Fusion. Sie befürchten, dass sie nach der Konsolidierung ihre Arbeitsplätze verlieren. Unterdessen hat die Hauptversammlung der Aktionäre von „Gryfia“ Anfang September der Fusion beider Unternehmen zugestimmt. Die Konsolidierung setzt voraus, dass alle Vermögenswerte von der Seereparaturwerft zur „Gryfia“

übertragen werden. Auf diese Weise entsteht ein neues Unternehmen mit Sitz in Stettin. Ein Teil seiner Aktien erhalten als Ausgleich die Aktionäre der Swinemünder Werft. Laut den Gewerkschaftern der Seereparaturwerft bedeutet dieser Schritt einen langsamen Niedergang ihres Unternehmens.

„Die Politiker liquidieren alle hiesigen Unternehmen. Es gelang ihnen mit der Fischverarbeitungsfabrik ,Odra‘, jetzt ist die Seereparaturwerft dran. Wer wird der nächste sein? Der Hafen? Wir dürfen es nicht zulassen, dass es in Swinemünde nur Schilf, eine Marina, Arbeitslose und Rentner gibt. Stopp dem Niedergang von Swinemünde!“, haben die Vertreter des Gewerkschaftsbundes der Seereparaturwerft in einem Appell an die Bevölkerung von Swinemünde geschrieben.

Ganz anders sehen den Prozess die Initiatoren der Konsolidierung. Der Vorsitzende beider Werften (die Vorstände wurden bereits verbunden) Leslaw Hnat behauptet, dass dadurch die Betriebskosten beider Unternehmen reduziert werden, was ihre Rentabilität steigert. Seiner Meinung nach soll sie im Jahr 2014 bei etwa vier Prozent liegen. Während vieler öffentlichen Erklärungen versicherte er, dass es keine Gruppenentlassungen geben wird. Es wird aber ein Programm der freiwilligen Abgänge eingeführt. Die Werftarbeiter und Gewerkschaftler haben an die Worte des Vorsitzenden von Anfang an nicht geglaubt. Sie werden von den Swinemünder Abgeordneten unterstützt, die vor Kurzem an die Regierung appellierten, die Konsolidierung zu stoppen. Der Fusionsprozess soll noch in diesem Monat abgeschlossen werden. Der größte Aktionär, der auf diese Weise entstehenden Gesellschaft wird der Investitionsfonds MARS sein, der zur Staatlichen Industrieentwicklungsagentur gehört. Er übernimmt 80,29 Prozent der Anteile. Die Mitarbeiter erhalten 12,24 Prozent und der Staat 7,46 Prozent.

Der Protest in Lunowo dauerte zwei Stunden und verlief friedlich. Die Polizei griff nicht ein.

Die zwei Werften
Die Gryfia-Werft in Stettin beschäftigt etwa 590 Menschen und die Seereparaturwerft Swinemünde etwa 360. Letztere beschäftigt sich vor allem mit Schiffs-Umbau, Reparatur und Erzeugung von Offshore-Anlagen.
Ich war überrascht, dass uns so viele Menschen unterstützt haben.“Stanislaw Kubera, Gewerkschafter

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