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Schleifen oder polieren: Alles dreht sich um den Bernstein

Zempin Schleifen oder polieren: Alles dreht sich um den Bernstein

Festwoche in der Inselmitte / Heute geht es weiter in Koserow

Zempin. In der roten Plastebox ein bisschen im Sand wühlen und ruckzuck hat Leyla einen kleinen Bernstein in der Hand. So leicht, wie es bei der Sechsjährigen geht, ist es am Strand nicht. „Da braucht es Glück, gute Strömungsverhältnisse und den einen oder anderen Trick“, sagt Matthias Hengstler. Der Kölpinseer muss es wissen – der 39-Jährige ist Bernsteinkenner. Und Mitbegründer der Bernsteinwoche, die in diesem Jahr zum 9. Mal stattfindet. Die vier Bernsteinbäder haben sich zusammengetan und organisieren eine Woche lang rund um das fossile Harz Veranstaltungen. Gestern öffnete die „Bernsteinschmiede“ in Zempin – ein Nachmittag im Museum „Uns olle Schaul“, der vor allem viele Familien anlockte. „Denn hier können die Gäste mit Bernstein arbeiten. Sie können Bernstein schleifen, sieben und bemalen“, sagt Kurdirektorin Kristin Kulz. Unterstützung bekamen die Gastgeber von ihrer Majestät – Bernsteinprinzessin Marlen Mußgang. Die 19-Jährige strahlte so wie die kleinen Bernsteine auf ihrem eigens angefertigten Holzsegelboot. Noch bis Sonnabend darf die BWL-Studentin ihre Schärpe tragen, dann wird eine neue Bernsteinkönigin gekrönt.

Bis dahin gibt es noch reichlich Veranstaltungen in den vier Orten der Inselmitte. „Wir haben den Schwerpunkt auf Mitmachangebote gelegt“, sagt Kristin Kulz, die mit Zempin gestern Gastgeber war.

Heute gibt es den Bernsteintag in Koserow. „Das neue Konzept kommt an. Die Bernsteinsuche am Strand wird immer beliebter“, so die Kurdirektorin.

Während die Gäste aber in der Regel erst am Vormittag zum Strand gehen, ist Matthias Hengstler viel früher unterwegs. „Um 6 Uhr bin ich schon am Wasser“, sagt der Kölpinseer. Er hat sich seine Fähigkeiten im Umgang mit Bernstein bei einem Fachmann in Danzig abgeschaut. Dem Laien rät er bei der Bernsteinsuche, immer ein kleines Gefäß dabei zu haben. Denn die Suche am Strand kann gefährlich werden, wenn Bernstein nämlich mit weißem Phosphor verwechselt wird. Vermehrt werden einzelne Stücke vom Meeresgrund an die Strände gespült. Trocknet der Phosphor, verbindet sich dieser mit Sauerstoff und entzündet sich.

Seinen bislang größten Fund hatte Hengstler in Stubbenfelde. „Das war ein 120 Gramm großes Stück.“ Der Fahrrad- und Korbverleiher widmet sich mit seiner Frau Kristina dem Hobby. Beide machen inzwischen auch Schmuck vom baltischen Ostseebernstein. Der zog vor gut fünf Jahren auch die Aufmerksamkeit eines Scheichs auf sich. „Damals erwarben wir einen 680 Gramm schweren Bernstein, der in Lubmin gefunden wurde. Über einen Vermittler ist der Scheich darauf aufmerksam geworden. Sie brauchen weißen Bernstein für ihre Gebetsketten. Der Verkauf scheiterte, weil unser Stein zwar milchig ist, aber eben nicht reinweiß“, so Hengstler. Er geht übrigens zum Bernsteinsuchen mit Watthose und Kescher ins Meer.

Henrik Nitzsche

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