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Statt leerer Läden: Handel, Gewerbe, Wohnungen?

Wolgast Statt leerer Läden: Handel, Gewerbe, Wohnungen?

Wolgaster diskutieren über die Entwicklung der historischen Innenstadt

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Der Einzelhandel in der Wolgaster Innenstadt steckt trotz der unmittelbaren Nähe zur Insel Usedom in der Krise. Wie diesem Dilemma zu begegnen ist, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Quelle: Foto: Tilo Wallrodt

Wolgast. Trotz Sanierungsmillionen droht die Wolgaster Altstadt weiter zu veröden. So manche Inhaber der noch vorhandenen Geschäfte wollen sich in absehbarer Zeit zurückziehen. Und den Eigentümern der betreffenden Wohn- und Geschäftshäuser fällt es in Zeiten des florierenden Internet-Handels immer schwerer, die Ladenlokale zu vermieten. Dass nun von lokalpolitischer Seite in Erwägung gezogen wird, dem Trend nachzugeben und in Teilen der Innenstadt die Ladenlokale anderweitig zu nutzen (wir berichteten), hat in Wolgast eine lebendige Diskussion ausgelöst.

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Wolgaster diskutieren über die Entwicklung der historischen Innenstadt

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„Es gibt unter unseren Mitgliedern bisher zwar noch keine einheitliche Meinung zu dem Thema“, sagt Jan Koplin, Vorsitzender des Wolgaster Handels- und Gewerbevereins (HGV). „Aber eine Empfehlung für eine Umwandlung von Geschäften zu Wohnraum wird es vom HGV nicht geben.“ Unterdessen könnten sich mehrere Vereinsvertreter vorstellen, dass sich hinter leeren Schaufenstern, statt ausschließlich Händler, künftig auch verstärkt Handwerker und Gewerbetreibende niederlassen dürfen. „Dies würde auch mehr Kundschaft in der Innenstadt bedeuten, und von dieser Belebung würden wiederum die Händler profitieren“, so Koplin.

Bürgermeister Weigler argumentiert ähnlich. „Eigentlich ist schon heute in der Altstadt in den Erdgeschossen der Wohn- und Geschäftshäuser nur Einzelhandel zulässig, was an vielen Stellen schon nicht mehr eingehalten wird“, sagt er. Ein striktes Pochen auf die in Satzungen fixierte Forderung mache angesichts der Entwicklung des Einzelhandels, die auch vor vielen anderen Städten nicht Halt mache, wenig Sinn.

Laut Weigler hegt die Wolgaster Wohnungswirtschafts GmbH WoWi neuerdings zum Beispiel Pläne zur Schließung der Baulücke in der Steinstraße 15 (ehemaliges „Deutsches Haus“). Ein Objekt mit barrierefreien Wohnungen könnte hier entstehen. Trotz großer Bemühungen sei es aber nicht gelungen, Einzelhändler für die im Erdgeschoss geplanten Geschäftsräume zu finden. „Gewerbe ließe sich hier hingegen ansiedeln. Die Energie Vorpommern GmbH würde hier mit einer Agentur einziehen“, informiert Stefan Weigler, der dafür plädiert, den ausschließlich für Handel geltenden Schutzstatus in Teilen der Innenstadt aufzuheben.

Anders denkt Martin Schröter, Geschäftsführer des Hotels „Postel“ und Initiator des Wolgast-Forums, dessen Teilnehmer um eine Belebung des historischen Stadtkerns und ein zugkräftiges Stadtmarketing ringen. „Wenn Agenturen und Beratungsbüros von Versicherungen und Anwälten in die Geschäfte einziehen, ist das für Besucher der Stadt nicht attraktiv und die verbleibenden Händler würden darunter leiden“, warnt er. Während des nächsten Wolgast-Forums am 29. März um 18.30 Uhr im „Postel“ solle daher auch diskutiert werden, wie sinnvoll eine Satzungsänderung sein kann, so dass in Ladenlokalen der Innenstadt künftig allgemein die Nutzung von Büros zugelassen wird. „Vor dieser für die Entwicklung der historischen Innenstadt enorm wichtigen Entscheidung stehen demnächst die Wolgaster Stadtvertreter“, mahnt Schröter und fragt: „Was trägt nach der Fertigstellung der Stadtumfahrung am ehesten dazu bei, die Innenstadt für Tagesbesucher und Urlaubsgäste zum attraktiven Reiseziel zu machen? Und: Wie wünschen sich die Bewohner von Wolgast selbst ihre Innenstadt?“

Tom Schröter

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Die weitere Entwicklung des Altstadtkerns steht auf dem Spiel.

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