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Staub und Gestank: Hafen ärgert Bürger

Swinemünde Staub und Gestank: Hafen ärgert Bürger

Der Umschlagplatz von Swinemünde sorgt seit Jahren für Konflikte / Nun entsteht ein weiteres Silo

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Aktuell wird der Chemie-Kai für den Umschlag von Eisenerzen und Bauzuschlagstoffen genutzt. Direkt daneben entsteht dieses große Silo.

Swinemünde. Der Handelshafen der 41000 Einwohner-Stadt macht Bürgern des unmittelbar angrenzenden östlichen Swinemünder Stadtviertels Warszów seit Jahren zu schaffen. Die beklagen notorischen Schwebstaub und Gestank während des Umschlags. Der Hafendirektion werfen die Bürger vor, nichts gegen die Belastungen zu unternehmen.

OZ-Bild

Der Umschlagplatz von Swinemünde sorgt seit Jahren für Konflikte / Nun entsteht ein weiteres Silo

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Nun gab es auch noch Meldungen, dass im Swinemünder Hafen Schwefel in großen Mengen umgeschlagen werden soll. Kritiker warnen: Das könnte eine giftige Schwefelstaubwolke über der Stadt verursachen.

Der Hafenbetreiber – eine Kapitalgesellschaftsgruppe – wiegelt ab. Es handele sich um bloße Gerüchte. Maciej Szczepaniak, Sprecher der Handelshafengesellschaft, versichert, dass Schwefel in Swinemünde in nur geringen Mengen umgeschlagen werde, weil das damit erwirtschaftete Einkommen viel zu gering sei. Die größten Erlöse mache der Hafen mit dem Umschlag landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Weshalb man sich vor allem um diese bemühe.

Aktuell wird am Chemie-Kai ein großes Silo errichtet, das im September in Betrieb gehen soll. Das neue Silo kann bis zu 82500 Tonnen Getreide und andere landwirtschaftliche Güter aufnehmen. Es ist 254 Meter lang und 50 Meter breit. Die Investitionskosten werden mit 40 Millionen Zloty (gut zehn Millionen Euro) beziffert. Mit dem Silo, heißt es vom Hafenbetreiber, könne der Umschlag von landwirtschaftlichen Produkten um jährlich eine Million Tonnen gesteigert werden. Die Hafengesellschaft versichert, dass im neuen Lagerhaus fortgeschrittene Technologie zum Einsatz komme, die die Be- und Entladung des Getreides von Lkw und Bahnwaggons ermögliche. Heißt das nun, dass kein Schwefel mehr nach Swinemünde kommt?

„Der von der OT Hafengesellschaft betriebene Terminal ist ein Universalhafenterminal. Es ist also nicht auszuschließen, dass auch chemische Stoffe umgeschlagen werden können, falls ein Auftrag zum Umschlag von Massengütern kommt. Wir versichern, dass für die professionelle und umweltverträgliche Ausführung des Umschlags solcher Stoffe, wie z.B. Schwefel, gesorgt wird. Der Schwefel wird in Form von Granulat transportiert, was der Entwicklung von Staubpartikeln vorbeugt“, argumentiert Maciej Szczepaniak.

Seine Erklärung bedeutet nicht, dass die Staubbildung während des Umschlags ganz aufhört. Auf dem Industriegelände im östlichen Swinemünder Stadtteil operieren mehrere Gesellschaften, die sich auf den Güterumschlag spezialisiert haben. Ihre Aktivitäten sind auch schon Gegenstand von Klagen gewesen. Das Schwebstaubproblem wird im Ostseebad schon seit Jahren thematisiert. Doch jetzt, nachdem ein Kind aufgrund einer Giftwolke krank wurde, kochte die Diskussion richtig hoch.

Nahezu alle Institutionen, die für die Einhaltung von Umweltschutzrichtlinien zuständig sind, hatten in der Vergangenheit versucht, das Problem zu lösen. Nachdem Verstöße gegen die Umweltschutzvorschriften aufgedeckt wurden, belegte man die zuständigen Handelsgesellschaften mit Geldstrafen. Doch die Höhe der Geldstrafen ist in Polen recht gering und beträgt lediglich einige Tausend Zloty. Für eine Gesellschaft, die einen Umsatz in Millionenhöhe macht, ist es kein Problem, solche Strafen zu bezahlen.

Die Einwohner im Stadtviertel Warszow sind nicht grundsätzlich gegen den Hafen. Sie monieren eher die Umschlagtechnologie: Diese sei veraltet. Die Güter würden in offenen Transportmitteln umgeschlagen, deswegen gebe es Staubwolken. „Ich kann meine Fenster nicht mehr aufmachen. Ich muss sie andauernd putzen und manchmal habe ich keine Kraft mehr dazu. Warum können sie nichts dagegen unternehmen?“ beklagt sich Marek, ein Einwohner in der hafennahen Barlickiego Straße.

Radek Jagielski

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