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Swinemünde: Kein Platz für Erdgasförderung

Swinemünde Swinemünde: Kein Platz für Erdgasförderung

Die Behörden von Swinemünde bestätigten jetzt auf OZ-Nachfrage offiziell, dass sie sich mit den Vertretern des Unternehmens Engie getroffen haben, das Gas auf Usedom fördern will (wir berichteten).

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Swinemünde. Die Behörden von Swinemünde bestätigten jetzt auf OZ-Nachfrage offiziell, dass sie sich mit den Vertretern des Unternehmens Engie getroffen haben, das Gas auf Usedom fördern will (wir berichteten). Danach war es bereits im Herbst 2015 zu einem Gespräch gekommen.

Initiator des Treffens war das Unternehmen Engie selbst. Während des Gesprächs haben die Vertreter Pläne für die Gewinnung von Gas auf der deutschen Seite der Insel Usedom präsentiert. Dabei wurden seitens der Stadt keine Verpflichtungen, Verkaufsangebote oder Offerten zu irgendwelcher Bereitstellung von Land für diese Investition unterbreitet. „In den strategischen Planungsdokumenten, die den Stadtteil auf der westlichen Uferseite der Swine betreffen, ist für diese Art von Tätigkeit kein Gebiet ausgewiesen“, versichert Robert Karelus, Pressesprecher des Präsidenten von Swinemünde.

Um ihre Investition auf der polnischen Seite der Insel Usedom zu realisieren, müsste das Unternehmen Engie eine Reihe von Anforderungen erfüllen, unter anderem was die Schutzgebiete Natura 2000 und den Kurbereich anbetrifft.

Direkt an der Grenze, am Kurviertel (Zone A) gilt es die B-Zone, die für den Wohnungsbau, für Dienstleistungen und Handel bestimmt ist. Auf ihrem Territorium sind die Erweiterungen bestehender Industrieanlagen, der Bau gewerblicher Gebäude mit mehr als 400 Quadratmetern, der Bau von Tankstellen und das Aufstellen von Geräten, die elektromagnetische Wellen erzeugen, sowie die Abholzung von Wald- und Parkbäumen prinzipiell untersagt.

Der südwestliche Teil der Grenzgebiete gehört zur Zone C. Dort gilt das Verbot des Abholzens, das Verbot der Maßnahmen, die negative Auswirkungen auf die Umwelt haben, und der Platzierung von belastenden Industrieanlagen und Bauobjekten. Zu beachten ist, dass in keinen Planungsdokumenten die Grenzgebiete für Industrie- oder Energietätigkeit vorgesehen sind.

Der einzige Ort, an dem Unternehmer auf Usedom in der Zukunft eine wirtschaftliche Tätigkeit in einem größeren Maßstab betreiben könnten, sind Grundstücke am Mulnik-Becken (am Fahrwasser Swinemünde-Stettin).

Die Industrie soll sich in erster Linie auf dem östlichen Ufer der Kurstadt konzentrieren, das auf der Insel Wollin liegt. Es ist unwahrscheinlich, dass die Stadtverwaltung eine andere große industrielle Investition auf Usedom bewilligt.

Sicherlich würde der Widerstand der Tourismusbranche und der Bewohner deutlich höher sein, als beim Bau des LNG-Terminals in Warszów (Ostswine). Der Vorsitzende der Swinemünder Tourismusorganisation Piotr Piwowarczyk hat wiederholt betont, dass in jüngster Zeit das Gleichgewicht zwischen den beiden großen Wirtschaftszweigen Swinemündes, der Industrie und dem Tourismus, gestört wurde.

Inoffiziell wird in Swinemünde angenommen, dass der Besuch der Vertreter von Engie eine Art Erpressung in Bezug auf die deutsche lokale Regierung sein könnte. Auf diese Weise könnte der Investor vermitteln wollen, dass — wenn die Deutschen nicht mit der Erdgasförderung einverstanden sind — die polnischen Nachbarn gern daran verdienen wollten.

Hintergrund: Grenzenlose Standortsuche

Der Energiekonzern Engie plant auf Usedom Erdgas zu fördern. Während einer Einwohnerversammlung in Ahlbeck behauptete Projektleiter Harald Schulenberg , die polnische Nachbarstadt Swinemünde habe bereits ein Grundstück zur Erdgasförderung angeboten — direkt hinter der Grenze im Wald. Stadtpräsidenten Janusz Zmurkiewicz gehe es nicht um das Gas, sondern um die Gewerbesteuer.

OZ-Reporter hinterfragte die Behauptung.

Von Radek Jagielski

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