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Tourismusschuss: Zahl der Gästebetten unbedingt begrenzen

Greifswald Tourismusschuss: Zahl der Gästebetten unbedingt begrenzen

Kommunen und Verbände der Ferienregion sollen koordiniert handeln

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Auch in Bansin gibt es bald noch mehr Gästebetten: Neben dem Kaiserstrand-Beachhotel der Seetelgruppe wird an der Ecke Seestraße/Bergstraße das „Beachhaus“ der Familienholding des Sylter Unternehmers Sven Paulsen, Chef der Adler-Schiffe GmbH, gebaut. FOTOS (2): ANGELIKA GUTSCHE

Greifswald. Immer mehr Menschen machen Urlaub auf Usedom. 2016 wurden knapp 5,4 Millionen Übernachtungen inklusive Zeltplatzaufenthalte gezählt. Das waren 4,7 Prozent mehr als 2015 und fast 90 Prozent aller Übernachtungen in ganz Vorpommern-Greifswald. Die Statistik des Landesamtes erfasst dabei nur Betriebe mit mindestens zehn Betten.

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Kommunen und Verbände der Ferienregion sollen koordiniert handeln

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Usedom platzt schon jetzt im Sommer aus allen Nähten. Noch mehr Betten gehen nicht, waren sich die Mitglieder des Tourismusausschusses am Mittwochabend in Greifswald einig. 10000 seien über Bebauungspläne allein auf der deutschen Seite künftig noch vorgesehen, informierte Dezernent Jörg Hasselmann (CDU). „In Swinemünde sind es noch viel mehr.“ Eine allerdings schon drei Jahre alte Statistik nennt als maximales touristisches Bettenangebot der Insel Usedom 44362 – allein 14685 in den Kaiserbädern. Hasselmann forderte Infrastrukturmaßnahmen von Bund und Land, um die aktuellen Probleme in den Griff zu bekommen.

Die Ausschussmitglieder malten ein düsteres Bild der Situation: Lange Staus, das Usedomer Trinkwasser muss zum Teil bereits vom Festland importiert werden, und die Usedomer Bäderbahn schafft es zeitweise nicht, alle mitzunehmen.

In der Gastronomie und Hotellerie fehle jetzt schon Personal, sagte der Chef des Usedomer Tourismusverbandes, Sebastian Ader. Er habe sich darum an Arbeitsagenturchef Heiko Miraß gewandt, damit Ukrainer eine Arbeitserlaubnis erhalten. Die würden sofort Lücken stopfen können. Auch in Polen sei der Arbeitsmarkt inzwischen leergefegt, so Ader. Beim Gästewechsel an den Sonnabenden fehle bereits jetzt Reinigungspersonal, ergänzte Ausschussmitglied Michael Raffelt. „Wieso fördert das Land in dieser Situation noch den Bau neuer Betten?“, fragte er.

Ausschussmitglied Günter Jikeli fordert, dass die Regierung statt für Hotels Geld für Wohnbauten für die Beschäftigten im Tourismusgewerbe ausgibt. Dafür gebe es einen großen Bedarf.

Indes sind die Einflussmöglichkeiten des Kreises begrenzt, wenn das Baurecht eingehalten wird, soAusschutzvorsitzender Karl-Heinz Schröder (CDU). „Die Planungshoheit liegt bei den Gemeinden.

Bestehende Bebauungspläne können Investoren durchsetzen.“ Er erinnerte an Großvorhaben in Peenemünde, Karlshagen und Heringsdorf. Immer neue Hotelbauten würden auch die Finanzierung des Eigenheimbaus am Achterwasser erschweren. „Sie wollen ihre Häuser mit Einliegerwohnungen für Gäste errichten“, so Schröder. Kommen keine Touristen, funktioniert das nicht. „Der Wasser- und Abwasserverband sollte bei Neubauten negative Stellungnahmen abgeben“, schlug Schröder vor. „Auf Hiddensee hat das funktioniert.“

Als erste Maßnahme soll der Landkreis die Kommunalpolitiker über die Situation aufklären. Im April will man während eines Treffens mit Gemeindevertretern die Probleme erörtern.

Eckhard Oberdörfer

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