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Usedom Trassenheide sieht rot
Vorpommern Usedom Trassenheide sieht rot
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03:36 11.09.2013
Rettungsschwimmerin Victoria Mähl (23) aus Karlshagen hat die Flagge gestern an der Wachstation Trassenheide gehisst. Quelle: Irene Burow
Trassenheide

Mutprobe bestanden: Der Strand von Trassenheide ist auf Herz und Nieren geprüft worden und hat als Zeichen höchster Badesicherheit die Rote Flagge erhalten. Sie weht hier schon zum zweiten Mal. Bereits 2009 schaute sich ein Gutachter von der ILSE (International Life Saving Federation of Europe) die bewachten Abschnitte ganz genau an. Damit steht die Gemeinde auf der Insel jedoch allein. „Andere Orte auf Usedom hätten auch gute Chancen, aber sie haben bisher nicht den Mut aufgebracht“, sagte der Präsident der internationalen Organisation, Detlev Mohr. Die Kriterien sind streng. In der Risikobewertung wird das gesamte Gelände im Detail erfasst. Was am meisten zählt: Vor Risiken und Gefahren zu warnen. Aufklärung steht vor Rettungspersonal.

Kurdirektor Werner Burghardt freut sich über die Auszeichnung. „Wir haben ganz moderne Technik. Ferngläser, Funkgeräte und ein Boot.“ Zudem wurden die Unterkünfte für die Lebensretter renoviert, ein neuer Bungalow gebaut. Trotzdem hat der Ort in diesem Jahr einen Badetoten zu beklagen. „Nicht die Urkunde ist wichtig, sondern dass wir bereit sind zu helfen“, sagt er. Ginge es nach ihm, soll der bewachte Strand verlängert werden. „Wir würden gern einen weiteren Turm in Richtung Karlshagen aufstellen. Aber wir finden nicht genug Rettungsschwimmer.“ Bisher gilt es, vier Kilometer Strand im Blick zu haben. Kleine Mankos dabei: Ein Boot ist für diesen Abschnitt zu wenig. Ebenso die zwei Rettungstürme. „Man kann nicht von zwei Punkten den gesamten Strand sehen“, sagt Detlef Mohr. Aber alles andere stimmt. „Hier wurde alles getan, was getan werden konnte. Gefahren sind gekennzeichnet.“ Damit steht die Gemeinde auch rechtlich gut da. Sollte sie einmal von einem Badegast verklagt werden, hätte der schlechtere Karten. „Die Rote Flagge bedeutet eine hundertprozentige Umsetzung der Badestellenverordnung des Landes“, sagt DLRG-Einsatzleiterin für Mecklenburg-Vorpommern, Mai Bartsch.

Kurdirektor Werner Burghardt wünscht sich zur weiteren Verbesserung resolutere Lautsprecher-Ansagen der Rettungsschwimmer, denn viele Leute würden die Schilder gar nicht erst lesen. „Die Gesellschaft lässt sich heutzutage nichts mehr sagen“, pflichtet Bürgermeister Dirk Schwarze ihm bei. „Manche freuen sich erst recht über hohe Wellen und werden gar bösartig, wenn sie jemand warnen will.“

Rote Flagge weht 48 mal in Deutschland

340 000 Übernachtungen zählt Trassenheide etwa im Jahr. Laut Kurdirektor tummeln sich zu Spitzenzeiten bis zu 8000 Menschen am Strand.

Die Rote Flagge steht für einen bewachten Strand, an dem die Risikoanalyse der ILSE durchgeführt wurde. Sie bewertet unter anderem Gefahren, Hinweistafeln, Signale und Zeichen, Rettungswege und Einrichtungen der Wasserrettung. In Deutschland gibt es 48 Strände, an denen die Flagge weht. 2012 gab es 400 Badetote in Deutschland und rund 35000 in Europa.

Irene Burow

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