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Ückeritz: Reifert zurück im Eigenbetrieb

Ückeritz Ückeritz: Reifert zurück im Eigenbetrieb

Außergerichtlicher Vergleich zum Kündigungsverfahren ermöglicht Wiedereinstellung des Ex-Kurdirektors

Ückeritz. Reno Reifert ist ab 15. November wieder Mitarbeiter der Ückeritzer Kurverwaltung.

Wie berichtet, hatte die Gemeinde dem früheren Kurdirektor, der inzwischen Assistent der Betriebsleitung war, im Juli 2015 gekündigt, weil das Vertrauensverhältnis zu dessen Nachfolgerin, Ulrike Förster, gestört war. Reifert hatte dagegen Klage eingereicht. Das Verfahren befand sich noch in der Schwebe, als die Anwälte beider Parteien jetzt einen Vergleich aushandelten, der die Wiedereinstellung als Assistent einschließt.

Beide Seiten räumen Fehler ein Hintergrund dafür, dass Gemeinde und Reifert gerade jetzt aufeinander zugehen und eine außergerichtliche Lösung anstreben, ist offensichtlich die sich anbahnende Neubesetzung der Führung im Eigenbetrieb. „Es wird wohl in absehbarer Zeit eine neue Betriebsleitung geben“, sagt der amtierende Bürgermeister Franz Wöllner. Die Gemeinde bemühe sich darum, den Vertrag mit Ulrike Förster aufzuheben. Eine neue Konstellation in der Gemeinde habe überdies ein Aufeinanderzugehen erleichtert. Wöllner und Reifert räumen gleichermaßen ein, zur fristlosen Entlassung beigetragen zu haben. Wie berichtet, waren der Kurdirektorin durch Dritte Gesprächsfetzen übermittelt worden, die sie als fehlendes Vertrauensverhältnis zwischen ihr und Reifert interpretierte. „Das war aus dem Zusammenhang herausgerissen“, so Reifert, der dennoch Fehler einräumt.

Wöllner hingegen sagt, dass er als Vorsitzender des ATE-Ausschusses (Tourismusausschuss) bei der Unterzeichnung der Kündigung vernachlässigt habe, dass die laut Eigenbetriebssatzung notwendige Zustimmung des ATE-Ausschusses fehlte: „Im Übrigen hätte man Reiferts Äußerungen gegen die Kurdirektorin auch deutlich unter einer fristlosen Entlassung sanktionieren können“. Im Hinblick auf die beiderseits eingeräumten Fehler scheint es gerechtfertigt, dass die Wiedereinstellung für beide Parteien mit finanziellen Einbußen im unteren fünfstelligen Eurobereich verbunden ist. Durch Lohnnachzahlungen muss Reifert Arbeitslosengeld zurückzahlen. Denn die fristlose wird in eine ordentliche Kündigung Ende Dezember 2015 umgewandelt.

Ist damit alles aus der Welt und tatsächlich der Weg für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit geebnet? Reifert sagt ’ja’: „Ich bin lange mit Ückeritz verbunden und habe natürlich die touristische Entwicklung verfolgt. Ich denke, unter den neuen Bedingungen könnte mir die Arbeit wieder Spaß machen. Ich kenne die Materie und bringe Erfahrungen ein. Außerdem habe ich das Gefühl, wieder Rückhalt in der Gemeinde zu haben.“ Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, erneut Ückeritzer Kurdirektor zu werden, antwortete Reno Reifert: „Zurzeit schließe ich eine Bewerbung aus.“

Alle Kraft dem Campingplatz Franz Wöllner bestärkt Reiferts positive Wahrnehmung durch die Feststellung, dass der Vergleich im Parlament einstimmig beschlossen wurde. Und weiter: „Wir brauchen jetzt im Interesse der vielen anstehenden Arbeiten Ruhe im Eigenbetrieb. Das setzt voraus, dass alle ihr Gesicht wahren können. Auf Reno Reifert wartet viel Arbeit. Unter Annelie Fromholz hat das Team in den vergangenen Monaten tapfer gekämpft und ein tolles wirtschaftliches Ergebnis erreicht – das beste seit Bestehen des Betriebes. Der Eigenbetrieb hat deutlich mehr Potenzial, als ich erwartet hatte.“

Das sei vor allem im Hinblick auf die nötigen Investitionen auf dem Campingplatz wichtig. „Ich hoffe, dass wir in den nächsten Wochen endlich die Investitionen für 2016 glattziehen können. In deren Vorbereitung kann Reno Reifert sich ordentlich austoben und zeigen, dass er das kann.“

An Investitionen auf dem Campingplatz hatte sich das Gemeindeparlament zuletzt gerieben. Unterschiedliche Auffassungen hatten mit zum Rücktritt des ersten und zweiten Bürgermeisters, Gerd Gamradt und Enrico Krohn (beide CDU), geführt. „Ich hoffe, dass wir es in der Gemeindevertretung schaffen, die neue Leitung des Eigenbetriebes mit einer klaren Zielsetzung auszustatten. Die Ehrenamtler müssen sich dann aus dem operativen Geschäft heraushalten“, so Wöllner

Angelika Gutsche

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