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Usedomer Bootsbauerin europaweit gefragt

Peenemünde Usedomer Bootsbauerin europaweit gefragt

Ursula Latus aus Peenemünde fertigt Rettungsboote für Segelschulschiff der indonesischen Marine / Auf Gran Canaria erneuert sie einen Teil der Takelage auf Luxus-Segler / Bootsbaukurse im Sommer-Angebot

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Ursula Latus ist derzeit mit dem Bau eines kleinen Dinghi beschäftigt. Das soll der Prototyp für ein Kursboot werden.

Quelle: Henrik Nitzsche

Peenemünde. Sie baut Kanus, Kanadier oder kleine Segel-Optis. Der Auftrag, den Bootsbauerin Ursula Latus aus Peenemünde jetzt an Land gezogen hat, geht über das Alltagsgeschäft weit hinaus. Für ein Segelschulschiff der indonesischen Marine soll sie zwei Rettungsboote bauen. „7,50 Meter lang, zwei Meter breit – das ist schon etwas Besonderes für mich“, sagt Ursula Latus. Bis März 2017 müssen die Beischiffe aus Holz in der Werft in Spanien sein. Dort wird nämlich das Segelschulschiff gebaut.

OZ-Bild

Ursula Latus aus Peenemünde fertigt Rettungsboote für Segelschulschiff der indonesischen Marine / Auf Gran Canaria erneuert sie einen Teil der Takelage auf Luxus-Segler / Bootsbaukurse im Sommer-Angebot

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Im Frühjahr und Sommer laufen die Kurse, im Winter arbeite ich die Aufträge ab.“Ursula Latus, Bootsbauerin

Seit zehn Jahren betreibt die 53-Jährige ihre Bootsbau- und Taklerschule im Peenemünder Hafen neben dem Kraftwerk. Ihre damalige Idee für die Selbständigkeit: Anfänger und Enthusiasten können in Workshops ihr eigenes Boot bauen. Das hat funktioniert. In ihrem rund 300 Quadratmeter großen Werkstattgebäude sind in den vergangenen Jahren knapp 200 Boote entstanden. Kanus, Kajaks, Optis, Kanadier – unter fachlicher Anleitung von Ursula Latus. „Von Ostern bis Herbst laufen in der Regel die Kurse, die ich für verschiedene Holzbootklassen anbiete. Die Teilnehmer kommen aus allen Teilen Deutschlands sowie aus Österreich und der Schweiz“, sagt sie.

Im Winter hat die Bootsbauerin Zeit für Auftragsarbeiten. So wie jetzt für die indonesische Marine. Die Firma ihres Ehemannes, Detlev Loell, baut die Takelage des Segelschulschiffs. „Sie suchten jemanden, der die Beiboote baut. Ich habe mich beworben und den Zuschlag bekommen.“

Doch bevor sich Ursula Latus in ihrer Werkstatt für die Indonesier ins Zeug legt, packt sie erst einmal ihre Koffer. Am Freitag geht es nach Gran Canaria. „Nein, Urlaub habe ich nicht. Ich fliege dorthin zum Job. Bei dem aktuellen Schmuddelwetter ist das ein herrlicher Arbeitsplatz.“ Die Bootsbauerin wird auf einem der schönsten Segelschiffe der Welt gebraucht – auf der „Sea Cloud“, einem Windjammer, auf dem anspruchsvolle Kreuzfahrer ihre Begeisterung für klassische Segelschiffe entdecken können. Bei Ursula Latus ist das längst der Fall. „Das ist ein extrem schöner Segler, ein klassisches Boot mit klassischen Linien.“ Sie muss zwei Rahen (Rundstangen) der Takelage des segelnden Kreuzfahrtschiffes erneuern. „Mit einem Kran werden die Teile abgebaut und ins Dock gelegt, wo wir sie dann reparieren können.“

Für die gebürtige Bayerin, die seit 1998 auf der Insel Usedom lebt, ist das nicht der erste Einsatz auf dem Luxusschiff. „Wir haben auch schon Gutachten für die Takelage des Seglers und andere Reparaturarbeiten gemacht“, so Ursula Latus. In den Genuss, als Gast auf dem Schiff mitzusegeln, kam sie bislang noch nicht. „Für Urlaub bleibt kaum Zeit.“ Seit ihrer Firmengründung vor zehn Jahren habe sie erst einen großen Urlaub gemacht – im März 2016. Sie war mit Arved Fuchs, dem deutschen Polarforscher und Buchautoren, vier Wochen in Patagonien (Südamerika) unterwegs. „Eine tolle Erfahrung“, sagt sie und richtet ihren Blick auf 2017. Erste Anmeldungen für ihre Bootsbaukurse liegen vor. Außerdem soll sich auf ihrem Firmengelände einiges tun. „Ich plane noch immer eine Kanustation mit einem Steg. Kanuten könnten hier anlanden und übernachten. Doch dafür muss die Erschließung in diesem Hafenbereich realisiert werden.“

Zur Person

Die am Starnberger See aufgewachsene Ursula Latus studierte Chemie und blickt auf eine zehnjährige Erfahrung im Boots- und Takelagebau zurück. Ihr Bootsbauerausbildung machte sie in Berlin. Sie arbeitete mehrere Jahre in einem Betrieb und fertigte neben Beibooten Decks und Innenausbauten für Superyachten.

Im Juni 2005 absolvierte Ursula Latus die Bootsbaumeister-Prüfung. Ihr Meisterstück, ein geklinkerter Dinghi aus Eiche ziert nun das Heck der „Dagmar Aaen“, dem berühmten Expeditionssegler von Arved Fuchs. Sie nahm an mehreren Expeditionen in die Arktis und Antarktis teil.

Henrik Nitzsche

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