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Usedomer stellen Tourismus neu auf

Koserow Usedomer stellen Tourismus neu auf

Einspruch der Rechtsaufsicht bewirkt neue Struktur des Inselvermarkters / Verbände streben Gesellschaft an

Koserow. Nach mehr als zweijährigem Hickhack um die Neugründung einer kommunalen Usedomer Tourismusgesellschaft (kUTG) bahnt sich über Umwege eine Lösung des rechtswidrigen Zustandes der Usedom Tourismus GmbH an. Die Vorstände des Tourismusverband Insel Usedom (TVIU) und des Hotelverbandes Insel Usedom (HIU) haben jetzt - vorbehaltlich der Zustimmung ihrer Mitglieder – vereinbart, eine neue Gesellschaft zu gründen, die die Aufgaben der bisherigen Usedom Tourismus GmbH (UTG) übernehmen soll. Lediglich das Destinationsmarketing soll der kUTG überlassen werden, die aus der jetzigen UTG hervorgehen soll.

 

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Horrorszenario: Ein leerer Usedomer Messestand. Aber wer wirbt in Zukunft für die Insel Usedom um Gäste? Noch stehen die Strukturen nicht fest.

Quelle: UTG
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Jetzt zäumen wir das Pferd eben aus einer anderen Richtung auf – aber das ist realistisch. René Bergmann, Amt Usedom Süd

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Horrorszenario: Ein leerer Usedomer Messestand. Aber wer wirbt in Zukunft für die Insel Usedom um Gäste? Noch stehen die Strukturen nicht fest.

Quelle: UTG
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Jetzt zäumen wir das Pferd eben aus einer anderen Richtung auf – aber das ist realistisch. René Bergmann, Amt Usedom Süd

UTG- Anteile

Die Usedom Tourismus GmbH setzt sich aus folgenden Gesellschaftern zusammen: Kaiserbäder TourismusService GmbH (50,2 Prozent), Tourismusverband Insel Usedom (25,8

Prozent), Nordbäder (Zinnowitz, Karlshagen, Trassenheide/neun Prozent), Bernsteinbäder (Koserow, Loddin, Ückeritz, Zempin/ acht Prozent) UTG Beteiligungs GbR   (vier Prozent) und UBB (drei Prozent).

Hintergrund ist, dass diese wegen ihrer Mischform aus öffentlichen und privatwirtschaftlichen Gesellschaftern gegen das aktuelle EU-Beihilfe- und -Vergaberecht verstößt. Touristiker und Gemeinden sind deshalb seit Dezember 2013 bemüht, die Insel-Vermarkterin aufzuspalten – in eine rein kommunale UTG sowie eine privatwirtschaftlich strukturierte Gesellschaft. Zahlreiche Inselgemeinden hatten bereits der Gründung einer kUTG zugestimmt. Maßgeblich in den Reihen der Privatwirtschaftler wuchs zuletzt allerdings auch der Unmut über die zögerliche Gründung.

Schwerwiegende Einwände Ein Schreiben der unteren Rechtsaufsichtsbehörde stellt die Sinnhaftigkeit weiterer Anstrengungen in dieser Richtung nun gänzlich in Frage. Mitarbeiterin Vera Rillinger hatte auf Bitte der Gemeinde Heringsdorf die gemeinsam mit Rechtsanwalt Hardt erarbeiteten Unterlagen zur Gründung der kUTG geprüft und schwerwiegende Bedenken angemeldet. Unter anderem sei unter Mitarbeit der IHK und der Handwerkskammer zu belegen, dass es keinen leistungsfähigen privaten Anbieter für das Destinationsmarketing gibt.

„Vor allem diese Forderung kann ich nicht verstehen“, sagt Thomas Heilmann, Heringsdorfer Kurdirektor und Vorsitzender der UTG-Gesellschafterversammlung, verärgert.

Auch HIU-Verbandsvorsitzender Volker Brautzsch ist frustriert: „Seit mehr als zwei Jahren suchen alle Beteiligten der Insel nach einer Lösung, die uns mit der Trennung der UTG und kUTK gefunden schien. Wir haben uns unterdessen als Platzhalter verstanden, die Anteile der Kommunen aus der UTG aufzukaufen. Jetzt erfahren wir, dass eine Neugründung eigentlich nicht möglich ist.“

Handlungsspielraum eingeengt Wie Brautzsch sieht auch die TVIU-Vorsitzende Beate-Carola Johannsen nach den Einwänden der Rechtsaufsichtsbehörde nunmehr zeitnah keine rechtskonforme Lösung für eine Neugründung in Sicht: „Fakt ist, unter diesen Umständen können die Gemeinden in absehbarer Zeit keine kUTG gründen“, so die TVIU-Chefin.

Privatiers verkaufen Anteile Anders als bislang angestrebt, soll die kUTG deshalb nicht durch Neugründung, sondern durch die Veränderung der bisherigen UTG-Gesellschafterstruktur entstehen. Das Stammkapital der Gesellschaft wird bislang zu 50,2 Prozent von der Heringsdorfer Kaiserbäder Tourismus Service GmbH, zu 25,8 Prozent vom TVIU, zu neun Prozent von den Usedomer Nordbäder, zu acht Prozent von den Bernsteinbädern, zu vier Prozent von privaten Hoteliers der UTG Beteiligungs GbR   und zu drei Prozent von der Usedomer Bäderbahn (UBB) gehalten. „Die UBB hat bereits die Bereitschaft signalisiert, ihre Anteile zu verkaufen, die privaten Hoteliers sind dazu gerade in Klärungsgesprächen und der TVIU ist, vorbehaltlich der Zustimmung seiner Mitgliederversammlung, ebenfalls dazu bereit“, zeigt Heilmann den jetzt angedachten Lösungsweg auf, wonach die jetzige UTG spätestens zum Jahresbeginn 2017 ausschließlich aus kommunalen Gesellschaftern bestehen soll.

„Alle Beteiligten sind sich einig: Unser Ziel muss es jetzt sein, die kUTG zum 1. Januar 2017 arbeitsfähig aufzustellen“, sagt René Bergmann, Leitender Verwaltungsbeamter im Amt Usedom Süd. Jetzt zäumen wir das Pferd eben aus einer anderen Richtung auf – aber das ist realistisch“, kommentiert er den neuen Weg.

Aufgaben neu verteilen Das Zünglein an der Waage wird die Aufgabenteilung zwischen den Gesellschaften sein. Anders als Christian Höhn, Vorsteher des Usedomer Nordamtes, hegt die Leitende Verwaltungsangestellte Kerstin Teske in dieser Hinsicht große Bedenken, wie das klappen soll: „Ich halte mich noch mit einer Bewertung zurück. Wir Gemeinden wollen nur unser Destinationsmarketing sauber machen. Jetzt bekommen wir eine Gesellschaft mit ganz anderen Aufgaben, zum Beispiel mit Zimmervermittlung und Flughafenmarketing. Die kommunale Gesellschaft darf nur bis zu 20 Prozent am Markt tätig sein und in erster Linie Eigengeschäfte erledigen. Für das Destinationsmarketing stehen 280 000 Euro zur Verfügung. Was sollen wir da mit so vielen Leuten, die die UTG aktuell beschäftigt. Was wird aus den Verpflichtungen aus bestehenden Verträgen? Möglich, dass man das alles gemeinsam hinbekommt. Im Augenblick habe ich noch mehr Fragen als Antworten“, so Teske.

Destinationsmarketing 3.0 Thomas Heilmann bestätigt: „Über die bestehenden Verträge muss neu verhandelt werden. In Vorbereitung dafür wurde die UTG-Geschäftsführerin mit einer Aufstellung samt Inhalten und Laufzeiten beauftragt. Eine erste Trennungsbilanz hat Dörte Hausmann bereits erarbeitet“, so Heilmann, der zuversichtlich ist, dass Lösungen gefunden werden. Möglichen Ängsten der jetzigen UTG-Mitarbeitern hält er entgegen, sie sollten sich keine unnötigen Sorgen machen: „Diese Aufgaben müssen weiter geleistet werden. Dafür braucht es eine privatwirtschaftliche Gesellschaft. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Region entsprechend der Anforderung des Destinationsmarketing 3.0 aufzustellen.“ Soll heißen: Die Aufgaben neu zu definieren und das Management der Destinationen neu zu bestimmen.

Angelika Gutsche

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