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Volle Strände: Hochbetrieb für Usedomer Rettungschwimmer

Heringsdorf/Zinnowitz Volle Strände: Hochbetrieb für Usedomer Rettungschwimmer

In Zinnowitz wird Taschendieb gestellt / Vermisste Kinder am Strand häufen sich in den Kaiserbädern / Koserower Retter ärgern sich über Betreten der Brandungsmauern

Heringsdorf/Zinnowitz. Hochbetrieb an Usedoms Stränden: Während die Urlauber das schöne Wetter genießen, wachen die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer über die Sicherheit der Badegäste. Und deren Taschen, wie sich am Sonntag zeigte. Ein Dieb konnte in Zinnowitz auf frischer Tat gestellt werden. Ein 39-jähriger Berliner hatte es am Nachmittag auf eine Strandtasche abgesehen. „Der Mann schaute sich immer so komisch um“, sagt Olliver Bartelt vom Zinnowitzer Rettungsturm. „Plötzlich hatte er eine Tasche um. Als ich ihn fragte, ob es seine ist, gestand er den Diebstahl“, so Bartelt, der den Mann der Polizei übergab. In der Strandtasche befanden sich Bekleidung, eine Sonnenbrille, Bargeld und ein MP3-Player.

Mit Dieben hat es Sebastian Antzcak, DRK-Wachleiter in den Kaiserbädern, bisher glücklicherweise noch nicht zu tun bekommen. Reichlich Arbeit haben die 33 Rettungsschwimmer auf den Türmen zwischen Bansin und Ahlbeck dennoch. „Am Wochenende mussten wir 21 vermisste Kinder suchen. Zum Glück wurden sie alle nach kurzer Zeit entdeckt“, so Antzcak. Ein polnischer Junge war dabei, der von Swinemünde nach Ahlbeck gelaufen war. Ausgerechnet die ausgebüxten Kinder hatten keine Strandarmbänder. An den Haupttürmen und in den Tourismusinformationen gibt es Armbänder, auf denen die Personalien stehen. Dadurch kann schnell Kontakt zu den Angehörigen aufgenommen werden. „Ich kann den Eltern nur raten, ihren Kindern solche Bänder zu holen“, so der Wachleiter, der mit seinen Kollegen zuletzt hauptsächlich mit Kreislaufbeschwerden und Herz-Rhythmus-Störungen bei Badegästen am Strand konfrontiert wurde. „Zugenommen haben auch Knieverletzungen und Knochenbrüche.“ Antzcak begründet das aber nicht mit sportlichen Aktivitäten. „Es ist am Strand eine Unsitte geworden, tiefe Löcher zu buddeln. Vor allem Ältere stürzen dort. Das kann böse Verletzungen nach sich ziehen.“

Mit Verletzungen anderer Art werden immer wieder Daniel Witt und seine Helfer auf dem Koserower Rettungsturm konfrontiert. „Viele meinen, auf den Buhnen balancieren zu müssen. Wer dort abrutscht, kann sich verletzen“, so der Wachleiter des ASB Regionalverbandes Vorpommern-Greifswald. 85 Erste-Hilfe-Leistungen stehen bereits im Buch der Koserower. 15 Mal mussten sie mit dem Motorboot raus.

„Zumeist geht es da um Aufklärungsarbeit. Denn viele schwimmen zu den Brandungsmauern vor dem Streckelsberg. Dort klettern sie herum und ziehen sich Schürfwunden oder Kopfverletzungen zu. Wir sind immer wieder gefordert, die Badegäste dort runterzuholen“, betont Witt, der beruflich als Rettungsassistent unterwegs ist. Um diese Einsätze zu minimieren, sind die Rettungsschwimmer viel zu Fuß

unterwegs – „Prävention ist ganz wichtig“, sagt der 40-Jährige.

Das gilt auch bei Maik Wickfelder und seinem Team auf dem Trassenheider Wachturm. Seit Sonnabend ist der Münchner im Dienst – „bis 13. August bleiben wir hier“, so das Mitglied der DLRG aus Bayern.

Bis auf eine Kindersuche blieb es bei ihm am Wochenende ruhig. „Wir hatten nicht mal ein Pflaster zu kleben“, sagt der 38-jährige Triebfahrzeugführer.

Henrik Nitzsche und Hannes Ewert

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