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Ückeritz: In der Causa Fahrgastschifferei Wolf steht klärende Auskunft aus dem Wirtschaftsministerium noch aus

Ückeritz. Bleibt das Motorschiff „Jessica“ und damit das touristische Angebot der Achterwasser-Fahrgastschifferei von Hartmut Wolf im Hafen von Stagnieß in Zukunft erhalten? Zumindest während der zum Teil heftigen und langwierigen Diskussion dazu in der Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend konnte diese Frage (noch) niemand verbindlich beantworten.

Gleichwohl sicherten alle Beteiligten zu, sich diesem Ziel verpflichtet zu fühlen. Offensichtlich bleibt jedoch zunächst abzuwarten, was das Wirtschaftsministerium beziehungsweise das Landesförderinstitut zu den Ungereimtheiten in Sachen Vertragsgestaltung meinen.

Bürgermeister Gerd Gamradt (CDU) hatte zunächst in einer umfassenden Stellungnahme erläutert, weshalb sich Kurverwaltung und Gemeinde bislang mit Informationen zu der beabsichtigten Vertragskündigung bzw. -änderung zurückgehalten hatten. Vor allem sollten in der Landeshauptstadt keine schlafenden Hunde geweckt werden, meinte er sinngemäß. Man habe eine „stille Lösung“ angestrebt. Nach seinen Worten gebe es nämlich gar keinen von Gemeinde und Reeder unterschriebenen Vertrag, nur mündliche Abreden und einen von 2013 datierten Entwurf. Außerdem sei der Reeder für 2016 in Zahlungsrückstand.

Und schließlich widerspreche das dauerhafte Anlegen im Wasserwanderrastplatz dem Kleingedruckten in der Förderrichtlinie, woraus sich eine neue Vertragsgestaltung zwischen Eigenbetrieb und Reederei zwingend ergebe. „Dennoch werden wir, wenn Hartmut Wolf dazu bereit ist, eine fördermittelkonforme Lösung suchen“, versicherte das Ortsoberhaupt.

Allerdings konnte Gamradt es sich auch nicht verkneifen, dem Gewerbetreibenden vorzuwerfen, „seiner Gemeinde den Krieg“ erklärt zu haben. Und verallgemeinernd attackierte er zudem frühere Gemeindevertreter: „Die Zeiten, als sie nur ihren persönlichen Vorteil verfolgten, sollten vorbei sein.“

Während Wolf in seiner emotionalen Entgegnung wiederholte, für sein Unternehmen, seine Mitarbeiter, die Familie und deren Existenz weiter mit allen, auch rechtlichen Mitteln kämpfen zu wollen, legte er wenig später einen Nachweis vor, die Pacht für 2016 mit Datum vom 31. Mai, also mit etlichen Wochen Verzug, beglichen zu haben. Obwohl es sich aus seiner Sicht nur um eine „Scheinrechnung“

handele, womit sich aber die Finanzbehörde befassen dürfte. Vom Bürgermeister ausgereichte Unterlagen stellten klar, dass es sich dabei um jährlich 3570 Euro brutto handelt. Ein Verstoß gegen den Datenschutz?

Mit Wolfs Kritik am Vorgehen von Bürgermeister und Kurdirektorin, die nicht zunächst das Gespräch mit ihm gesucht hatten, sondern die Angelegenheit gleich in den zuständigen Ausschuss gaben, solidarisierte sich Walter Kannenberg (Linke). Für ihn habe man es versäumt, von Anfang an auf eine gütliche Einigung hinzuwirken. Das konterte Robert Bergmann (CDU): Wolfs Vorgehen sei ein „Riesentheater um nichts.“ Marco Biedenweg bezeichnete Gamradts umfängliche Erläuterungen ironisch als „herzzerreißenden Monolog“, der jedoch etliche Fragen offen lasse. So gebe es verschiedene Angaben darüber, wie die offensichtlichen Versäumnisse zwischen Kurverwaltung und Reederei überhaupt entdeckt worden seien. Das ließ auch nach Auffassung anderer Zuhörer Zweifel offen. Wolf vermutet nach wie vor, er solle politisch mundtot gemacht werden.

Für eine gehörige Portion Aufklärung sorgte gestern Nachmittag auf Nachfrage allerdings der Verwaltungschef von Usedom-Süd, René Bergmann. Er habe per Mail bereits am Dienstag eine, allerdings noch nicht offiziell abgenickte Antwort aus dem Glawe-Ministerium erhalten. Danach werde tatsächlich eine den Förderrichtlinien konforme Vertragsregelung angemahnt. Alternativ müsste die Anlegerkosten aus den seinerzeit ausgereichten Fördergeldern herausgerechnet und von der Gemeinde zurückerstattet werden. Die Rede ist von etwa 150 000 Euro. Doch das kann vermutlich niemand ernsthaft wollen. „Also werden wir eine Kompromisslösung suchen und auch finden. Hartmut Wolf wird im Hafen Stagnieß bleiben, dafür werden wir gemeinsam sorgen“, versichert Bergmann.

Steffen Adler

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