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Wie barrierefrei sind die Gästehäuser?

Zinnowitz Wie barrierefrei sind die Gästehäuser?

Workshop in Zinnowitz widmet sich auch der Nachhaltigkeit im Tourismus / Angebot für Hoteliers und Gastronomen des Ostseebades / 2018 Ortsführungen mit Audioguide

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Am zweiten Tag geht es im Workshop um die Barrierefreiheit. Welche Hürden tun sich in Zinnowitz für Rollstuhlfahrer auf?

Quelle: Foto: Alexander Müler

Zinnowitz. Damit sich künftig auch blinde und sehschwache Gäste in Zinnowitz zurechtfinden, plant die Kurverwaltung für die neue Saison die Erstellung von Ortsplänen in Brailleschrift. Diese Flyer mit Punktmustern (Blindenschrift) sollen den Menschen mit Handicap bei der Orientierung helfen und „unser Ostseebad auch für diese Gäste besser erlebbar machen“, sagt Kurdirektorin Christine Beyer. Weil es Nachfragen von Gruppen mit Sehbehinderungen nach Ortsführungen gab, wird eine Mitarbeiterin der Kurverwaltung für die Belange dieser Menschen gegenwärtig geschult. Im kommenden Jahr sollen erstmals auch Audioguides zum Einsatz kommen. Damit können die Gäste ihren Ortsrundgang individuell gestalten. „Erste Führungen mit Gruppen von Blinden und Sehbehinderten gab es bereits. Wir wollen das Spektrum erweitern und uns auch stärker der Barrierefreiheit widmen. Im Tourismus ist das ein wichtiges Qualitäts- und Komfortkriterium“, meint die Zinnowitzer Kurdirektorin und lässt auch gleich Taten folgen.

 

OZ-Bild

„„Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit spielen bei Gästen eine wichtige Rolle. Mit dem Workshop wollen wir Hoteliers und Gastronomen dafür stärker sensibilisieren.“Christine Beyer, Kurdirektorin

Anfang November plant ihr Haus einen Workshop, der sich an die Hoteliers und Gastronomen im Ostseebad richtet. „Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit im Tourismus“ lautet das Thema an zwei Tagen.

Christine Beyer hat viele Mitstreiter gefunden – so den Leiter Qualität und Nachhaltigkeit im Tourismusverband des Landes, Vertreter vom Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa, vom Naturschutzbund, Umweltverbänden und Firmen, die sich mit Umwelt-Zertifikaten beschäftigen. „Unser Ziel ist es, alle Beteiligten in der Beherbergungsbranche für das Thema zu sensibilisieren.

Nachhaltiger Tourismus sollte wirtschaftlich sinnvoll gestaltet werden und ökologisch tragfähig sein“, betont die Kurdirektorin, die mit „Greentable“ einen Verein zu Gast hat, der sich für Nachhaltigkeit in der Gastronomie stark macht. Das Motto der Initiative lautet: Wertschätzung von Lebensmitteln, regionale und saisonale Küche, Klimaschutz, soziales Engagament.

„Es sind oft Kleinigkeiten in den Hotels. Welche Wasch- und Reinigungsmittel werden verwendet? Wie oft nutze ich ein Handtuch?“, sagt Christine Beyer und verweist auf das EU Ecolabel, das Produkte und Dienstleistungen, die geringere Umweltauswirkungen haben, kennzeichnet. Auch das wird im Workshop eine Rolle spielen. „So ein Zertifikat kann ein Alleinstellungsmerkmal sein. Wir wollen zeigen, welche Möglichkeiten es da gibt.“

So wie auch das Projekt „FairTradeTown“ (die OZ berichtete), das vor gut zwei Wochen in Zinnowitz angeschoben wurde. Die Kommune fördert gezielt den fairen Handel und organisiert dazu mehrere Projekte mit Einzelhändlern, Schulen, Vereinen und Kirchen.

Das Thema Barrierefreiheit wird beispielsweise in der Familienferienstätte Casa Familia groß geschrieben. „Alle Räume sind bei uns barrierefrei zugänglich“, betont Roland Treutlein, stellvertretender Direktor des Hauses. Er begrüßt die Initiative der Kurdirektorin. „Barrierefrei verbinde ich nicht nur mit Rollstuhlfahrern. Junge Familien mit Kinderwagen oder ältere Menschen, die auf Rollatoren angewiesen sind, zähle ich ebenso dazu“, so Treutlein. In dem Haus sind von 189 Zimmern 13 behindertengerecht. Den Workshop habe er auf dem Zettel – „vielleicht kann man in dem Zusammenhang auch darüber diskutieren, im Ort alle Strandabgänge barrierefrei hinzubekommen.“

Dass mitunter aber der Denkmalschutz der Barrierefreiheit im Weg steht, hat Martina Vollrath vom Zinnowitzer Hotel „Dünenschloss“ erfahren. Ihr Haus ist nur über eine Treppe erreichbar. „Für Gäste mit Handicap ist das nicht so einfach. Klar, Stammgästen, die auf den Rollator angewiesen sind, helfen wir. Für Rollstuhlfahrer ist es schwer“, meint die Inhaberin, die den Workshop begrüßt. Und zum Punkt Nachhaltigkeit ein kleines Beispiel parat hat: „Bei uns im Haus gibt es Marmelade und Honig nicht in den Einmal-Verpackungen, sondern nur in kleinen Töpfen. So fällt weniger Verpackung und Müll an.“

Workshop:

Wann? 9. und 10. November,

jeweils 9 bis 17 Uhr Wo? Hotel Preußenhof;

Teilnahme ist kostenlos;

Anmeldung: kultur@kv-zinnowitz.de

Henrik Nitzsche

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