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Wolgast gibt grünes Licht für Zarnitzer Melkzentrum

Zarnitz/Wolgast Wolgast gibt grünes Licht für Zarnitzer Melkzentrum

Stadtvertretung stimmt umstrittenen Ausbau der Milchviehanlage zu.

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Das Interesse am Landwirtschaftsbetrieb ist groß. 2012 kamen hunderte Besucher am Tag des offenen Hofes nach Zarnitz.

Quelle: Fotos: Tom Schröter

Zarnitz. Grünes Licht für die beabsichtigte Erweiterung der Milchviehanlage nahe Zarnitz: Das Wolgaster Stadtparlament stimmte am Montagabend den Plänen der Peeneland Agrar GmbH Hohendorf mehrheitlich zu. Das Vorhaben sieht eine Verdoppelung des aktuell etwa 550 Tiere zählenden Bestandes vor. Hierfür sollen, zusätzlich zu den beiden Ende 2011 in Betrieb genommenen Rinderoffenställen, im Jahr 2015 zwei weitere typengleiche Boxenlaufställe mit jeweils 278 Tierplätzen errichtet werden.

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2011 wurden die ersten beiden Boxenlaufställe (i. B.) samt Melkkarussell gebaut und in Betrieb genommen.

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Das Vorhaben erntete im Vorfeld Kritik. Bewohner von Zarnitz und der Wohngebiete am Kirchberg und Peeneblick in Hohendorf haben Angst, dass durch von der wachsenden Anlage ausgehende, steigende Geruchsbelästigungen ihre Lebensqualität weiter beeinträchtigt wird. Schon jetzt, so klagen Anlieger, litten sie zeitweise unter den Geruchsemissionen, die von der vorhandenen Anlage nebst Biogasanlage und Güllelager herrührten. Ihren Protest fassten die Kritiker in einer Unterschriftenliste zusammen.

Holger Henselin aus Hohendorf, der die Erweiterung ebenfalls kritisch sieht, sagte gestern, dass er in jüngster Zeit keine üblen Gerüche mehr wahrgenommen habe. Sorgen, dass es nach einem Ausbau des Komplexes wieder schlimmer wird, bestünden aber weiter. „Uns ging es darum, ein Ausrufungszeichen zu setzen. Der Vorhabenträger sollte zur Kenntnis nehmen, dass sich die Bewohner Gedanken um ihr Lebensumfeld machen und es zeitweise Beeinträchtigungen gibt“, so Henselin, der sich eine offensive Informationspolitik von Peeneland wünscht.

Laut Anlagenleiter Philipp Kowolik will das Unternehmen dem nachkommen: „Die Anwohner sollen über die Pläne informiert werden“; nach der Ernte sei hierfür Zeit. „Uns ist an einem guten Miteinander mit den Anwohnern gelegen.“ Um die Geruchsorgane der Dörfler zu schonen, werde beim Umgang mit der Rindergülle auf die Windrichtung geachtet. Zudem komme beim Ausbringen der Güllegärreste seit etwa drei Wochen eine alternative Technologie zum Einsatz. „Mit Schlitztechnik und Grubber wird das Material sofort in den Boden eingearbeitet, so dass es nicht riecht“, so Kowolik. Das Ausbringen der Gülle mittels Schleppschläuchen gehöre endgültig der Vergangenheit an.

Wie der Anlagenleiter mitteilt, solle der erweiterte Komplex nahe Zarnitz noch 2015 eingeweiht werden. Die benötigten Rinder würden aus dem Betrieb in Buggow nach Zarnitz überführt. „In Buggow wollen wir uns später auf die Jungtieraufzucht konzentrieren und in Zarnitz unser Melkzentrum einrichten“, so Kowolik. Zurzeit seien in Zarnitz elf Mitarbeiter angestellt; ein Melker werde noch gesucht. Ins Auge gefasst sei auch ein Hofcafé und eine Milchdirektvermarktung. Um einen Schritt auf die Bevölkerung zuzugehen, sei am 13. September im Rahmen des Hohendorfer Erntedankfestes ein Kaffeetrinken in einem separaten Saal in der Milchviehanlage vorgesehen.

Einige Zahlen

1200 Tierplätze sollen laut Unternehmensangaben nach dem Ausbau der Milchviehanlage in Zarnitz vorgehalten werden. Zuzeit befinden sich etwa 550 Rinder am Standort.

Benötigt werden für die Erweiterung zusätzliche Flächen zur Futterlagerung, ein Ausbau des Güllelagers (derzeit existieren zwei Behälter mit jeweils 2800 Kubikmeter Fassungsvermögen) sowie ein weiteres Depot für die nach Passieren der vorhandenen Biogasanlage anfallenden Gärreste.

 

Tom Schröter

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