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Wissenschaftliche Schätze unterm Dach

Greifswald Wissenschaftliche Schätze unterm Dach

Mitte des 19. Jahrhunderts war der Autodidakt Felix Dujardin (1801 bis 1860) eine Berühmtheit in der Fachwelt.

Greifswald. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Autodidakt Felix Dujardin (1801 bis 1860) eine Berühmtheit in der Fachwelt. Dieser französische Naturforscher, Botaniker und Zoologe ist in Greifswald auf eine besondere Weise präsent. Unter dem Dach des Zoologischen Instituts liegen handkolorierte und von Hand beschrifte Lithographien von Würmern. „Das ist schon etwas ganz Besonderes unter all den Schätzen die hier in den Schränken lagern“, schätzt der Biologe Henry Witt ein. Insgesamt lagern auf dem Boden der Zoologie etwa 60 laufende Meter Schriftgut. Henry Witt wurde im vergangenen Jahr gefragt, ob er nicht bei der Sichtung der Sammlungen im Hause helfen könnte. Konkret geht es dabei um Schriften. Denn die Tierpräparate, Skelette und so weiter sind bereits in die Loitzer Straße in die frühere Kinderklinik umgezogen. In der Fettenvorstadt werden künftig alle Zoologen mit Ausnahme der Arbeitsgruppe von Prof. Jan-Peter Hildebrandt zu finden sein. Die Labore und Praktikumssäle befinden sich inzwischen ebenfalls dort. Henry Witt soll empfehlen, was von dem darüber hinaus im Haus verwahrten bewahrenswert ist. Eine Aufgabe, die der Ruheständler schon für die Botaniker übernahm. Witt hat in Greifswald studiert und jahrzehntelang an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität gearbeitet.

„Ich habe die Akten aus der Wende- und Nachwendezeit durchgesehen und stieß dabei auf den Boden mit den Schränken voller Schriften“, erzählt er. Es ist eine Sammlung von Sonderdrucken von Veröffentlichungen und wissenschaftlichen Zeitschriften aus den Fachgebieten, mit denen sich die Zoologen seit dem 19. Jahrhundert befasst haben. 1836 zogen sie hier ein und blieben hier. Da die Ära der wissenschaftliche Zeitschriften erst Mitte des 19. Jahrhunderts befand, ist auch so manches Heft Nummer 1 in den Schubern.

„Ab der Dritten Hochschulreform 1968 bis 1990 wurden die Akten dezentral in den Sektionen aufbewahrt“, erzählt Witt. Einiges wurde bei den Umzügen nach der Wende achtlos weggeworfen. Die neuen Professoren standen nicht in der Tradition der alten Institute, schätzt Witt ein. Auch die Bestände in der Zoologie sind heute vergessent, schätzt der Biologe ein. Aber sie sind eben noch da und sollten erhalten werden.

OZ

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