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Wo Fischotter und Steinbeißer zu Hause sind

Insel Usedom Wo Fischotter und Steinbeißer zu Hause sind

Im 2300 Hektar großen FFH-Gebiet Ost-Usedomer Hügelland sind viele Tierarten aber vom Aussterben bedroht.

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Im FFH-Gebiet vom Aussterben bedroht: der Fischotter.

Quelle: Carolin Riemer

Insel Usedom. Das Europäische Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet (FFH-Gebiet) „Ost-Usedomer Hügelland“ wird noch in diesem Jahr seine endgültige theoretische Grundlage erhalten. Wie Mitarbeiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt und des Stralsunder Büros Umweltplan im Beirat des Naturparks Insel Usedom berichteten, wird die seit 2012 laufende Erarbeitung einer Managementplanung bis zum Sommer abgeschlossen sein und dann öffentlich vorgestellt.

Das FFH-Gebiet „Ost-Usedomer Hügelland“ ist rund 2300 Hektar groß und umfasst in drei Teilgebieten solche markanten Landschaftsteile wie die Steilküste nordwestlich von Bansin, den Großen und Kleinen Krebssee, die Zerninsee-Senke und den Wolgastsee, den Kachliner See und Teile des Thurbruchs. Neben den unterschiedlichen Biotopen sind in diesen Bereichen vor allem solche seltenen und zum Teil akut vom Aussterben bedrohten Tierarten wie der Fischotter, der Kammmolch, der Steinbeißer, die Schmale Windelschnecke, die Libellenart Große Moorjungfer oder die Rotbauchunke zu finden.

Wie stark das Vorkommen dieser Tierarten von ihrem Lebensraum abhängig ist, macht die Übersicht der bisher gesammelten Fakten über die einzelnen in diesem FFH-Gebiet zu schützenden Tier-, Pflanzen- und Landschaftsarten deutlich. So gibt es inzwischen zwar wieder eine stabile Fischotter-Population, aus der aber immer wieder Tiere dem Straßenverkehr zum Opfer fallen, da es angesichts fehlender Durchlässe unter den Fahrbahnen keine sichere Möglichkeit für die Otter gibt, andere Bereiche ihrer Reviere zu erreichen. Für den noch in Teilen des Gothensees und der in ihn mündenden Beek vorkommenden Steinbeißer ist eine dauerhafte Regulierung des Wasserstandes nötig, um ein Trockenfallen der Laichgebiete dieser Fische zu verhindern. Da der Kammmolch keine stark beschatteten Gewässer als Lebensraum mag, sollte, so die Planer, an den zwei Waldweihern in der Zerninsee-Senke, in denen er nachgewiesen wurde, der bis unmittelbar an die Ufer reichende Baumbewuchs gelichtet werden.

Optimistisch stimmende Kunde gibt es über die im Bereich der Steilküste bei Bansin lebende Schmale Windelschnecke — auch dieses Tier ist ein Indikator für einen (noch) intakten Lebensraum.

Dringenden Handlungsbedarf in Sachen Gewässerqualität sehen die Umweltplaner für die beiden Krebsseen, in denen der Nährstoffeintrag von benachbarten Landwirtschaftsflächen zu hoch ist. Das trifft auch für den Gothensee zu, während für das Ostufer des Wolgastsees das Verbot des Anlegens mit Booten, des Angelns und des Badens vorgeschlagen wird, da vor allem in diesem Bereich bestimmte typische und zugleich seltene Algenarten immer seltener werden. Dietrich Butenschön

 



OZ

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