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Usedom Wolgast: Neun Monate Haft für Wehrmitglied
Vorpommern Usedom Wolgast: Neun Monate Haft für Wehrmitglied
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00:00 13.12.2017
Wolgast/Greifswald

Eine tätliche Auseinandersetzung, die sich in der Nacht des 29. Juli 2016 in Wolgast ereignete, hatte jetzt ein juristisches Nachspiel. Am Montag verurteilte das Amtsgericht Greifswald einen heute 25-jährigen Wolgaster, der aktiver Feuerwehrmann in der Peenestadt ist, zu einer neunmonatigen Haftstrafe ohne Bewährung, wie Gerichtssprecher Andreas Hennig mitteilte. „Zusätzlich muss der Angeklagte die Kosten des Verfahrens und der Nebenklage tragen.“

Der Gerichtssprecher bestätigte einen Bericht von Robert Schiedewitz vom Verein Lobbi Ost – einem Verein, der sich der parteiischen Unterstützung von Betroffenen rechter Gewalt verschrieben hat. Demnach soll der turbulente Abend im Juli 2016 in Wolgast mit einem rechten Angriff auf einen Jugendlichen begonnen haben. Gegenstand des zweitägigen Gerichtsverfahrens war ein Angriff auf einen 28-jährigen Berliner. Dieser war auf dem Weg zur Polizei, als ein Auto vorfuhr, dessen Insassen plötzlich auf ihn zustürmten und ihn brutal zusammenschlugen.

Der Betroffene, gleichsam Nebenkläger, berichtete, dass er durch den Angeklagten zunächst geschubst und auf die Motorhaube eines zweiten Fahrzeugs geschleudert worden sei. Anschließend sei er, am Boden liegend, mit Schlägen und Tritten vom Angeklagten und mindestens einer weiteren Person traktiert worden. Die Angreifer hätten ihn als „Scheiß Zecke“ und „Scheiß Antifa“ beschimpft. Der Angeklagte und andere Zeugen der Verteidigung wollten mit vermeintlich abgesprochen Aussagen entlastend wirken, allerdings fehlte es ihnen an Erinnerungen zum konkreten Geschehen oder es kam zu offenbaren Widersprüchen vor Gericht. Das rechte Motiv wurde geleugnet oder nicht thematisiert.

Für den Angeklagten, so Schiedewitz weiter, kam erschwerend hinzu, dass ein vor Ort eingesetzter Polizist vor Gericht erklärte, der Angeklagte habe „wie ein Irrer“ auf den Betroffenen „eingedroschen“. Der Vater des Angeklagten habe nicht eingegriffen und erklärt, der Geschlagene habe dies doch verdient. Gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG wollte sich der Mann gestern nicht zu dem Fall äußern. „Dazu sage ich nichts. Es ist nicht alles richtig, was dort gesagt wurde. Das ist noch zu klären.“ Auch, dass gegen ihn ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung eingeleitet worden sei, sei ihm nicht bekannt.

Der Vater des Verurteilten war bereits im April 2014 wegen einer Schlägerei vor einem Haus in der Heberleinstraße in die Schlagzeilen geraten. Dort, so der Vorwurf des damals Geschädigten, soll der Wolgaster einen seiner Söhne bei einem Handgemenge aktiv unterstützt haben. Gegenüber der OZ bestritt der Mann, der auch Mitglied der Feuerwehr ist, eine Beteiligung: „Ich weiß, wie ich mich zu verhalten habe.“

Im Gerichtsprozess gegen seinen Sohn machte die Staatsanwaltschaft am Montag in ihrem Plädoyer deutlich, sie habe keine Zweifel daran, dass sich der Angeklagte am 29. Juli 2016 gemeinsam unter anderem mit seinem Bruder und seinem Vater gezielt auf der Suche nach Personen befand, die an vorangegangenen Auseinandersetzungen beteiligt waren, und dabei auf den Nebenkläger traf. Daher sah es auch das Gericht als erwiesen an, dass sich der Angeklagte der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht habe. Nur, weil der Betroffene seinen Kopf geschützt und schwere Verletzungen verhindert habe, sei das Strafmaß am unteren Ende des Möglichen anzusiedeln.

Strafschärfend wirke hingegen, dass der Angeklagte zur Tatzeit bereits unter Bewährung wegen einer gefährlichen Körperverletzung aus dem Jahr 2014 stand – wenngleich die diesbezügliche Strafe bereits im März 2017 erlassen wurde, obwohl der Staatsanwaltschaft bekannt war, dass ein Verfahren lief, wie Hennig bestätigte.

„Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig“, so der Sprecher. Die zuständige Richterin rechne damit, dass der Angeklagte in Berufung geht.

Tom Schröter

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