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Wolgaster Kinderärztin: Die Bürger fühlen sich abgehängt

Wolgast Wolgaster Kinderärztin: Die Bürger fühlen sich abgehängt

Bürgerinitiative führt Umgang mit Wolgaster Klinik als ein Grund für Wahlergebnis an

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Ein ZDF-Kamerateam befragte Kinderärztin Dr. Brigitte Knappik nach den Gründen für den hohen AfD-Anteil bei der Landtagswahl. „Die Bürger fühlen sich abgehängt“, sagte die Medizinerin und verwies unter anderem auf die Einschnitte in der Krankenhauslandschaft.

Quelle: Fotos: Tom Schröter

Wolgast. Nach der Wahl ist vor der Wahl: Getreu diesem Motto soll es auch weiterhin Mahnwachen und Demonstrationen für den Erhalt des Wolgaster Kreiskrankenhauses mit allen Stationen geben. „Wir werden unsere Aktionen fortsetzen und weiter Druck auf die Landesregierung ausüben“, sagt der Wolgaster Kai-Uwe Ottenbreit, der gestern um 17.30 Uhr zu einer Mahnwache an der Krankenhauseinfahrt aufgerufen hatte. Etwa 50 Protestler fanden sich ein, darunter auch viele Mitglieder der Wolgaster Bürgerinitiative, die sich für eine Wiedereröffnung der Kinderstation, der Gynäkologie und der Geburtshilfe stark gemacht und dafür über 19000 Unterschriften gesammelt hatte.

OZ-Bild

Bürgerinitiative führt Umgang mit Wolgaster Klinik als ein Grund für Wahlergebnis an

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Die Ignoranz gegenüber den Bürgern hat zu diesem Wahler- gebnis geführt.“Stefan Weigler,

Bürgermeister Wolgast

Ein ZDF-Team war gestern nach Wolgast gekommen um zu ergründen, warum im hiesigen Wahlkreis 30 am Sonntag bei der Landtagswahl landesweit die meisten Wähler ihr Kreuz bei der AfD machten. Die Wolgaster Kinderärztin Dr. Brigitte Knappik erklärte, dass dieses Wahlverhalten ihrer Meinung nach Ausdruck allgemeinen Protestes sei und mit rechter Gesinnung nichts zu tun habe. „Die Bürger fühlen sich abgehängt“, sagte die Medizinerin, die Verständnis für das Wahlverhalten zeigte und unter anderem darauf verwies, dass der Bürgerwille im Falle der Streichung der erwähnten Stationen des Wolgaster Kreiskrankenhauses keine Rolle gespielt habe. „Wir sind hier keine braune Gegend. Im Gegenteil: Es gibt viele Mitglieder in der Bürgerinitiative, die sich in der Flüchtlingsbetreuung engagieren“, betonte Dr. Knappik.

Wolgasts Bürgermeister Stefan Weigler (parteilos) äußerte sich ähnlich. Erklärungen seitens der Landes-CDU, das schlechte Abschneiden der Christdemokraten in MV habe in erster Linie mit der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu tun, bezeichnete Weigler als „schwachsinnig. Ein Haus besteht aus vielen Steinen.“ Weigler erinnerte daran, dass die SPD/CDU-Koalition im Schweriner Landtag den Bürgerprotest gegen die Einschnitte in der medizinischen Versorgung im Bereich Wolgast/Insel Usedom „einfach weggebügelt“ habe. „Im Falle des Wolgaster Amtsgerichtes war dies das Gleiche. Die Kreisstrukturreform wurde durchgedrückt, koste es was es wolle, und was den Ausbau der Infrastruktur angeht, diskutieren wir seit 1992 über ein Infrastrukturprojekt, das schon im Einigungsvertrag stand – ich meine die Ortsumgehung Wolgast.“

Die Ignoranz der von den beiden Volksparteien angeführten Landesregierung gegenüber den Vorpommern sei der Hauptgrund für den Wahlausgang, meint Weigler: „Den Leuten war scheißegal, ob und wie die AfD inhaltlich aufgestellt ist. Sie haben gesagt: ,Ich wähle die aus Protest.’ Die Wähler deshalb in die rechte Ecke zu stellen, ist falsch. Es bleibt zu hoffen, dass der Hilferuf aus Vorpommern in Schwerin gehört und verstanden wird.“

Tom Schröter

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Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) überreicht Landrat Ralf Drescher (CDU) einen Förderbescheid für das Projekt.

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