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Usedom Wolgaster in Sorge um Zempiner Küstenschutz
Vorpommern Usedom Wolgaster in Sorge um Zempiner Küstenschutz
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00:01 12.10.2017
Fred Wisniewski zeigt auf die Reste der Düne. Dort nagte im Januar dieses Jahr das Wasser der Ostsee. Quelle: Foto: Hannes Ewert

Wenn Fred Wisniewski aus Wolgast am Strand von Zempin steht, bekommt er Angst – Angst um die Zukunft des kleinen Ortes. Der Rentner zeigt mit der Hand auf die Düne: „Sehen Sie, das sind nur noch Fragmente einer Düne. An der oberen Spitze ist sie nicht mal mehr einen Meter breit. Bei der nächsten Sturmflut ist davon nicht mehr viel übrig, und dann sind weite Teile dahinter überflutet. Und die nächste Sturmflut kommt mit Sicherheit auf die Insel zu“, sagt der 82-Jährige.

Seit mehr als 45 Jahren wohnt der gelernte Ingenieur über die Sommermonate in seiner Hütte, die sich unmittelbar hinter den Dünen in einem Ferienwohnungsgebiet befindet. „Ich sehe, dass jedes Jahr etwas weniger Land zu sehen ist. Das Wasser frisst die Küste regelrecht auf“, sagt er. Sein „bestes Beispiel“: der Campingplatz. „Die Straße am Campingplatz wird nach den nächsten Sturmfluten nicht mehr da sein. Dann ist die Katastrophe da“, verdeutlicht er.

Aus diesem Grund wandte sich Wisnieswski, der 20 Jahre lang bis zur politischen Wende auf der Peene-Werft arbeitete, an das zuständigen Landwirtschaftsministerium in Schwerin. Er unterbreitete Vorschläge, übte Kritik und stellte Fragen. „Oft bekam ich eine Antwort erst viel später oder gar nicht“, empört er sich. „Vor einem Jahr war die erste schwere Sturmflut, im Januar die zweite. Ja, es wurde kräftig aufgeräumt. Und das war richtig und wichtig. Aber mehr leider nicht“, erklärt er. Er hofft, dass der Küstenschutz zur Chefsache gemacht wird – sichernde Maßnahmen erfolgen, die in Zukunft eine verheerende Sturmflut abwehren.

Seiner Meinung nach müsste sofort ein zuständiges Institut mit den erforderlichen Bauarbeiten beauftragt werden. „Meine Vorschläge wären zum Beispiel die Nachrüstung fehlender neuer Pfahlbuhnen, die Reparatur der letzten Winterschäden an den Buhnen, die Überprüfung der neuen Buhnen auf Höhe, Abstand und Länge“, erklärt er. Unabdingbar sieht er ein regelmäßiges Treffen mit den zuständigen Ministern, Gemeindevertretern, Bürgermeistern und Experten vor Ort.

Wisniewski kennt gute Beispiele von der Insel Sylt an der Nordsee. „Dort wird jedes Jahr im Frühjahr der Strand aufgespült. Tausende Tonnen Sand werden dort bewegt. Das Land bekommt den Sand wieder, der ihm im Winter durch Sturmfluten oder Hochwasser genommen wurde“, sagt er. Er fragt sich, warum so etwas nicht auf der Insel Usedom möglich ist.

Im Amt Usedom Süd, zu der die betroffenen Küstenabschnitte gehören, sind die Vorbereitungen für eine Strandaufspülung im kommenden Jahr im Gange. „Derzeit läuft durch das Land das Genehmigungsverfahren. Eine Sandlagerstätte befindet sich vor dem Streckelsberg in Koserow“, so Verwaltungschef René Bergmann. „Dann können auch die Strandaufgänge in Zempin wieder hergestellt werden“, erklärt er.

Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte vor Kurzem in einem Interview deutlich gemacht, dass wegen der hohen Kosten nicht alle Wünsche der Küstenorte erfüllt werden könnten. Die bebauten Gebiete würden durch verschiedene Maßnahmen geschützt. „Wir können aber nicht das gesamte Land auf diesen maximalen Schutzstatus heben.“ Im Vordergrund stehe immer der Schutz vom Menschenleben, nicht der Wunsch nach schönen Stränden.

Küstenschutz

Das Land hatte nach der Flut einen 25-Millionen-Euro-Hilfsfonds für Kommunen aufgelegt, die besondere Schäden verzeichneten. Den Angaben zufolge wurden die Mittel etwa zur Hälfte auch abgerufen. Das Geld werde vorrangig für Strandaufspülungen und den Aufbau der Dünen eingesetzt.

Nach Einschätzung des Ministeriums ist die

Sicherheit aller Siedlungen, die durch Dünen oder andere größere Küstenschutzanlagen geschützt werden, aktuell gewährleistet. „Man kann daher feststellen, dass die Vorbereitung auf die beginnende Sturmflut-Saison gut ist“, zeigte sich das

Umweltministerium überzeugt.

Hannes Ewert

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