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Usedom Wunsch nach Klinik und Radwegen
Vorpommern Usedom Wunsch nach Klinik und Radwegen
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00:11 15.03.2018
Die Forderung nach einem Radweg an der Neuhofer Straße ist nicht neu. Quelle: Fotos: Henrik Nitzsche

Jedes Mal, wenn der Heringsdorfer Manfred Vahl die Neuhofer Straße entlang fährt, ärgert er sich, dass es hier keinen Radweg gibt. „Die Straße ist doch breit genug“, sagt der 75-Jährige, der noch immer als selbstständiger Architekt unterwegs ist. Hoffnung, dass dort zeitnah eine Spur für Radfahrer entstehen könnte, kann ihm Bauamtsleiter Andreas Hartwig nicht machen. „Wir lassen gegenwärtig aber ein Radwegekonzept für die Gemeinde erarbeiten“, so Hartwig. Den Auftrag habe ein Anklamer Büro bekommen. Ideen für straßenbegleitende Radwege oder sogenannte „Rad-Autobahnen“ sollen dann entwickelt werden.

Heringsdorfer macht sich Gedanken über seinen Ort / Statt „Kaiserbad“ lieber „Perle des Nordens“

Laut Hartwig gab es bereits für die Neuhofer Straße oder die Ahlbecker Chaussee Pläne, die Radfahrer auf einem Schnellweg zügig durch die Orte zu bringen. „An einer Landesstraße funktioniert es aber nicht, so dass wir uns von diesem Plan verabschiedet haben. Alternativ suchen wir aber nach schnellen Radwegen durch die drei Orte parallel zur Promenade. Bergstraße, Waldstraße, Gorki-Straße oder Kaiserstraße wären da Möglichkeiten, die das Büro nun untersuchen wird. Schwierig ist es dort nur, weil wichtige Straßen, wie die Seestraßen in den drei Bädern, gekreuzt werden müssen“, sagt Hartwig.

Wenn es um die Infrastruktur geht, fällt auch immer mal wieder der Wunsch nach mehr Kreisverkehren. „An der Ecke Edeka/Aldi brauchen wir unbedingt einen Kreisverkehr, im Bereich Bahnhof Heringsdorf auch“, sagt Vahl, der vor zwei Jahren aus dem Ruhrgebiet wieder zurückkehrte. In seine Heimat, wie er betont. Vahl ist gebürtiger Heringsdorfer, der viel in seiner Gemeinde unterwegs ist – „mit kritischem Blick“, wie er betont.

Beispiel Gehweg Kulm zur Promenade: „An diesem seit 100 Jahren öffentlichen Weg steht jetzt „Gesperrt Privatweg“. Das ist kein privater Weg, der ist in Gemeindehand. Viele Villenbesitzer haben in dem Bereich ihre eigenen Wege zur Promenade geschaffen. Man hätte sich dort vielleicht zusammenschließen können, um einen Weg für die Allgemeinheit hinzubekommen“, so Vahl.

Bürgermeister Lars Petersen bestätigt, dass es sich bei dem „Privatweg“ um einen kommunalen Weg handelt. „Zur Ertüchtigung des sogenannten Serpentinenweges müssten wir mehr als eine halbe Million Euro in die Hand nehmen. Es ist ja auch eine Frage der Verkehrssicherungspflicht. Das Geld haben wir derzeit aber nicht“, sagt Petersen und fügt hinzu „Wir haben genug Baustellen im Ort.“ Er meint damit den Schulbau, die Sanierung der Delbrückstraße, den Umbau der Touristinformation in Heringsdorf oder den laufenden Bau des Regenwasserhauptsammlers nahe der Kreuzung in Ahlbeck in Richtung Korswandt.

Dass Vahl, dessen Vater von 1948 bis zur Rente Chef der kommunalen Wirtschaft in der Gemeinde war, die Holztreppen-Konstruktion vor den Containern der Touristinformation am Platz des Friedens in Heringsdorf als „Verschandeln des Ortszentrums“ bezeichnet, sieht Petersen gelassen. „Das ist seine Meinung. Die Mitarbeiter können ja schlecht auf einer Baustelle die Gäste empfangen. Es handelt sich um eine Übergangslösung.“ Im nächsten Jahr sollen die Mitarbeiter in die ehemalige Bibliothek umziehen. Das denkmalgeschützte Haus nebenan in der Delbrückstraße wird für rund 2,5 Millionen Euro als neue Tourismus Service Zentrale umgebaut.

Vahl wünscht sich statt einer neuen Tourist-Info lieber eine neue Klinik. „Bis zur Wende hatten wir hier mehrere Krankenhäuser. Wo die meisten Einwohner sind, passieren auch die meisten Unfälle. Dazu kommen die Urlauber. Fahrten nach Wolgast und Greifswald sind unzumutbar. Man sollte dringend mit den Nachbarn verhandeln, um eine Kooperation mit dem Krankenhaus in Swinemünde hinzubekommen“, betont der Heringsdorfer, der mit dem Namen „Kaiserbäder“ nicht viel anfangen kann. „Für mich ist das eine abwertende Bewertung des Ortes. Warum nennen wir uns nicht ,Perle des Nordens’?“

Henrik Nitzsche

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