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Zähe Gespräche mit der SPD

Wolgast/Schwerin Zähe Gespräche mit der SPD

Vorstand der Klinik-Bürgerinitiative im Dialog mit Regierungsfraktionen

Wolgast/Schwerin. Keine Zeit für Pausen! Zu Gesprächen mit Vertretern der beiden Koalitionsfraktionen waren am Mittwoch die Vorständler der Bürgerinitiative pro Kreiskrankenhaus im Schweriner Schloss. Unerwarteter Weise lud sie außerdem Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) zu einer weiteren Unterredung ein. Während letztgenannter Umstand die Gäste aus Wolgast ausdrücklich erfreute, kosteten sie die folgenden Gespräche eigenen Angaben zu Folge viel Kraft. Und der Erfolg ist (noch) nicht messbar. Es geht offenbar um das berühmte Bohren äußerst dicker und widerspenstiger Bretter.

Dabei kommt es jetzt auf das Durchhaltevermögen der Bürgerbewegten an. Über die Länge der Distanz müssen sie immer wieder und nachdrücklich unter Beweis stellen, dass sie gewillt und in der Lage sind, aus ihrer Sicht falsche politische Beschlüsse noch einmal zu kippen. „Ihr“ Kreiskrankenhaus mit allen seinen bisherigen Abteilungen bleibt das Ziel. Die Forderung umzusetzen, verlangt den BI-Vorständlern jedoch viel ab. Mit Blick auf die absolvierten Termine ist jedenfalls von einem „mühsamen und sehr zähen Gesprächsmarathon“ die Rede. Trotzdem oder gerade deshalb bleibe die Initiative „sehr kritisch und wachsam“, heißt es in einem Statement von gestern.

Das Fazit der Gäste lautet: Während in der CDU-Fraktion mehr Bewegung und das Bemühen erkennbar ist, eine belastbare Kompromissvariante für die medizinische Versorgung in Wolgast zu finden, habe die SPD noch viel Klärungsbedarf in ihren Gremien. Entsprechend locker sei die Atmosphäre im Gespräch mit Sebastian Ehlers (CDU) gewesen, während die Unterredung mit SPD-Fraktionschef Thomas Krüger als „angespannt“ charakterisiert wird. Für beide Fraktionen gelte jedoch, dass viele Sachverhalte und Details der Wolgaster Geschehnisse und Entscheidungen im fernen Schwerin noch immer unbekannt seien.

Auch deshalb habe man erneut eine Fülle von Unterlagen – wie Gutachten und statistisches Zahlenmaterial – übergeben. „Vielleicht konnten wir ja einiges zur Aufklärung beitragen, den Blick für die Region schärfen“, hofft BI-Chefin Anke Kieser (CDU). Beide Fraktionen hätten jedenfalls zugesagt, den Wolgastern und Insulanern zeitnah eine Antwort und damit Bewertung der Gespräche vom Mittwoch zu senden.

Was Regierungschef Erwin Sellering (SPD) in die strittige Materie einzubringen bereit ist, wird sich spätestens am 30. November zeigen. Dann reisen die BI-Vorständler erneut in die Landeshauptstadt, um in der Staatskanzlei empfangen zu werden. Warum sie das immer wieder auf eigene Kosten mit ihren Privat-Pkw tun müssen, während in Schwerin steuerfinanzierte Nobelkarossen für Regierung und Parlament bereit stehen, will ihnen freilich nicht einleuchten.

Unterdessen hat sich Geschäftsführer Dr. Thorsten Wygold gestern noch einmal explizit zum Labor am Kreiskrankenhaus geäußert. Die Darstellung von einer Schließung des Wolgast Labors sei falsch. „Es geht um eine neue Ausschreibung des Leistungen ab 1. Januar“, stellte er richtig. Danach würde voraussichtlich ein Teil weiter in Wolgast erbracht, ein anderer Part erfolge durch das Zentrallabor der Unimedizin Greifswald. „Das macht auch wirtschaftlich Sinn, zumasl wir ja eine Familie sind“, so Wygold. Die Schritte zur Umsetzung dieses Prozesses würden momentan zwischen den Laborleitern und Chefärzten beider Häuser geklärt. Für Transporte von Wolgast nach Greifswald gebe es bereits Transportkapazitäten.

Während der Wolgaster Laborleiter in den Ruhestand gehe, blieben die sieben oder acht MTAs Angestellte. „Wir dürfen laut Sozialtarifvertrag ja gar nicht betriebsbedingt kündigen“, stellt Wygold klar.

Allerdings werde man den Betroffenen zumindest teilweise andere Tätigkeiten anbieten. Es gebe genug zu tun und eine berufliche Perspektive für jede Mitarbeiterin. So würden dringend Schwestern für die sich sehr gut entwickelnde Geriatrie benötigt.

Steffen Adler

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