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Usedom Zinnowitz: Grundschule wird abgerissen
Vorpommern Usedom Zinnowitz: Grundschule wird abgerissen
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01:20 28.10.2017
Tausende Schüler wurden bis Mitte der 1990er Jahre in dem Gebäude unterrichtet. Dann gingen hier die Lichter aus. Quelle: Fotos: Hannes Ewert
Zinnowitz

An diesem Gebäude hängen viele Erinnerungen: Spielende Kinder, wissbegierige Schüler, ein liebevoll angelegter Garten... Im sozialen Netzwerk Facebook schwelgten viele ehemalige Schüler und Lehrer der Zinnowitzer Grundschule in Erinnerungen. „Ja, das waren noch Zeiten. 1975 ging ich da in die Schule. Es war sehr schön und wir hatten uns gefreut, wenn Schulgarten war“, schreibt zum Beispiel OZ-Leserin Petra Eggert. „Zwar nur ein Jahr drin verbracht, aber es war die schönste Schule. Vor zwei Jahren das letzte Mal dort gewesen... solangsam wird alles von der Kindheit dem Boden gleich gemacht. Schade“, ergänzt Tom Laser.

Auf dem Areal soll ein grünes Klassenzimmer entstehen / Auch Wohnraum und Geschäfte möglich

Seit etwa drei Wochen wird das Gebäude Stück für Stück abgerissen. Jeder Raum wird in seine Einzelteile zerlegt. Bis spätestens Ende Dezember soll von dem Gebäude nichts mehr zu sehen sein.

Im Jahr 1998 gingen in der Grundschule die Lichter aus. Seit dem Zeitpunkt wurde das Gebäude dem Verfall überlassen. Auf dem Gelände wuchsen unkontrolliert Bäume und Sträucher in die Höhe, ab und zu musste auch mal die Feuerwehr ausrücken, um dort einen Brand zu löschen. Unbekannte besprühten das Haus mit Graffiti.

Heute, fast 20 Jahre später, erinnern noch einzelne Möbelstücke an die Schulzeit im Inneren des Hauses. Zum Beispiel die Stühle aus Holz und Metall, mit denen man als Schüler „kippeln“ konnte. Auch ein Tisch-Kicker geht nun auf den Sperrmüll. Auf der anderen Seite sind es Tafeln, Bretter und haufenweise Schränke, die sich nun vor dem Haus türmen.

Die Arbeiter sind dabei, alle Reste in dafür vorgesehene Tüten zu verpacken, gerade was die Dämmung des Gebäudes angeht. Es ist also nicht nur damit getan, einen Abrissbagger zu schicken.

„Das Gelände soll nach dem Abriss der Grundschule für gemeindeeigene Zwecke genutzt werden, ein Verkauf an Dritte ist bislang ausgeschlossen“, betont Bürgermeister Peter Usemann (parteilos). Das Gemeindeoberhaupt kann sich auf dem Gelände zum Beispiel ein grünes Klassenzimmer für die benachbarte Grundschule vorstellen. „Es werden immer mehr Kinder in der Schule. Deswegen mussten wir auch schon das Gebäude erweitern. Auch der Schulhof stößt an seine Grenzen. Vorstellbar ist für mich auch eine Erweiterung des bisherigen Schulhofes.“

Usemann könnte sich auf dem Gelände auch Eigentumswohnungen oder Häuser vorstellen. „Aber keine Ferienobjekte“, betont er. Generell solle in den kommenden Jahren dieser Gegend mehr Leben eingehaucht werden. „Es ist bisher nur eine Idee, aber ich kann mir auch einen kleinen Park vorstellen und kleinere Blöcke, in denen Menschen behinderten- und altersgerecht wohnen können“, sagt er. „Darin können auch Geschäfte enthalten sein. Hier stehen riesige Hotels, aber die Einkaufs- und Verweilmöglichkeiten fehlen hier“, sagt Usemann und blickt voraus: „Hoffentlich wird das Gebiet genauso belebt wie die Straße rund um die Kurverwaltung.“

Hannes Ewert

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