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Zinnowitzer Sportschule wird entkernt

Zinnowitz Zinnowitzer Sportschule wird entkernt

Pfingsten 2017 sollen die ersten Athleten wieder in die Zimmer einziehen / Kapazität wächst

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Gestern holten sich Mitarbeiter des DRK noch brauchbare Möbel aus der Sportschule ab.

Zinnowitz. Gemeinschaftsduschen für vier Personen, Toiletten über dem Flurgang und tiefster DDR- Charme: Damit ist in der Zinnowitzer Sportschule nun bald endgültig Schluss. In dieser Woche begannen dort die Arbeiten für die Sanierung des Gebäudes. Brauchbares Material wird aufgehoben, und nicht verwertbare Gegenstände landen auf dem Müll. Zum Pfingstfest Anfang Juni 2017 werden die ersten Sportler wieder erwartet.

OZ-Bild

Pfingsten 2017 sollen die ersten Athleten wieder in die Zimmer einziehen / Kapazität wächst

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Neue Sportschule

7,9 Millionen Euro kostet die Sanierung der Sportschule.

1,3 Millionen Euro gibt das Wirtschaftsministerium dazu.

5,8 Millionen Euro beträgt die Höhe des Kredites, die die Gemeinde aufnehmen muss. 800 000 Euro stammen aus Eigenmitteln.

13500 Gäste wurden in dieser Saison von Ostern bis Anfang September betreut.

„Die letzte Mahlzeit war hier eine Rinderroulade mit Rotkohl und Kartoffeln“, erinnert sich Sportschulenleiter Carsten Nichelmann, der der OZ gestern einen Einblick in die Küche gewährt. Dort, wo vor ein paar Wochen noch fünf Küchenkräfte schmackhaftes Mittagessen zubereiteten, ist das Mobiliar ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. „In ein paar Wochen steht hier nichts mehr. Dieser ganze Flügel wird abgerissen. Auch der Speisesaal“, erklärt er.

„Als ich 2002 meinen Job angetreten habe, hieß es schon, dass bald etwas passieren müsste. Vor zehn Jahren wurde es schonmal konkret, aber nun geht es wirklich los“, sagt der 46-jährige Leiter erleichtert. „Mit dem aktuellen Zustand waren wir nicht mehr wettbewerbsfähig. Teilweise sind die Gäste schon auf andere Quartiere ausgewichen, weil sie sich nicht mehr mit dem Charme aus tiefsten Ostzeiten zufrieden geben wollten. Es ist einfach nicht mehr zeitgemäß, wenn Erwachsene Leute sich zu viert ein Zimmer und die Duschen teilen müssen“, sagt er.

In den 1960ern entstand die Anlage in der Dr.-Wachsmann-Straße. In diesem Jahr registrierten die Betreiber rund 13500 Übernachtungen bei 3500 Ankünften. „Wenn das Haus voll war, schliefen hier 120 Leute in 49 Zimmern“, sagt er.

Mit der Sanierung werden alle Zimmer mit Dusche und WC ausgestattet – schnurloses Internet via W-Lan ist genau selbstverständlich. Davon konnten die bisherigen Gäste nur träumen. Außerdem entstehen in der Anlage zusätzliche Bettenkapazitäten. „Wir wachsen von 149 möglichen Betten auf insgesamt 200“, sagt er.

Auch auf die Außenanlage kommt neuer Schwung. „Diese Wirtschaftsräume werden dem Erdboden gleich gemacht, auf der anderen Seite entsteht ein Parkplatz“, erklärt er. Auch die Gaststätte „Sportdoktor“

bekommt mit einer neuen Fassade ein neues Gesicht. „Der erste Abschnitt wird im Juni fertig sein. Die kulinarische Versorgung findet dann im Sportdoktor statt“, erklärt er.

Fast alle Zimmer sind jetzt entrümpelt, oft stehen nur noch die Bettgestelle in den Räumen. „Künftig wird es von Ein-Bett- bis Vier-Bett-Zimmer alles geben. Auch an den Behindertensport wird gedacht“, betont Nichelmann.

Viele Profisportler, die heute ihr Geld in der Branche verdienen, gaben sich schon in der Zinnowitzer Sportschule die Klinke in die Hand. „Dazu zählt unter anderem Arthur Abraham, aber da war er noch nicht so bekannt wie heute. Und Tatjana Hüfner, die deutsche Rennrodlerin und Olympiasiegerin im Einsitzer.“

In den nächsten Tagen kommt der Abrissbagger. „Der Mittelteil des Einganges verschwindet komplett. Dann bleiben nur links und rechts die Wohnblöcke stehen. Ich bin jetzt schon gespannt, wie es dann aussieht“, sagt Nichelmann.

Er hofft, dass die Arbeiten gut vorankommen, denn zu Pfingsten haben Turner und Volleyballer aus Berlin schon ihre Zimmer gebucht.

Hannes Ewert

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