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Usedom Zirchower Schule maroder als gedacht
Vorpommern Usedom Zirchower Schule maroder als gedacht
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01:10 23.08.2014
Wo vor gut einem Jahr noch Grundschüler unterrichtet wurden, befinden sich jetzt Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. In der Töpferei werden sie von Grit Zehrfeld (2.v.l.), Mitarbeiterin des Diakonischen Werks Bethanien, angeleitet. Fotos (3): Angelika Gutsche
Zirchow

Mit dem Verlassen des letzten Schülerjahrgangs begann im vergangenen Sommer ein neues Zeitalter für die Zirchower Schule. Schweren Herzens hatte sich die Gemeinde aus Kostengründen trennen müssen. Die Schüler waren gerade aus dem Haus, als die Handwerker und Beschäftigten des Evangelischen Diakoniewerks Bethanien Ducherow die Schule einnahmen, um hier sechs neue Werkstätten für Menschen mit Behinderungen einzurichten.

Seitdem hat das Werk in den Zirchower Standort samt Kauf 850 000 Euro investiert. Alle Leitungen wurden erneuert, außerdem ein neues Heizungssystem und eine moderne Küche, Umkleideräume und Sanitäranlagen eingebaut. 18 neue Fenster wurden eingesetzt, Flure entkernt und das gesamte Haus renoviert und mit neuen Fußböden versehen. Aus Sicherheitsgründen wurde an den ersten Stock eine Notfalltreppe angesetzt. Vorstand Pfarrer Martin Wilhelm sagt unumwunden: „So marode hatten wir den Bau nicht eingeschätzt.“ Noch immer warten drei Klassenräume auf die Renovierung.

Doch nicht nur das. Während in den freundlich und modern eingerichteten sechs Werkstätten bereits 74 behinderte Menschen unter Anleitung von neun Mitarbeitern des Diakonischen Werks fleißig arbeiten, steht noch zur Disposition, was aus der früheren Turnhalle werden soll. „Es ist nicht auszuschließen, dass uns ein Neubau günstiger als die Sanierung kommt“, sagt Bereichsleiter Olaf Wenzel.

Grundlage der Entscheidung wird das Raumprogramm. Und das fordert nicht zwingend eine Sporthalle. „Auch ein einfacher Sportraum würde genügen“, sagt Wenzel.

Die Zirchower, denen noch beim Verkauf eine Mitnutzung der Halle in Aussicht gestellt wurde, hätten damit keine Probleme. Bürgermeister Gerd Wendlandt sagt, dass den Sportgruppen die Nutzung der benachbarten Kulturhalle freistehe: „Wir brauchen die öffentliche Nutzung der Turnhalle nicht unbedingt.“ Den Umbau des Schulhauses begleitet Wendlandt mit Wohlwollen: „Mit dem, was das Diakoniewerk schon investierte und noch investieren muss, wäre die Gemeinde restlos überfordert gewesen“, sagt er auch im Hinblick auf die Außentreppe, die über kurz oder lang nötig gewesen wäre.

Martin Wilhelm kündigt an, dass die Stiftung noch zwei bis drei Jahre beschäftigt sein wird, den neuen Werkstattstandort komplett fertig zu stellen. „Was wir bislang geschafft haben, gewährleistete, dass wir den Betrieb aufnehmen konnten. Jetzt geht es Schritt für Schritt weiter: am Dach, im Treppenbereich und im Außengelände. In vielen Belangen werden dabei Sicherheitsaspekte erfüllt.“

Sechs Arbeitsbereiche
Nach Schließung des Standortes im Heringsdorfer Waldbühnenweg und Ausgliederungen am Spargelberg sind in Zirchow die Arbeitsbereiche für Keramik, Holz, Holz kreativ, Landschaftspflege, Berufsbildungsbereich und Hauswirtschaft untergebracht. Hier finden 74 Beschäftigte mit geistigen oder körperlichen Behinderungen eine sinnvolle Tätigkeit.



Angelika Gutsche

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