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Zu schnell, zu laut, zu viel: Verkehr regt Morgenitzer auf

Morgenitz Zu schnell, zu laut, zu viel: Verkehr regt Morgenitzer auf

Bürger sammeln Unterschriften für beruhigende Maßnahmen

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Die Kopfsteinpflaster-Straße von Morgenitz: gebaut Anfang der 1990er Jahre. Ohne Entwässerung und wohl auch fehlerhaft. Damals rechnete niemand mit einer Zunahme des Schwerlastverkehrs.

Quelle: Foto: Ingrid Nadler

Morgenitz. Früh, um 3 Uhr, brettern erste Autos durch Morgenitz. Am späten Abend noch donnern schwer beladene Rübenlaster laut klappernd über das grobe Kopfsteinpflaster der Dorfstraße. 111 Einwohner zählt der kleine Ort im Lieper Winkel. Die meisten von ihnen nervt der Verkehr.

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Bürger sammeln Unterschriften für beruhigende Maßnahmen

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Der habe sich seit dem Jahr 2008 deutlich erhöht, macht Einwohner Ingo Matthäus mit Verweis auf zwei vom Kreis veranlasste Verkehrszählungen deutlich. „ In Richtung Krienke sind 2008 an zwei Tagen 286 Fahrzeuge gezählt worden. 2017 waren es bereits 4149, davon 102 Lkw. In Richtung Dewichow ist 2017 erstmals eine Verkehrszählung dokumentiert. Hier sind an zwei Tagen 5695 Fahrzeuge gezählt worden. Davon 1070 Lkw.“ Ende August hob Matthäus gemeinsam mit Burkhard Lebert und Wolfgang Grimm die Bürgerinitiative „Dorfstraße statt Rennpiste“ aus der Taufe. Sie startet nun eine Unterschriftenaktion, mit der sie die Wiedereinführung der vor 15 Jahren aufgehobenen Tonnagebegrenzung auf 7,5 t, eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Pkw (30 km/h) und Lkw (10 km/h) sowie die Beseitigung erheblicher Straßenschäden fordert. Parallel dazu wollen sie Landwirtschaftsbetriebe und Entsorgungsunternehmen anschreiben und um Verständnis für ihre Belange bitten.

Immer wieder hatten sich Morgenitzer in der Vergangenheit beim Kreis über die deutliche Verschlechterung ihrer Lebensqualität beschwert und auf die Gefährdung ihrer Kinder und der alten Leute hingewiesen. Auch eine Unterschriftensammlung und Eingaben der Gemeindevertretung hatte es in den zurückliegenden Jahren gegeben. Bewirkt hat all das nichts. Als die schmale Dorfstraße im Jahr 2002 zur Kreisstraße umgewidmet wurde, hoben Behörden die Tonnagebegrenzung von 7,5 Tonnen auf. Die Folgen, sagen Matthäus, Lebert und Grimm, seien sichtbar. An 26 Gebäuden und jahrhundertealten Mauern im Ort entdeckten die Männer Risse und Verwerfungen. Beschädigt ist auch die zu Beginn der 1990er Jahre gebaute Kopfsteinpflasterstraße, die dem historisch gewachsenen Ortsbild sein besonderes Gepräge geben sollte. „Damit nahm das Unheil seinen Lauf“, erinnert sich der damalige Bürgermeister Manfred Pinter. „Wir haben uns damals geweigert, die Straße nach der Fertigstellung abzunehmen, weil wir deutliche Mängel festgestellt hatten. Abgesehen davon, dass niemand den moorigen Unterboden im Blick gehabt hatte, gibt es keine Entwässerung, was sich jetzt rächt. Das Pflaster ist auch nicht nach den Regeln der Technik verlegt worden. Damals hat aber auch niemand mit einer derartigen Zunahme des Lkw-Verkehrs gerechnet“, sagt Pinter. Ja, es soll nicht mal ein Projekt gegeben haben. Weil die Gemeindevertretung die Straße so nicht abnehmen wollte, leistete der Kreis Ersatzvornahme, weil sonst die Fördermittel flöten gegangen wären. Vom Straßenverkehrsamt wird auch heute noch versichert, dass die Traglast der Straße ausreichend ist. Der Sorge, dass die Fahrzeuge viel zu schnell durch den Ort fahren und Passanten gefährden, war mit dem Hinweis begegnet worden, dass es noch zu keinem Unfall gekommen sei. „Muss denn immer erst was passieren?“, empören sich die Dorfbewohner.

Bürgermeister Bernd Meier hat der Initiative die Unterstützung der Gemeindevertretung zugesagt. Er will prüfen, ob die Gemeinde eine neue Lärmpegelmessung in Auftrag geben kann. „Schon die Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit würde die krankmachende Lärmbelästigung um einige Dezibel mindern“, glaubt Burkhard Lebert.

Ingrid Nadler

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