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Usedom Züge im Halbstundentakt: Mitte September ist Schluss
Vorpommern Usedom Züge im Halbstundentakt: Mitte September ist Schluss
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00:00 29.08.2018
In zweieinhalb Wochen ist Schluss mit dem halbstündigen Takt der Usedomer Bäderbahn – hat das Land verfügt. Quelle: Foto: Stefan Sauer/dpa (archiv)
Insel Usedom

Aufschrei bei den Touristikern der Insel Usedom: Der Saisonfahrplan der Bahn, der den Halbstundentakt zwischen Wolgast bzw. Trassenheide und Swinemünde-Zentrum garantiert, endet in diesem Jahr bereits am 23. September, also in dreieinhalb Wochen. Dann fährt das Unternehmen DB Regio, das diese Strecken bedient, nur noch im Stundentakt.

Insel-Touristiker empört / Bärendienst für Lösung des Verkehrsproblems

„Das ist ein Unding“, findet Sebastian Ader, Vorsitzender des Tourismusverbandes Insel Usedom. Im September seien noch jede Menge Urlauber auf der Insel zu Gast, gibt er zu bedenken. Schon seit Jahren gehöre dieser Monat zur Hochsaison. Da sei eine gute Verkehrsanbindung ein Muss. „Wir reden darüber, dass nicht jeder Gast mit dem eigenen Auto anreisen soll, um den Verkehrskollaps zu verhindern. Aber mit dieser Maßnahme werden Usedom-Urlauber ja regelrecht gezwungen, das Auto zu benutzen“, kritisiert Ader. Der Tourismusverband der Insel habe sich deshalb schon vor Wochen mit einem Schreiben an das Ministerium von Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) gewandt. In einem Gespräch mit dem Chef der Staatskanzlei in Schwerin, Reinhard Meyer (SPD), sei die Thematik ebenfalls erörtert worden. „Aber still ruht der See. Wir haben bisher weder eine Antwort erhalten noch eine Bestätigung über den Eingang unseres Schreibens“, so Ader. Die Insel Usedom fühle sich nach seinen Worten daher bei dieser Thematik allein gelassen.

Laut Ader gab es Zeiten, in denen es viel besser klappte. „Als die Usedomer Bäderbahn die Strecken bediente.“ Geschäftsführer Jörgen Boße habe in Absprachen mit dem Schweriner Verkehrsministerium darauf geachtet, dass der Saisonfahrplan mit dem Halbstundentakt immer bis zum Ende der ersten Oktoberwoche in Kraft war. „Und dann hat er sogar noch aus eigener Entscheidung die Zeit bis zum Ende der Oktoberferien verlängert“, sagt Ader. Und DB Regio, dem jetzigen Dienstleister auf den Strecken, sei es egal. „Die haben keine Beziehung zu Usedom“, meint Sebastian Ader.

Im Verkehrsministerium in Schwerin kann man die Aufregung nicht verstehen. Die Saisonregelung mit dem Halbstundentakt gelte in diesem Jahr vom 10. Mai bis zum 23. September. „Die konkrete Gestaltung des Saisonfahrplans, besonders sein Beginn, orientiert sich vor allem an der Lage der beweglichen Feiertage im Frühjahr. In diesem Jahr hat sie zum Himmelfahrtstag am 10. Mai begonnen. Also endet sie auch früher“, erläutert Renate Gundlach, Sprecherin des Verkehrsministeriums MV.

2017 galt die Saisonregelung und damit der Halbstundentakt vom 20. Mai bis zum 8. Oktober, im Jahr 2016 war es vom 14. Mai bis zum 3. Oktober. „Für den Jahresfahrplan 2019 planen wir mit einer Saisonregelung vom 25. Mai bis zum 6. Oktober“, so Gundlach.

Allerdings: Peu a peu gibt es jedes Jahr zwei, drei Tage weniger, an denen Züge im Halbstundentakt verkehren. „Der Saisonfahrplan berücksichtigt den Saisonverlauf im Übernachtungsgewerbe. Nach einer groben Faustregel werden die meisten Übernachtungen im Juli und August als Hochsaison verzeichnet“, heißt es aus dem Verkehrsministerium. In den Monaten Mai, Juni und September würden demgegenüber die Übernachtungszahlen um etwa 20 Prozent abfallen. Das habe das Statistische Amt MV bei Ankünften und Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für 2017 ermittelt.

Auch bei der Deutschen Bahn sieht man keinen Grund zur Verlängerung der Saisonregelung. Das Land lege den Zeitrahmen fest – das sei in jedem Jahr so.

Sebastian Ader allerdings hofft, dass nun noch mehr Hoteliers und Touristiker aufwachen. „Dass Schwerin das Verkehrsproblem auf der Insel lösen will, ist nicht zu erkennen. Wer Mitte September günstige Zugverbindungen abschafft, hat nichts verstanden“, sagt er und hofft, dass sich eine Protestwelle Richtung Landesregierung formiert.

Cornelia Meerkatz

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