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Usedom Zügig unterwegs mit Hund und Roller
Vorpommern Usedom Zügig unterwegs mit Hund und Roller
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00:00 07.11.2016
Auf der Piste durch Feld und Flur: Annedörte Köhler, Laura Gaube und Sylke Gründling.

Wo Ziegen meckern, Schafe blöken, Hunde bellen und starke Eichen stehen, ist Annedörte Köhler zu Hause. Wer die Wahl-Zemitzerin sucht, ist dann in der richtigen Spur, wenn er glaubt, sich verfahren zu haben. Der Weg Am Eichenhag führt hinaus aus Zemitz, hinein in den Wald und ist nichts für tiefer gelegte Fahrzeuge. Hier wird’s holprig, ländlich und einsam.

Dogscootering lastet den Hund aus und macht ihn konditionsstark.“Annedörte Köhler

Für Frau Köhler genau das Richtige. Seit 1994 betreibt sie hier eine Hundeschule und -pension. Ihr „Tierferienhof Eichenhag“, den sie jetzt zusammen mit ihrer Lebenspartnerin Daniela Schulz führt, hat einen guten Ruf. Erst recht, seitdem sie einem sportlichen Aspekt größere Beachtung geschenkt hat: dem Dogscootering! Das ist sowas Ähnliches wie Schlittenhundesport, nur ohne Schnee und Schlitten. „Dogscootering“, sagt Frau Köhler, „das ist Zughundesport mit einem Tretroller, einem so genannten Dog scooter.“ Wer es richtig macht, die passende Ausrüstung und mittelgroße oder große Hunde besitzt, die gut erzogen sein sollten, der geht ab wie Schmidts Katze.

„Dogscootering lastet den Hund aus“, weiß die erfahrene Hundeflüsterin, „und macht ihn konditionsstark. Außerdem können Mensch und Tier bei uns die intakte Natur genießen.“ Hinter dem Eichenhag wird es still. Man begegnet nur Dachs und Reh. Es sei denn, ein Jäger ist gerade auf dem Weg ins Revier oder aber ein Jakobspilger erhofft in Zemitz auf der hier entlang führenden Via Baltica die nächste Unterkunft.

Für Annedörte Köhler ist es einleuchtend, dass Hunde es lieben, zusammen mit Frauchen oder Herrchen richtig Gas zu geben. „Die Grundgeschwindigkeit des Menschen beträgt etwa vier bis sechs Kilometer in der Stunde, beim Hund sind es zehn bis zwölf km/h“, sagt sie. Sylke Gründling und Laura Gaube sind Stammkunden im Tierferienhof. Beide nennen Huskys oder ein Husky-Mix ihr Eigen, beide lieben die Natur und Aktivität. Und beide sind angespannt im Beruf. Frau Gründling arbeitet im Krankenhaus, Frau Gaube im Büro. So oft es ihnen möglich ist, düsen sie vom OP-Saal oder vom Büro aus mit ihren Hunden in die Zemitzer Wildnis, um hier aufzutanken und tief durchzuatmen. Aber natürlich auch, um sich aktiv zu bewegen. Denn Dogscootering ist kein simples Rollerfahren.

Hier im Gelände sind Konzentration, Einfühlungsvermögen und Power gefragt. In der hügeligen Landschaft zwischen Zemitz, Bauer und Pulow muss mitgearbeitet werden, um im Rhythmus mit den Vierbeinern zu bleiben. Deswegen heißt der Roller ja auch Tretroller. Der Sport ist ein Teamerlebnis zwischen Mensch und Hund. Da müssen Kurven richtig angegangen, Befehle an die Tiere erteilt und da sollte auch nicht schlapp gemacht werden. Erst nach etwa einer Stunde, wenn die „Gespanne“ wieder am Tierferienhof eintreffen, kann durchgeatmet werden. Dann sind beide glücklich: Mensch und Hund.

Stefan Brümmer

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