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Usedom Zwei Monodramen feiern Premiere
Vorpommern Usedom Zwei Monodramen feiern Premiere
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00:05 20.12.2017
Sarah Bonitz spielt die deutsch-jüdische Malerin Charlotte Salomon. Quelle: Fotos: Katrin Freund
Greifswald

Elvis Presley, der King of Rock’n’Roll war mit seinen unsterblichen Liedern die Ikone einer Generation. Seine Ruhestätte Graceland ist Pilgerstätte seiner Fans. Dorthin macht sich Elvis-Imitator Walter in dem Stück „Never fuck with the King“ auf den Weg. Morgen hat es um 20 Uhr im Rubenowsaal Premiere. Der Elvis-Imitator wird von Alexander Frank Zieglarski gespielt. Der Schauspieler ist selbst ein großer Fan Presleys. Es ist ein Stück über Leidenschaft und Liebe bis hin zur Selbstaufgabe, heißt es in der Ankündigung.

„Never fuck with the King“ und „Charlotte – Leben? Oder Theater“ werden im Rubenowsaal gezeigt. Oliver Scheer inszenierte die Stücke.

Regie führt Oliver Scheer ebenso wie bei dem zweiten Stück, das morgen Premiere hat. Für ihn sind diese Monodramen eine gute Möglichkeit, den Aufführungsort Rubenowsaal zu profilieren. In Stück zwei geht es um die deutsche Malerin Charlotte Salomon, die 1943 – sie war im fünften Monat schwanger – in Auschwitz ermordet wurde. Ihr „Verbrechen“: Sie war Jüdin.

Als Vorlage für das Monodrama „Charlotte – Leben? Oder Theater? Das Leben der Charlotte Salomon“ diente Scheer ein Buch des Franzosen David Foenkino. „Dazu gab es einen schönen E-Mail-Austausch“, berichtet Scheer. „Mach dich an die Arbeit! Die Dame darf nicht vergessen werden“, habe der Schriftsteller die Zustimmung zur Nutzung seines Werks begründet. Auch an das Werk Charlotte Salomons wird im Theater erinnert. 25 Scans der Originale ihrer Bilder werden gezeigt. „Sie hat ihr Leben in Bildern erzählt“, so Dramaturgin Inga Haack dazu. „In ihrer Familie gab es viele Selbstmorde. Ihr Psychologe riet ihr darum, zu malen.“ Insgesamt 1325 Bilder – jeweils mit Texten versehen – gehören zu dem 1940 bis 1942 gemalten Zyklus, der unter anderem vom bürgerlichen Leben in Berlin, dem Selbstmord der Mutter, der großen Liebe ihres Lebens und Exil in Südfrankreich erzählt. Dort lieferte sie das Vichy-Regime aus, das mit den Nazis kollaborierte. In Nizza wurde Salomon denunziert, verhaftet und deportiert.

Oliver Scheer ist froh, dass er Sarah Bonitz für die Darstellung der Charlotte gewinnen konnte. „Es reizt mich, eine Künstlerin zu spielen“, sagt sie. Die Rolle sei auch eine Begegnung mit dem jüdischen Leben in Deutschland, berührend, erschütternd und lehrreich zugleich. Der Bilderzyklus sei spannend, Charlotte zähle zu den Begründern der Graphic Novels, der graphischen Romane, so Bonitz.

Was verbindet das jüdisch-deutsche Schicksal dieser Malerin mit Elvis Presley? „Es sind zwei extrem verschiedene Künstler“, sagt Dramaturg Oliver Lisewski. Sie spiegelten mit ihrem Leben die Wirren des 20. Jahrhunderts. „Der Gegensatz ist faszinierend“, meint Lisewski. „Beide wurden durch ihr Werk unsterblich.“ Von zwei großen Entwürfen für den „spielenden Menschen“ spricht Inga Haack.

Uraufführungen: 21. Dezember, 20 Uhr, Rubenowsaal in Greifswald und 10. Januar 20 Uhr, Stralsund

Eckhard Oberdörfer

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