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Janow

Sie haben genug von der Totenstille, die seit Jahren in ihren kleinen, aber durchaus reizvollen Dörfern herrscht. Jetzt will auch das platte Land mit dem, was es zu bieten hat, endlich wuchern.

Janow. Die Stille ist himmlisch. Dazu das alte Schloss, das ins Träumen bringt, und die Schwalben, die die Stromleitung belagern und Hochzeit feiern. Doch gleich daneben der Kontrast: alte heruntergekommene Stallanlagen, für die die BVVG viel Geld will. Kaum Busverkehr, kein Café, kein Fahrradverleih, nichts. Die meisten der Bewohner leben von Rente, Sozial- oder Arbeitslosenhilfe. Der kleine Ort Janow, direkt an der B 199, ist exemplarisch für das Schicksal des so genannten ländlichen Raums in Ostvorpommern.

Das soll sich ändern. Von Janow ging gestern das Startsignal dafür aus. Völlig unspektakulär. Aber mit handfesten Plänen und dem Willen, sich am eigenen Schopfe aus der Misere zu ziehen. Investitionsvolumen: rund 20 Millionen Euro.

Ziel ist ein attraktives Hinterland zwischen Peene, Tollense und Landgraben. Das soll Gäste von der Insel, aus Neubrandenburg, Rostock und Greifswald anlocken ebenso wie Fachpublikum zu speziellen Themen. Dadurch sollen sich die Dörfer mit ihren alten Burgen, frischem Gemüse, ihren Windrädern und Feldrainen voller leuchtender Mohn- und Kornblumen wieder mit Leben füllen.

„Beginnend mit dem Landsitz Janow wollen wir loslegen“, unterstrich Helmut Daugs, Amtsvorsteher des Amtsbereichs Krien. Was durchaus realisierbar klingt, trifft auf ungeahnte Widerstände. Weil nämlich die Dörfer des platten Landes von der Raumordnungsbehörde nicht als touristische Entwicklungsräume vorgesehen wurden, sind ihnen die Fördertöpfe der EU versperrt. Helfen kann laut europäischem Recht nur ein eigenes Entwicklungskonzept, das Ortschaften vernetzt und die Zukunft einer Region anschiebt. Genau das hat Helmut Daugs bereits vor einem halben Jahr initiiert und einen Planer beauftragt, erste Ideen zu sammeln. Die Vision des Kräuter-Schlosshotels Janow von Alexa Wien (OZ berichtete) machte danach bereits die Runde. Alexa Wien saß auch gestern mit am Tisch. Gespannt, ob es für den kühnen Entwurf eines solchen Intergrierten Regionalen Entwicklungskonzeptes (IREK) Unterstützung geben würde. Auch wenn die Runde klein war, so doch durchaus entschlusskräftig. Nicht nur dass Landrätin Dr. Barbara Syrbe (PDS) diese Idee „großartig“ fand und jedwede Unterstützung anbot. Entscheidend für den gestrigen offiziellen Auftakt waren neben Ministeriumsvertreter und Arbeitsamtschefin vor allem zwei Gäste. Rolf-Dieter Kwast und Klaus Hering. Beide Unternehmer nämlich sind die ersten, die Interesse daran haben, sich in Janow und Umgebung zu engagieren. Klaus Hering betreibt auf Rügen einen Kräuteranbau mit 60 Hektar und will expandieren. Dazu sucht er Flächen. Rolf Dieter Kwast hat die Windräder im benachbarten Iven mit auf den Weg gebracht. Er sieht in der organischen Verbindung von Tourismus und moderner Technik eine Chance. „Faszination Windrad“, so sein Schlagwort. Erstmals haben sich gestern auch verschiedene Schweriner Ministerien wohlwollend zu dem ehrzeizigen Entwicklungskonzept geäußert.

Angemerkt

Mutiger Schritt in die

richtige Richtung

Zugegeben, es ist ein mehr als mutiger Schritt, den der Amtsbereich Krien da macht. Des ergebnislosen Wartens auf den Aufschwung müde, rafft man sich zwischen Landgraben, Peene und Tollense jetzt zur Eigeninitiative auf. Das verdient Anerkennung. Denn wo andere sich mit einer sanierten Dorfstraße oder dem neuen Feuerwehrgebäude zufrieden geben, wollen die Hinterlandgemeinden westlich von Anklam in ihre Zukunft investieren. Und die heißt: Wuchern mit den Pfunden, die durchaus vorhanden sind. Erste Ideen sind da, die Unterstützung von Landes- und Kreisebene auch. Jetzt heißt es: kluge Schritte tun, konkret werden, Ideen förderfähig machen und Privatkapital einbinden. Profitieren davon werden dann nicht nur jene Dörfer, sondern auch der gesamte Tourismus auf der Insel.



ANM

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