Gedbjerg zeigte sich überzeugt, dass das Kraftwerk genehmigt wird und rechnet im Laufe des Jahres 2010 mit einer Entscheidung. Ursprünglich wollte der dänische Energiekonzern bis 2012 mit dem Kraftwerk ans Netz, um in den Genuss kostenloser CO2-Zertifikate zu kommen. Da dieses Datum nicht mehr zu halten sei, gehe das Unternehmen inzwischen „entspannt“ durch das Verfahren. Verträge für den Kauf von Kraftwerkskomponenten seien zunächst auf Eis gelegt, könnten aber im Falle einer Investition wieder reaktiviert werden. Bis Ende des Monats will das Unternehmen laut Gedbjerg noch ausstehende Fragen im Genehmigungsverfahren beantworten.
„Die Gebiete, auf denen Dong Energy Fragen beantworten muss, werden immer kleiner“, sagte Gedbjerg. Dies werte er als gutes Zeichen.
Der Greifswalder Professor für Wirtschaftsgeografie, Helmut Klüter, bemängelte die widersprüchliche Festlegung Lubmins in der Raumplanung. Zum einen solle Lubmin sich als Seebad, zum anderen zu einem Großgewerbegebiet entwickeln. Dies schaffe Konflikte. Mit dem Bau von Offshore-Windparks vor Rügen habe Lubmin die Chance, Standort für Gewerbe erneuerbarer Energien zu werden. „Wir brauchen in Lubmin auf keinen Fall ein Großkraftwerk wie in Rostock“, sagte er.
Auch die Bürgerinitiativen gegen das Dong-Energy-Projekt setzen auf Lubmin als Standort für erneuerbare Energien. Bernd Giese von der Greifswalder Initiative bemängelte den großen Flächenverbrauch. Dong Energy schaffe auf 40 Hektar lediglich 150 Arbeitsplätze. „Die bereits angesiedelten Betriebe beschäftigten auf einer Fläche von neun Hektar 819 Arbeitskräfte.“
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