Nach Berechnungen der Rechnungsprüfer betragen die TheaterZuschüsse pro Einwohner jährlich 55,70 Euro. Im bayrischen Landshut/Passau sind es 35,06 Euro, im schleswig-holsteinischen Flensburg und Rendsburg 28,07 Euro und selbst im sächsischen Zwickau kommt man nur auf 45,55 Euro. Noch könne sich Greifswald sein Theater leisten, meinte Hempel bei der Vorstellung des Prüfberichtes des Landesrechnungshofes bezüglich des kommunalen Haushaltes. Mit Blick auf die im Jahr 2020 eingefrorenen Zuweisungen wäre das aber nicht mehr so. Aus seiner Sicht gibt es deshalb nur zwei Möglichkeiten des Handelns: den Zusammenschluss mehrerer Theater oder die Schließung von Sparten.
Auch andere Greifswalder Kultureinrichtungen geben zu viel Geld aus, sagen die Rechnungsprüfer. Dazu gehört die Stadtbibliothek. Hier schlagen sie vor, die Anzahl der Stellen von derzeit 17 auf elf zu kürzen. Die Einrichtung in der Knopfstraße weist mit 14,77 Prozent zudem einen der niedrigsten Kostendeckungsgrade auf, stellt man Einnahmen und Ausgaben gegenüber.
112 Stellen sind es insgesamt, die die Stadt sparen kann. Davon 43,4 in der sogenannten Kernveraltung, 65 in den Einrichtungen. Genannt wurde in diesem Zusammenhang auch das Tiefbau- und Grünflächenamt, dessen Leistungen, sprich Straßenerhaltungsmaßnahmen sowie Grünflächenpflege viel billiger auf dem freien Markt zu haben wären.
Rathaus-Amtsleiter Jörg Hochheim (CDU) sagte, dass eine Reihe von Vorschlägen des Landesrechnungshofes im aktuellen Haushaltssicherungskonzept bereits Berücksichtigung gefunden haben. So sei mancher Personalüberhang schon nicht mehr vorhanden, schließlich läge der Prüfungszeitraum zwischen September 2007 und Januar 2008. Weitere Personaleinsparungen, so Hochheim, seien auch mit dem Umzug der Verwaltung ins alte Postgebäude vorgesehen. Trotz des aus Prüfersicht gravierenden Einsparpotenziales lobten die Schweriner die Stadt aufgrund ihres Sparwillens. Wäre er in anderen Städten ebenso vorhanden, hätte das Land weit weniger Probleme, so Norbert Hempel. Sehr viel ernster sieht es aus einer Sicht in Schwerin und Neubrandenburg aus.
Dieser Beitrag wurde bisher 9 mal aufgerufen - zuletzt am 28.07.2010 um 19:36.

















