Auch der Greifswalder Immobilienunternehmer Torsten Abs wollte am Hansering Wohnungen errichten. Das Grundstück seines Vaters zwischen Schützen- und Kuhstraße ersteigerte vor kurzem einer Berliner Gesellschaft, die dabei das Petruswerk überbot. Die Gesellschaft hat noch keine Bauabsichten gegenüber der Stadt geäußert.
Dass die zu DDR-Zeiten abgeräumten Flächen zwischen Hansering und Rossmühlenstraße neu bebaut werden, ist seit fast zwei Jahrzehnten erklärter städtischer Wille. Die hohen erwarteten Kosten für die Gründung und archäologischen Untersuchungen, wenn Keller oder Tiefbaugaragen entstehen sollen, erschweren das. Schon 2004 meinte der frühere Stadtplanungsamtsleiter Volker Bouché, dass es wegen verschlechterter Abschreibungsbedingungen sehr schwer sei, Investoren für Geschossbauten zu finden. E. Ob.
Dies geht aus zwei geheimen Beschlussvorlagen hervor, über die während der nächsten Woche im Finanz- und im Bauausschuss unter Ausschluss der Öffentlichkeit beraten und abgestimmt werden soll. Die Dokumente liegen der OZ vor. Für beide Grundstücke will die Stadt über 1,8 Millionen Euro kassieren. Laut Unterlagen ist Bausenator Reinhard Arenskrieger (CDU) für das millionenschwere Geschäft verantwortlich.
Dem Petruswerk mit Geschäftsführer Douglas Fernando an der Spitze gehören bereits das ehemalige Uni-Haus in der Stralsunder Straße 10 sowie der zukünftige Akademie-Park, wo die Bauarbeiten bereits auf Hochtouren laufen. Auf dem Parkplatz am Hansering, den Fernando für 328 000 Euro erwerben möchte, will der Berliner den langersehnten Lebensmittelmarkt errichten lassen, der in der Innenstadt bislang fehlt. Ein Betreiber für diesen 700 Quadratmeter großen Markt ist angeblich vorhanden. Die Kaufoption, die zuletzt eine Grimmener Firma für das gleiche Projekt hatte, war zum Jahresende erloschen. Der Investor hatte allerdings noch vor wenigen Tagen behauptet, weiter an dem Projekt zu arbeiten.
Rund 1,5 Millionen Euro soll Fernando für die künftigen Wohngrundstücke am Hafen auf den Tisch legen. Pikant: Nach OZ-Informationen soll die Stadt erst im Jahr 2007 etwa ein Drittel der Fläche von der Greifswalder Technik GmbH zurückgekauft haben, die anschließend ins Gewerbegebiet umzog. Die Technik GmbH behindere die Entwicklung eines Wohngebietes, hieß es damals.
Dem Vernehmen nach hätte die Stadt bei diesem Deal tief in die Tasche greifen müssen. 1,1 Millionen plus 400 000 Euro Entschädigung sollen allein für die 20 000 Quadratmeter geflossen sein, sagt ein Insider. Jetzt wird dem Petruswerk der geheimen Beschlussvorlage zufolge für das gleiche Geld ein dreimal so großes Areal angeboten. In der Stadtverwaltung war dazu gestern niemand erreichbar.


















