Bereits während die Crew ihre wissenschaftliche Arbeit reduzierte, um sich dem Ausbau des alten Passagierflussschiffes zu widmen, hat Dehnhardt seine Vision von einer Wissenschaft zum Anfassen umgesetzt. Schon 2008 konnten Besuchergruppen mit an Bord kommen, um den Wissenschaftlern bei ihrer Arbeit mit den Seehunden zuzuschauen. Ab heute ist dies täglich möglich.
Zu den Gratulanten, die gestern der Eröffnungsparty beiwohnten, zählte auch der berühmte Verhaltensforscher und Meeresbiologe Hans Fricke, der durch spektakuläre Forschungen in selbst gebauten Unterseelabors bekannt wurde und dabei erstmals den Quastenflosser, ein bis ins frühe 20. Jahrhundert als längst ausgestorben geglaubtes Fossil, in seinem natürlichen Lebensraum entdeckte und erforschte. Professor Fricke malte gestern eine große Zukunft für die Erforschung von Meeressäugern, wie Dehnhardt und seine Mannschaft sie praktizieren. „Die Tiere können Dinge, die wir von uns eingenommenen Menschen nicht einmal erahnen“, prophezeihte er.
So eine Ahnung hatte auch schon Alexander von Humboldt. „Er hatte seinen Vorgesetzten vor 200 Jahren nahegelegt, die Forschung an Meeressäugern in Warnemünde zu entwickeln“, hat Dehnhardt in seinen Recherchen herausgefunden. Die Bedingungen dort seien sehr gut.
Bildungsminister Henry Tesch (CDU) verdeutlichte die großartigen Möglichkeiten der Forschung anhand von Windkraftflügeln, deren Querschnitt den Sinneshaaren der Robben entlehnt wurde. Rektor Wolfgang Schareck sprach vom Stolz der Uni, diese Forschungseinrichtung zu haben. Erst kürzlich habe er amerikanischen Gästen, die gern mit Superlativen verwöhnt werden wollen, die „weltgrößte Robbenforschungsstation“ präsentiert.
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